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12.11.2022 | Johanniter-Hilfsgemeinschaft Hamburg

Metalle prägen, Stempel gießen: Junge Meister werken im Museum der Arbeit

Am 30.10.2022 konnten die "Jungen Meister" endlich wieder ins Museum - und an die Arbeit gehen. Denn im Museum der Arbeit hieß es nicht nur zuschauen, sondern auch Hand anlegen: Beim Metalle prägen und Stempel gießen konnte jeder keativ sein.

Die „Jungen Meister“ trafen sich endlich einmal wieder und so war am 30. Oktober das Museum der Arbeit in Barmbek unser Ziel, genauer gesagt zwei Werkstätten des Museums. 18 Kinder aus der Arche Billstedt, Kinder aus der Gemeinde Osdorf sowie der Kinderfreizeit waren bei schönstem Herbstwetter dabei. Zur Auswahl standen zwei Themen mit Führung und Workshop: „Buchdruck“ sowie „Metallprägung und Emaillierung“. Unproblematisch und in gespannter Erwartung verteilten sich die Kinder auf die beiden Gruppen und los gings.

Auf den Spuren von Johannes Gutenberg

Die Geschichte des Buchdrucks, angefangen bei Johannes Gutenberg (15.Jhd.), dem Erfinder des modernen Buchdrucks mit beweglichen Metalllettern und später der Druckerpresse wurde uns anschaulich während der kompetenten Führung erklärt und nähergebracht. Mit der Selbstverständlichkeit der Existenz von Büchern, Zeitschriften und anderen Druckerzeugnissen aufgewachsen,  war es für die Kinder interessant zu hören, dass ursprünglich zumeist Mönche in jahrelanger Handarbeit Kopien von Niedergeschriebenem erstellten, Gutenberg dieses dann mit seinen Erfindungen revolutionierte und wie die Entwicklung über die Heidelberger Druckmaschinen bis hin zum heutigen Digitaldruck verlief.

Nach der kurzen Einführung durften die Kinder sich den Anfangsbuchstaben ihres Namens als Stempel gießen lassen. Eine 300 °C heiße Legierung aus Zinn, Blei und Antimon wurde dazu in ein kleines Handgießinstrument gegossen. Spannend zu sehen und zu erfahren, dass diese Legierung unmittelbar nach dem Guss schon erkaltete.

Als weiteres Highlight wurden dann gemeinsam Lesezeichen erstellt. Aus großen Letterkästen mit unterschiedlichen Typen setzten die Kinder die Buchstaben ihres Namens in einen sogenannten Winkelhaken ein. Dieser wurde im Anschluss in eine spezielle Druckpresse eingehängt und mittels Handkurbel die Walze zum Druck in Bewegung gesetzt. Sowohl das Lesezeichen als auch den Stempel durften die Kinder mit nach Hause nehmen.

Einen eigenen Anhänger aus Metall prägen

Die Führung mit anschließendem Workshop zum Thema Metallprägung begann zunächst mit großem Rätselraten: Was genau hat es mit den verschiedenen Maschinen, die nach lange vergangenen Zeiten aussehen, auf sich? Und was ist überhaupt ein Metall? Allerlei wurde gemutmaßt, am Ende kam einiges zusammen, wie Gold, Silber, Kupfer, Eisen oder Aluminium. Nachdem auch der Begriff „Kupferblech“ geklärt war, konnte es an die Arbeit gehen. Denn Kupferblech war das Material, das es im weiteren Verlauf zu bearbeiten galt. Das Ziel hieß: einen Anhänger erstellen, rund mit einem kleinen Loch, um ein Band durchzuschlaufen. Auf der einen Seite mit Motiv, auf der anderen Seite ein Buchstabe.

Dass Metallprägung harte Arbeit sein kann, wurde schnell klar: Denn an der Stanzmaschine galt es, mit ordentlich Krafteinsatz aus einem rechteckigen Kupferblech ein rundes Stück herauszustanzen – die Rohfassung für den Anhänger. Danach suchte jeder den Anfangsbuchstaben seines Vornamens aus Vorlagen heraus, um diesen auf die eine Seite des Anhängers zu prägen. Besonders spannend wurde es, als es um das Motiv für die andere Seite des Anhängers ging. Zur Auswahl standen rund 20 Motive – von der Blume über einen Delfin bis hin zu Fantasiegebilden. Nachdem auch die zweite Seite geprägt war, wurden die Anhänger kreativ bemalt und schließlich in einem speziellen Ofen gebrannt. Stolz hielten die Kinder das Ergebnis in den Händen – und haben nun vielleicht einen kleinen Talisman, der sie begleitet.

Nach einem Ausklang im nahen Café bei Kakao, Donauwelle und Mohnkuchen ging es auf die Heimreise – gestärkt nach einem wahrlich arbeitsamen, aber in vielerlei Hinsicht hoffentlich „prägenden“ Erlebnisbesuch im Museum.

Bericht: Katharina v. Podewils, Hubertus v.Barby