„Oh, du… Alarm!!!“
Fahren statt Feiern: Johanniter erneut ehrenamtlich im Feiertagseinsatz
Alle Jahre wieder… bedeutet das Jahresende Stress für die Einsatzkräfte von Rettungsdiensten und Feuerwehren. Gerade während der Weihnachtsfeiertage und vor allem an Silvester, wenn andere Menschen glücksbeseelt vom Alkohol mit Sprengkörpern hantieren (dürfen), kommt es zu einer vermehrten Zahl an Einsätzen. Viele unserer Ortsverbände haben sich bereits darauf eingestellt. Einige haben auf Bitte des Rettungsdienstträgers ehrenamtliche Bereitschaften eingerichtet, andere sind im Rahmen einer Vereinbarung rausgefahren oder haben sich bereit gehalten, im Notfall bei Überlastung der Regelrettung rauszufahren.
Eine Bereitschaftswache auf der Dienststelle eingerichtet hatte der Ortsverband Delmenhorst. Gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr und anderen Hilfsorganisationen sicherten die ehrenamtlichen Johanniterinnen und Johanniter die Verfügbarkeit von ausreichend Rettungsmittel während der Feiertage. Insgesamt waren auf der Dienststelle durchgehend neun Einsatzkräfte in Bereitschaft, um zwei NKTW und einen KTW besetzen zu können. Zudem hielten sich die Besatzungen eines weiteren KTW und eines RTW jeweils bei sich zuhause in Bereitschaft, um jederzeit zum Beispiel bei besonderen Einsatzlagen ausrücken zu können. Insgesamt wurden zum Glück nur drei Einsätze gefahren. Die Zeit dazwischen vertrieben sich die Ehrenamtlichen mit Bratwurst und Berlinern.
Der Ortsverband Edewecht hat keine explizite Feiertagsbereitschaft eingerichtet, war aber trotzdem im Einsatz. Am 1. Weihnachtstag rückten die Ehrenamtlichen durch Überlastung der Regelrettung zu zwei Notfalleinsätzen aus. Richtig viel zu tun gab es an Neujahr. In der Nacht gab es einen Notfalleinsatz und gleichzeitig stellten die Edewechter Johanniter mit dem zweiten Rettungswagen eine Brandwache. In der Wagnerstraße in Edewecht waren ein Pkw sowie ein Zaun und eine angrenzende Hecke in Brand geraten. Da die Flammen drohten auf ein Wohnhaus überzugreifen wurde um 1:34 Uhr Vollalarm ausgelöst. Durch den schnellen und koordinierten Einsatz aller Kräfte konnte das Wohnhaus geschützt und das Feuer schnell unter Kontrolle gebracht werden. Für die Edewechter Johanniter ging es gleich weiter. Am Vormittag gab es einen MANV10-Alarm, bei dem ein Patiententransport und mit dem zweiten Rettungswagen zwei Behandlungen vor Ort durchgeführt werden mussten. In einem Wohnhaus war aufgrund eines Defektes an der Heizungsanlage Kohlenmonoxid ausgetreten. Zum Glück hatten CO-Melder Alarm geschlagen. Und am Nachmittag mussten die Ehrenamtlichen zu einem weiteren Notfall ausrücken.
Ruhig war es dagegen in Ahlhorn. Dort gibt es schon seit Weihnachten 2020 eine permanente Rufbereitschaft zur Sicherstellung der Ausrückfähigkeit in der taktischen Stärke 1/2/9//12 jeweils vom 24. Dezember, 6:00 Uhr, bis 1. Januar, 6:00 Uhr. Teilnehmen kann jeder Helfer und jede Helferin, der oder die vom Wohnort oder Aufenthaltsort aus die Katastrophenschutzhalle in höchsten zehn Minuten erreichen kann. Für die Feiertage wird dazu eigens ein Bereitschaftsdienstplan geschrieben, in den sich alle Ehrenamtlichen eintragen können. So ist rund um die Uhr während der gesamten Zeit gewährleistet, dass immer ausreichend Personal für Notfalleinsätze wie MANV-Lagen oder die Unterstützung des Regelrettungsdienstes zur Verfügung steht. Notwendig wurde es in diesem Jahr allerdings nicht. „Alarme gab es keine“, berichtet Gruppenführer Christian Gallikowsky.
Zwar nicht zur Unterstützung der Regelrettung, trotzdem unterwegs waren die Ehrenamtlichen des Ortsverbandes Ems-Vechte während der Feiertage. Am 2. Weihnachtstag übernahmen sie den eiligen Transport einer Blutprobe von der Euregio-Klink in Nordhorn zum Klinikum Oldenburg.
Text: Stefan Greiber, Fotos: Feuerwehr Edewecht (2), Feuerwehr Delmenhorst (1)