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12.01.2026 | Dienststelle Ortsverband Delmenhorst

Wenn nichts mehr geht fahren die Johanniter

Winterwetter: Ehrenamtliche Einsatzkräfte der Johanniter unterstützen Regelrettungsdienst

Zuhause bleiben war der Rat an die Menschen angesichts des winterlichen Wetters und den damit verbundenen schwierigen Straßenverhältnissen. Doch es gibt Berufsgruppen, die nicht zuhause bleiben können, weil sie systemrelevant ist. Die ambulante Pflege gehört dazu, aber auch der Rettungsdienst. Doch was tun, wenn die Rettungswagen länger auf den Weg zu ihren Einsätzen brauchen und auch der Weg zum Krankenhaus und später zurück zur Wache durch Glätte und Schneeverwehungen nur langsam gefahren werden kann? Die Einsatzzeiten verlängern sich, die Fahrzeuge stehen beim nächsten Alarm noch nicht wieder zur Verfügung. In mehreren Kommunen haben deshalb die Johanniter auf Bitten der Träger oder der zuständigen Leitstellen ihre ehrenamtlichen Rettungs- und Krankenwagen besetzt und den hauptamtlichen Rettungsdienst unterstützt, um die Versorgung der Bevölkerung weiterhin sicherzustellen. Um schnell auf eventuelle Einsatzlagen reagieren zu können, hat der Regionalbereitschaftsführer Weser-Ems der Johanniter-Unfall-Hilfe, Martin Hilse, die Einheiten in der Region bis einschließlich Montag, 12. Januar, 24:00 Uhr in Voralarm versetzt. Leitende vom Dienst beobachteten rund um die Uhr das Geschehen einschließlich des Wetters, der Meldungen der Bahn- und Busbetreiber und der Kommunen. Einsätze gab es auch.

Der Ortsverband Edewecht hatte am vergangenen Freitag von 6 Uhr morgens bis in die späten Abendstunden beide Fahrzeuge des Ehrenamtes auf der Dienststelle besetzt. Personell konnte das eine Fahrzeug als Rettungswagen (RTW) und das andere als Notfallkrankenwagen (NKTW) bei der Leitstelle angemeldet werden. Insgesamt sieben Einsätze fuhren die Ehrenamtlichen aus Edewecht. Auch der Ortsverband Oldenburg hat zur Unterstützung des hauptamtlichen Rettungsdienstes einen RTW ehrenamtlich besetzt und den Gemeindenotfallsanitäter durch eine ehrenamtliche Fahrunterstützung mit dem geländegängigen Fahrzeug der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) bei 13 Einsätzen begleitet. Drei Ehrenamtliche kamen zum Einsatz.

Richtig zu kämpfen hatten die ehrenamtlichen Sanitäterinnen und Sanitäter des Ortsverbandes Nordenham. Zwar hatte der von ihnen besetzte Notfallkrankenwagen nur zwei Einsätze, die dauerten aber aufgrund der Straßenverhältnisse richtig lange und waren angesichts des zunehmend schlechteren Wetters in der Nacht von Freitag auf Sonnabend sogar gefährlich. Heftige Schneeverwehungen hätten beinahe zum Einsatzabbruch geführt, im Verlauf entgingen die Kräfte nur mühsam Beinaheunfällen. Am Ende war ein Durchkommen nur möglich, weil ein Landwirt mit seinem Radlader den Johannitern den Weg freiräumte. Erst um 2:30 Uhr am frühen Sonnabendmorgen waren die Einsatzkräfte wieder an der Wache. Entspannter waren die Wilhelmshavener Johanniter mit ihrem geländegängigen KTW unterwegs. Sie führten eine Verlegungsfahrt nach Oldenburg ehrenamtlich durch und hielten sich danach in Rufbereitschaft.

Die Delmenhorster Johanniter hatten am Freitag vier Fahrzeuge ehrenamtlich besetzt und den Rettungsdienst in der Stadt Delmenhorst damit unterstützt. Insgesamt wurden zehn Einsätze durchgeführt, vor allem Krankentransporte. Am Montag besetzten die Delmenhorster Johanniter vierFahrzeuge ehrenamtlich, zwei Rettungswagen, ein Notfallkrankenwagen und ein Krankenwagen.

Text: Stefan Greiber, Fotos: Andreas Henkel, Bennet Neelsen, Marcel Colter