25.03.2026 | Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen

Ein Jahr Krankenhausreform: Brandenburgs konfessionelle Kliniken unter massivem wirtschaftlichem Druck

Pressekonferenz im Landtag Brandenburgs: Planungssicherheit und auskömmliche Finanzierung gefordert

Die Krankenhausreform von Anfang 2025 hat das Ziel, die Kosten zu senken und die Qualität der Gesundheitsversorgung zu verbessern. Doch vorerst stehen Brandenburgs konfessionelle Kliniken unter massivem wirtschaftlichem Druck.

Vor diesem Hintergrund sprachen Vertreter*innen des VcKB in der Landespressekonferenz über die Lage der christlichen Kliniken – ein Jahr nach der Krankenhausreform.


Die Kliniken unterstützen Reformen

„Als christliche Kliniken sehen wir die Notwendigkeit für Veränderungen und wir unterstützen die Reformen“, so Alexander Mommert, Regionalgeschäftsführer der Alexianer. „Aber ohne stabile Finanzierung wird die Transformation nicht möglich sein“, und: „Wir bekommen keine Zuschüsse durch Städte, Kommunen oder Kreise, wie es bei defizitären kommunalen Häusern der Fall ist“. Bei den anstehenden Krankenhausreformen müssten aus Sicht des Verbunds „strukturell wichtige, aber wirtschaftlich herausfordernde“ Bereiche, wie die Geburtshilfe oder die Kinder- und Jugendmedizin, besonders in den Blick genommen werden.

Brandenburgs Krankenhäuser werden vom Bund mit Ausgleichszahlungen für Inflation und Tariferhöhungen unterstützt. Ende des Jahres läuft diese Unterstützung jedoch aus. Der Transformationsprozess, in dem sich die Kliniken gerade befinden, ist jedoch noch lange nicht abgeschlossen.

Was fehlt, ist Planungssicherheit. „Das führt zu einer Situation, in der viele Kliniken nicht wissen, welche Rolle sie zukünftig im Versorgungssystem in Brandenburg einnehmen sollen. Statt einem klaren Kurs müssen wir weiter im Nebel und auf Sicht fahren“, so Mommert.

Unklar bleibt weiterhin, welche Krankenhäuser welche Leistungsgruppen zukünftig noch anbieten dürfen. Verena Plocher, Geschäftsführerin des Immanuel Klinikum Bernau, Herzzentrum Brandenburg, Universitätsklinikum der MHB, zu den Fallzahlen, die dafür ausschlaggebend sein werden: „Wichtig ist, dass die Reformmaßnahmen letzten Endes auch zur Realität eines Flächenlandes wie Brandenburg passen.“

Mangelnde Planungssicherheit

Die Vertreter der Kliniken sind sich einig: Die Brandenburger Kliniken sind wandlungsfähig und -willig, die Mitarbeitenden offen für Veränderungen. Was bremst, ist die mangelnde Planungssicherheit.

Prof. h.c. Hans-Ulrich Schmidt, kaufmännischer Vorstand des Diakonissenhaus Teltow, betont die gesellschaftliche Bedeutung: „Wir übernehmen Verantwortung dort, wo andere sich zurückziehen. Unsere Mission ist die Sicherstellung der stationär-ambulanten Versorgung im ländlichen Bereich. Denn Versorgung sicherzustellen, bedeutet auch, Demokratie zu sichern.“

Die Forderungen des Verbunds christlicher Kliniken Brandenburg sind klar: Planungssicherheit und eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung, um auch in der Fläche weiterhin qualitätsvolle Gesundheitsversorgung sicherstellen zu können.

Das sind Brandenburgs konfessionelle Kliniken (Betten und Behandlungsplätze/Mitarbeitende)

  • Immanuel Klinik Rüdersdorf 
    (456/761)
  • Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen
    (419/710)
  • Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg
    (290/700)
  • Alexianer Josefs Potsdam
    (248/678)
  • Oberlin Rehaklinik »Hoher Fläming« Bad Belzig
    (243/200)
  • Evangelische Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow
    (228/384)
  • Immanuel Klinik Märkische Schweiz in Buckow
    (190/95)
  • Evangelische Zentrum für Altersmedizin Alexianer
    (175/168)
  • Naëmi-Wilke-Stift Guben
    (161/k.A.)
  • Evangelische Krankenhaus Luckau
    (153/228)
  • Oberlinklinik in Potsdam
    (145/272)
  • Caritas-Klinik St. Marien Brandenburg
    (143/198)
  • Klinik für Geriatrische Rehabilitation Lehnin
    (115/143)
  • Evangelische Krankenhaus Lutherstift Frankfurt (Oder)
    (111/90)
  • Epilepsieklinik Tabor Bernau
    (56/88)

Quelle: VcKB 24.03.2026

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