17.09.2026

Johanniter unterstützen Großübung auf dem Airport Hannover

Rund 250 Einsatzkräfte und 60 Verletztendarsteller: Die diesjährige ICAO-Notfallübung auf dem Airport Hannover bot auch für Johanniter aus Langenhagen und Wunstorf viele herausfordernde Momente.

Alle zwei Jahre wird der Hannover Airport – oder vielmehr ein eigens vorbereiteter Teil des Areals – in Langenhagen Schauplatz einer Großübung: Am 15. September 2026 waren rund 250 Einsatzkräfte von Flughafenfeuerwehr, der Berufsfeuerwehr, des Rettungsdienstes und Hilfsorganisationen im Trainingseinsatz. Der Nordhannoversche Ortsverband der Johanniter aus Langenhagen sowie der Ortsverband Wunstorf-Steinhuder Meer entsandten 21 Einsatzkräfte. Die Johanniter-Akademie Niedersachsen/Bremen unterstützte die Flughafenfeuerwehr bei der Ausgestaltung der Übung zudem mit sechs RUD-Fachkräften um den Teamleiter Lars Meier. RUD steht für Realistische Unfalldarstellung. Die Fachkräfte sorgen also für möglichst realitätsnahe Szenarien. So statteten sie unter anderem 20 Statisten mit Schminke und Theaterblut so aus, dass Rettungskräfte bestimmte Verletzungsmuster erkennen – und auch versorgen können. Eine rasche und sichere Versorgung von Verletzten war denn auch ein zentraler Schwerpunkt der Übung. Dr. Robin Schwerdtfeger, Mitglied des Regionalvorstands Niedersachsen Mitte, nahm als Beobachter teil.


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Das Übungsszenario hat es in sich: Ein Tankwagen kollidierte mit einem Flugzeug. Lars Meier und sein Team versorgten die Statisten mit passenden Informationen zu ihrer jeweiligen ganz individuellen Situation und schminkten: Knochenbrüche, Schürfwunden, blasse Gesichter und Verbrennungen. Exakt 58 Menschen saßen im Flugzeug; einem Übungsgerät in Originalgröße. Kontrollierte Flammen schossen aus den Triebwerken. Für die Feuerwehrleute hieß das: Löschangriff und Bergung der Passagiere mit Atemschutz. Und die Einsatzkräfte sorgten dafür, dass „Verletzte“ und Unverletzte getrennt aus der Gefahrenzone verbracht wurden. Die Richtlinien der Internationalen Zivilluftorganisation (ICAO) schreiben Notfallübungen alle zwei Jahre vor. Die Einsatzkräfte trainieren, was im Fall der Fälle zu tun ist. 20 Verletzte auf einmal – das war ein sogenannter Massenanfall an Verletzten (ManV).

Die Versorgung von Patienten zählte zu den Aufgaben für die Johanniter aus Langenhagen. Sie rückten mit Notarzteinsatzfahrzeug, Rettungswagen, Mannschaftswagen und einem Gerätewagen Sanität mit wichtigem Material an. Ihr Einsatzort war unter anderem eine Patientenablage für Verletzte. Außerhalb des Gefahrenbereichs, aber doch nah genug am Unfallort, damit Patienten rasch gesichtet und versorgt werden konnten. Die Wunstorfer Einsatzkräfte stellten eine Transportstaffel. Zu den Rettungskräften gehörten auch Helfende und Fahrzeuge vom Deutschen Roten Kreuz und des Arbeiter-Samariter-Bundes aus der Region Hannover.

Derartige Übungen mit einer Vielzahl an betroffenen Personen sind sowohl für die hauptamtlichen Kräfte des Rettungsdienstes als auch für die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer von großer Bedeutung. Sie bieten die Möglichkeit, Abläufe, Kommunikationswege und Absprachen unter realitätsnahen Bedingungen gezielt zu trainieren und im Anschluss weiter zu optimieren. „Rettungsdienst, Hilfsorganisationen, Feuerwehr und Polizei müssen bei einer größeren Schadenslage eng zusammenarbeiten und ihre Maßnahmen aufeinander abstimmen“, betonte der Johanniter Rene Binde, stellvertretende Zugführer des 7. Einsatzzugs in Langenhagen und Fachberater Sanität. Die Weitläufigkeit des Flughafengeländes stelle zusätzliche Anforderungen. „Da gibt es spezielle Einsatzkonzepte, an denen sich alle beteiligten Kräfte orientieren.“ Und genau das werde auch bei den regelmäßigen ICAO-Übungen auf dem Airport Hannover trainiert. RUD-Teamleiter Meier beobachtete sämtliche Abläufe genau. „Das war gut“, lobte er. Natürlich habe es Widrigkeiten gegeben; verlief nicht jeder einzelne Schritt fehlerfrei. „Aber all das, ebenso wie kurzfristige Entscheidungen oder Änderungen im Ablauf – das gehört alles dazu. Genau für so etwas ist die Übung gedacht.“ Heißt: Das praktische Erleben einer solchen Übung hilft allen Einsatzkräften, sich auf den Ernstfall vorzubereiten.