Wenn jede Minute zählt
Es ist wichtig, die Anzeichen eines Schlaganfalls zu kennen, um im Ernstfall schnell handeln zu können. Darauf weisen die Johanniter anlässlich des Tags gegen den Schlaganfall am 10. Mai hin.
„Ein Schlaganfall ist immer ein Notfall, der schnelle ärztliche Hilfe erfordert“, betont Hubert Nettinger, Sachgebietsleiter Bildung bei den Johannitern im Regionalverband Oberbayern. „Jede Minute zählt, um Folgeschäden zu minimieren oder sogar ein Leben zu retten. Bei einem Verdacht daher gleich über die 112 den Rettungsdienst rufen.“ Das ist besser, als selbst ins Krankenhaus zu fahren, so die Johanniter: Die Rettungskräfte kommen schneller durch, können Betroffene unterwegs betreuen und bereits in der Klinik ankündigen.
Jährlich erleiden rund 270.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Ursache ist eine Durchblutungsstörung im Gehirn. Folgender Check hilft zu klären, ob es sich um einen Schlaganfall handeln könnte:
- Gesicht: Ein Mundwinkel oder eine Gesichtsseite hängt und bewegt sich nicht mit?
- Arm: Ein Arm – oder Bein – ist gelähmt, die betroffene Person kann geplante Bewegungen nicht oder nur teilweise ausführen.
- Sprache: Kann der oder die Betroffene einen einfachen Satz nachsprechen? Gelingt das nicht, ist die Sprache undeutlich oder abgehackt, kann ein Schlaganfall vorliegen.
Auch plötzlicher Schwindel, Gang- oder Sehstörungen, Taubheitsgefühle und aus dem Nichts auftretende starke Kopfschmerzen können auf einen Schlaganfall hindeuten. Der sogenannte FAST-Test (Face, Arms, Speech, Time) hilft dabei, typische Schlaganfall-Symptome schnell zu erkennen, indem Gesicht, Armbewegung und Sprache überprüft und im Verdachtsfall sofort der Notruf gewählt wird. Dieser Test wird auch in Erste-Hilfe-Kursen vermittelt.
Frauen haben zum Teil andere Symptome
„Bei Frauen fallen die Anzeichen unter Umständen allerdings etwas anders aus“, warnt Nettinger. Sie erleben öfter zusätzliche Beschwerden, etwa Übelkeit, Verwirrtheit oder eine kurze Bewusstlosigkeit. Auch dass eine Körperhälfte nicht mehr spürbar ist oder der Blick unwillkürlich zur Seite abweicht, ist bei Frauen häufiger. Doch ob Mann oder Frau: Das Gefühl, dass „etwas nicht stimmt“, ist immer ein Grund, schnell professionelle Hilfe zu holen.
Tipp: Es lohnt sich, einen Erste-Hilfe-Kurs zu machen und diese Kenntnisse regelmäßig aufzufrischen, um im Ernstfall helfen zu können. Die Johanniter im Regionalverband Oberbayern bieten derzeit regelmäßig Kurse an folgenden Standorten an:
- Allershausen
- Augsburg
- Ingolstadt
- Peißenberg
- Puchheim
- Unterthingau
Die genauen Adressen, Kurstermine und Anmeldemöglichkeiten sind im Internet unter www.johanniter.de/erste-hilfe-kurse-oberbayern zu finden. Die Johanniter bieten ein breites Spektrum an Erste-Hilfe-Kursen an, darunter die klassische Erste-Hilfe-Ausbildung sowie Fortbildungen und Auffrischungskurse, spezielle Angebote wie Erste Hilfe am Kind, Kurse für Bildungs- und Betreuungseinrichtungen, betriebliche Ersthelfer-Ausbildungen sowie Programme mit Selbstschutzinhalten und Kurse für Kinder.
Foto: Monika Höfler, Upfront Photo & Film GmbH.