Traumatag: Damit der Einsatz gelingt, wird der Ernstfall geprobt
Eine eingeklemmte Person, eine Rettung mit der Drehleiter und zum Schluss noch ein schwerer Verkehrsunfall. Beim Traumatag in Langenhagen konnten Feuerwehrleute und angehende Notfallsanitäter zeigen, was sie können - und außerdem noch einiges lernen.
Auf einmal häuften sich bei der Ortsfeuerwehr Langenhagen und den Johannitern die Alarmierungen zu Verkehrsunfällen und Einsätzen der technischen Hilfeleistung - zum Glück aber alle nicht real. Angehende Notfallsanitäter und Feuerwehrleute trafen sich am vergangenen Sonnabend zum "Traumatag", einer ganztägigen Übungseinheit, um gemeinsam durch mehrere Unfallszenarien zu gehen und das kooperative Arbeiten zu trainieren.
Mehrere Monate lang waren dafür sechs Fallbeispiele mit viel Erfahrung, Akribie und Fantasie vorbereitet worden. "Wir wollen Situationen, die sowohl für die Feuerwehrleute, als auch für unsere angehenden Notfallsanitäter eine Herausforderung darstellen und in denen beide Seiten gut miteinander kommunizieren müssen", sagte Praxisanleiter Tobias Sieg vom Nordhannoverschen Ortsverband, der die Übung zusammen mit einem Team aus Feuerwehr und Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. auf die Beine gestellt hatte.
Zwölf Auszubildende zum Notfallsanitäter von den Rettungswachen in Langenhagen, Wunstorf, Garbsen und Schwarmstedt waren an der Übung beteiligt. Sie sind im dritten Lehrjahr und werden im kommenden Sommer ihre Prüfung machen. Dazu kamen 14 zumeist junge Feuerwehrleute für die technische Hilfeleistung. Für alle war der Traumatag eine willkommene Übungseinheit, denn wer gerade selbst nicht im Einsatz war, konnte den Kolleginnen und Kollegen zusehen. Zudem gab es im Anschluss jedes Mal eine intensive Nachbesprechung, erst Johanniter und Feuerwehr getrennt, dann gemeinsam.
Während die Fülle polytraumatischer Verletzungen eine Herausforderung für die Rettungsdienstmitarbeitenden darstellte, konnten die Feuerwehrangehörigen verschiedene Einsatztaktiken trainieren und den Umgang mit den vorhandenen Einsatzmitteln festigen. Ein weiterer Schwerpunkt lag bei der Ortsfeuerwehr auf der Führungsausbildung. So konnten Bjarne Dockhorn und Jörg Martin Paulsen, die seit dem vergangenen Jahr als Gruppenführer eingesetzt werden, den Tag nutzen, um Routine in der Rolle des Einsatzleiters zu bekommen und erste kleinere Einsatzlagen in den Übungen eigenständig abarbeiten.
Abseits der Szenarien gab es die Gelegenheit zum weiteren Austausch. Die Versorgungsgruppe aus dem Nordhannoverschen OV unter Leitung von Stephanie Rihm hatte morgens für ein Frühstücksbuffet gesorgt, am frühen Abend gab es zum Abschluss Wikingereintopf. Unterstützung für den Traumatag kam auch aus dem Johanniter-Ortsverband Deister, der die Mimen für die Szenarien stellte. Gerade weil alles so realistisch wirkte, war es gut, dass der Traumatag auf dem Hof und in der Fahrzeughalle des Feuerwehrhauses an der Konrad-Adenauer-Straße stattfand und die Bevölkerung Langenhagens von dem Geschehen so gut wie nichts mitbekam. Feuerwehrmann Justin Schütte bilanzierte zum Abschluss zufrieden: „Das war ein erfolgreicher und lehrreicher Tag für alle Beteiligten.“
Der Traumatag geht auf die Initiative der Johanniter Jens Bachmann und Can Yilmaz sowie Feuerwehrmann Oliver Schütte zurück. Auch in diesem Jahr waren die Gedanken vieler bei ihrem 2025 verstorbenen Kollegen Jens Bachmann, dessen langjähriges Wirken mit dem Traumatag bewahrt bleibt.