Luthers Hochzeit und Reformationsfest

Tradition des Johanniter-Ordens

Der Johanniter-Orden blickt auf eine 900-jährige Geschichte zurück und trat nach dem Thesenanschlag zum evangelischen Glauben über. Im Heiligen Land gegründet, waren die Hilfe und Barmherzigkeit Kranken und Schwächeren gegenüber, egal welcher Nation oder Religion, schon immer das oberste Ordensgebot. In dieser Tradition wollen die Jugendlichen als Hospitaliter (Bezeichnung des Ordens im Volksmund des Mittelalters) das Stadtfest in Wittenberg mit ausfüllen und bereichern. So präsentiert sich die Jugendgruppe im Bugenhagenhof mit der Darstellung einer historischen Wundversorgung sowie mittelalterlichen Spielen für Kinder.

Endlich Juni, endlich wieder Stadtfest in Wittenberg!

Wochenlange Vorbereitungen kulminieren in einem Fest, das die Stadt jedes Jahr im Juni für drei Tage und Nächte in die Zeit Martin Luthers zurückführt. Es wird Luthers Hochzeit mit der Nonne Katharina von Bora gefeiert. Die gesamte Innenstadt mit ihren zahlreichen historischen Höfen ist von Gauklern, Musikanten, Handwerkern und Besuchern in mittelalterlichen Gewändern gefüllt.

Die aktive Mitgestaltung des Stadtfestes durch die Johanniter hat sich genauso wie die medizinische Absicherung der Veranstaltung durch die Hilfsorganisation zu einer festen Tradition entwickelt. Jedes Jahr weht die rote Fahne mit dem weißen Kreuz über dem Eingang des Bugenhagenhofes. Hier lodern Feuer, im Kessel brodelt orientalische Zwiebelsuppe und auf der Bühne des Hofes wechseln Gesänge, Tänze und Märchentheater einander ab. Während sich die kleinen Mädchen von Erzieherinnen zu Feen und Elfen verwandeln lassen, schminkt die Johanniter-Jugend blutrünstige, täuschend echt aussehende Wunden. Ein großer Magnet für alle Kinder ist das Schokokusskakapult: Ein geschickter Wurf wird mit einem durch die Luft fliegenden Schokokuss belohnt. Am Abend locken Livemusik und Feuershow. Der Höhepunkt des Festes ist der historische Festumzug am Sonnabend mit 2000 Mitwirkenden, darunter die Johanniter in ihren historischen Gewändern. Mittelpunkt der Gruppe ist hoch zu Roß die Figur des Nicolaus Faber, der 1520 vom Johanniter-Konvent aus dem fernen Rheinland zum Theologiestudium nach Wittenberg entsandt wurde. Nach drei Jahren brachte er Luthers Lehre in seine Heimat zurück und leitete dort die Reformation ein. Sehr viel anstrengender als für den Reiter ist der Umzug für die jungen Johanniter, die einen verletzten Ritter auf einer Trage durch die Stadt transportieren. Glücklich und geschafft sind alle am Sonntagabend – aber auch im nächsten Jahr wird wieder Hochzeit gefeiert.

Dein persönlicher Ansprechpartner Christian Gatniejewski

Berliner Straße 9
06886 Lutherstadt Wittenberg