23.06.2026 | Regionalverband Oberbayern

Großübung im Hauptstollen: Einsatzkräfte retten verunglückte Besuchergruppe

BRK, Johanniter-Unfall-Hilfe, Feuerwehren und die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung trainieren in Hohenpeißenberg gemeinsam den Ernstfall unter Tage.

Am Sonntagnachmittag haben rund 40 Einsatzkräfte von BRK, Johanniter-Unfall-Hilfe, der Feuerwehr Hohenpeißenberg, der Werkfeuerwehr Herzogsägmühle und der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) in einer gemeinsamen Großübung die Rettung einer im Hauptstollen Hohenpeißenberg verunglückten Besuchergruppe trainiert. Das Szenario dauerte rund eineinhalb Stunden.

Der Übungsannahme zufolge nahm eine Besuchergruppe – darunter mehrere Kinder – an einer Stollenführung teil, als die Kohlenmonoxid-Konzentration (CO) im Inneren des Berges stark anstieg und die Gruppe in eine lebensbedrohliche Lage geriet. Ein Teilnehmer konnte sich im letzten Moment ins Freie retten, zwei weitere brachten sich am hinteren Ende des Stollens in einer Frischluftzone in Sicherheit. Sieben Teilnehmer – darunter der Bergführer – wurden im mittleren Stollenabschnitt eingeschlossen und waren auf Rettung von außen angewiesen.

Die Verletzten wurden von der Feuerwehr mit Atemschutzgeräten aus dem Stollen gerettet. Anschließend übergaben die Kräfte die Patienten an eine Patientenablage, die von den Johannitern und dem BRK betrieben wurde. Von dort aus wurden die Verletzten mit Krankentransportfahrzeugen beider Hilfsorganisationen in ein nahegelegenes Übungskrankenhaus gebracht.

Für zusätzliche Dynamik sorgte ein eingeplanter Atemschutznotfall: Einer der Patienten riss einem Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr im Stress die Maske vom Gesicht. Der betroffene Feuerwehrangehörige wurde umgehend durch Trupps beider Feuerwehren aus dem Gefahrenbereich gerettet – ein Ablauf, der zeigt, wie entscheidend eingespielte Sicherungsmechanismen gerade bei Einsätzen unter Atemschutz sind.

Die Koordination der eingesetzten Kräfte lief über die UG-ÖEL, die in der Übung die Funktion der Übungsleitstelle wahrnahm. „Heute ging es um Übung, nicht um Vollendung – hier dürfen Dinge auch einmal nicht auf Anhieb funktionieren, damit sie im Ernstfall sitzen", erklärte Christoph Zeitler von den Johannitern Peißenberg, der die Übung leitete. 

In der Planung unterstützt wurde Zeitler von Sindy Schmull und Norbert Greinwald (beide Johanniter-Unfall-Hilfe), Justin Ladurner und Simon Kryskoviak (beide BRK) sowie Florian Hochenauer (Feuerwehr Hohenpeißenberg). Gemeinsame Übungen dieser Art stärken die organisationsübergreifende Zusammenarbeit und stellen sicher, dass im echten Notfall jeder Handgriff sitzt.

Ihren Ausklang fand die überaus positiv verlaufene Übung bei der gemeinsamen Nachbesprechung im Feuerwehrhaus Hohenpeißenberg – bei Steaksemmeln und kühlen Getränken, die nach gut eineinhalb Stunden konzentrierter Arbeit unter Tage und der Vorbereitung davor redlich verdient waren.

Bildunterschrift: Am Sonntagnachmittag haben rund 40 Einsatzkräfte von BRK, Johanniter-Unfall-Hilfe, der Feuerwehr Hohenpeißenberg, der Werkfeuerwehr Herzogsägmühle und der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) in einer gemeinsamen Großübung die Rettung einer im Hauptstollen Hohenpeißenberg verunglückten Besuchergruppe trainiert

Foto: Mike Raab, Johanniter Oberbayern.