Ministerbesuch bei den Johannitern: Grant Hendrik Tonne lobt Nachwuchsarbeit
Landtagsabgeordneter und Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne spricht mit Landesberger Johannitern über Krisenvorsorge und mehr Resilienz in der Bevölkerung.
Der niedersächsische Landtagsabgeordnete Grant Hendrik Tonne kommt in entspannter Sommerlaune in die Dienststelle der Johanniter vom Ortsverband Landesbergen. Er tourt zurzeit durch seinen Wahlkreis 38 (Nienburg/Schaumburg), will zuhören – und sowohl von Herausforderungen als auch von Erfolgsgeschichten hören. „Ich bin regelmäßig beeindruckt, wie gut ihr Nachwuchsarbeit betreibt. Das finde ich seit Jahren vorbildlich“, sagt er dem Dienststellenleiter Markus Sudmann zur Begrüßung. Tatsächlich hat die Landesberger Johanniter-Jugend jüngst einen Riesenerfolg eingeheimst. Aber Dienststellenleiter Sudmann kennt auch Herausforderungen für Hilfsorganisationen wie die Johanniter.
Zuerst die Erfolgsgeschichte: „Wir haben rund 60 aktive Kinder und Jugendliche in unseren Jugendgruppen“, berichtet Jana Sudmann von der Ortsjugendleitung. Und seit Jahren schneiden Landesberger Jugendliche erfolgreich bei Johanniter-internen Wettbewerben ab. So zuletzt beim Landeswettkampf der Ortsverbände aus Niedersachsen und Bremen in Otterndorf. In der Kategorie B der Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren holten die Teams aus Landesbergen von insgesamt acht Mannschaften die Plätze eins und zwei. Das Siegerteam „Landesbergen II“ vertritt deshalb im kommenden Jahr in seiner Altersklasse ganz Niedersachsen beim Bundeswettkampf in Hannover.
Erfolge wie diese bewirken vieles: Sie sorgen für ein Gemeinschaftsgefühl, stärken die Nachwuchsgewinnung – und fördern damit die Einsatzstärke der Johanniter. Weil viele Jugendliche sich auch für die Ausbildung zum Rettungssanitäter interessieren. „Oder auch Erste-Hilfe-Trainerinnen werden wollen“, sagt Lisa Bozek, die Ausbildungskoordinatorin im Ortsverband Landesbergen. Sie steuert unter anderem Schulungen von Betriebshelfern oder öffentliche Erste-Hilfe-Kurse für Führerscheinerwerbende.
Blackoutvorfälle, Krisenlagen durch Hitzewellen oder Hochwasserereignisse: Auch hierzulande sind die Menschen gehalten, sich besser auf Notlagen vorzubereiten. Und sich mit Vorräten zu versorgen, um etwa einen längeren Stromausfall auszuhalten. Dass auch eine in der Bevölkerung verankerte Bereitschaft, Ersthelferin oder Ersthelfer zu sein, zunehmend wichtig wird; das sieht auch Landtagsabgeordneter Tonne so. „Aber wie kann man das Bewusstsein dafür stärken?“ Erste-Hilfe-Kurse und Ausbildungsmodule mit Selbstschutzinhalten sind eine Antwort der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH). Auch in Kindertagesstätten und Schulen sind Johanniter aktiv und bringen Kindern und Jugendlichen das Thema Erste Hilfe nahe. Im vorigen Jahr machten die Landesberger unter anderem zusammen mit dem ASB-Kreisverband Nienburg bei einem Aktionstag zum Thema Reanimation am Marion-Dönhoff-Gymnasium in Nienburg mit.
Die eigene Nachwuchsarbeit zu fördern und erfahrene Einsatzkräfte heranzubilden; das betreiben Ortsverbände wie der in Landesbergen seit vielen Jahren. Sie stoßen aber an so manche Hürde. Stichwort: Helfendengleichstellung. Bislang steht das Ehrenamt im Bevölkerungsschutz auf ganz unterschiedlichen gesetzlichen Füßen. Daher fordern die Johanniter, dass alle Einsatzkräfte, egal ob anerkannte Hilfsorganisation, Feuerwehr oder Technisches Hilfswerk (THW), bundesweit die gleichen Rechte im Einsatz bekommen. Über 90 Prozent des Bevölkerungsschutzes wird in Deutschland durch Ehrenamtliche getragen. In Krisenlagen sind Ehrenamtliche aus verschiedenen Organisationen und Bundesländern oft gemeinsam im Einsatz. Jedoch variieren die Rahmenbedingungen für diese ehrenamtlichen Einsätze je nach Einsatzorganisation und Bundesland, so zum Beispiel in der Freistellung durch den Arbeitgeber, in der Entgeltfortzahlung und der sozialen Absicherung im Einsatz. 2021 leisteten Ehrenamtliche aus Landesbergen am Ahrtal Nothilfe nach der Flut. „Über all dies debattieren wir auch auf Landesebene; etwa über den Ausbau von Strukturen“, betont Grant Hendrik Tonne. Als Wirtschafts- und Verkehrsminister kann er auf einige Punkte konkret einwirken: Tonnes Ministerium hat jetzt mit Mehrjahresbauprogramm 2027 bis 2029 ein 500 Millionen Euro schweres Straßenbaupaket auf den Weg gebracht. Wenn ein gutes Straßennetz zu weniger Unfällen führt, entlastet das den Rettungsdienst. Auch das stärkt die Resilienz einer Gesellschaft.