Deutsche Krebsgesellschaft rezertifiziert das Lungenkrebszentrum Treuenbrietzen
„Es soll mehr als ein Stück Papier hinter Glas sein“
Das Lungenkrebszentrum am Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen wurde kürzlich durch die Deutsche Krebsgesellschaft rezertifiziert. Das bedeutet für Lungenkrebspatientinnen und -patienten, dass sie hier alle Einrichtungen vorfinden, die eine hohe Behandlungsqualität garantieren. Nur dann wird ein solches Zertifikat für drei Jahre verliehen. Zirka 300 bis 350 Lungenkrebspatienten bei ca. 1.760 Neudiagnosen pro Jahr im Land Brandenburg werden hier auf höchstem Niveau betreut.
Seit der Erstzertifizierung 2012 hat sich das Zentrum stark weiterentwickelt, wovon sich die Auditoren sichtlich beeindruckt zeigten. Hier werden seitdem sämtliche technische und medizinische Neuerungen für die Lungenkrebsbehandlung schnell umgesetzt, z. B. die Immuntherapie des Lungenkrebses in großem Maßstab seit 2015. Dafür bekamen die Erfinder (erst) im Jahr 2018 den Nobelpreis!
Wissenschaft und Forschung sind ein wichtiges Merkmal eines Zentrums. Um die beste Therapieform für jeden Einzelnen festlegen zu können, werden Tumore u. a. nach genetischen Mutationen untersucht. Diese diagnostischen Ergebnisse fließen in eine Forschungsdatenbank des Nationalen Netzwerkes Genomische Medizin NNGM – ein Muss für eine Zertifizierung. Dadurch ist auch die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Krebsregister ist sehr eng geworden.
Chefarzt und Zentrumsleiter Dr. Konrad Wetzer: „Die Zertifizierung ist ein Anreiz, uns immer weiter qualitativ zu verbessern, sowohl in der Organisation als auch im Behandlungsverlauf.
Im Vergleich zur vorherigen Rezertifizierung (2022) haben wir neue diagnostische Verfahren, wie die Navigationsbronchoskopie eingeführt. Entscheidend für unseren Erfolg ist auch die enge Zusammenarbeit mit unserer Thoraxchirurgie.
Wir haben das Team der Psychoonkologinnen verstärkt. Die Klinik bietet auch 2026 eine ganze Reihe Rauchfrei-Kurse an, denn Rauchen ist die Hauptursache für Lungenkrebs.
Es gibt ein Ethikkomitee, das Patienten, Mitarbeitende und Angehörige in für sie moralisch fragwürdig erscheinenden Konfliktsituationen ethisch berät und unterstützt.“
Hanno Hinrichs ist seit 2012 Koordinator des Lungenkrebszentrums am Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen: „Ich wünsche mir, dass die Behandlung von Lungenkarzinomen obligat in zertifizierten Zentren erfolgt, damit Betroffene einen echten Mehrwert von der Versorgungsqualität haben.
Allen Beteiligten danke ich für ihr großes, über viele Jahre stabiles Engagement und ihre Unterstützung, auf die ich bei der erfolgreichen Komplettierung dieser regelmäßig wiederkehrenden Aufgabe angewiesen bin. Weiter so und noch weiter bei der Gestaltung, die das Projekt nicht nur am Leben halten, sondern immer wieder für alle Seiten vertretbar und erlebbar machen muss, denn es soll doch mehr sein als ein Stück Papier hinter Glas und ein zusätzlicher Aufwand.“
Information: Die Deutsche Krebsgesellschaft DKG ist die Fachgesellschaft in Deutschland, in der alle Experten für Krebsbehandlungen aus Forschung und Klinik vernetzt sind.