09.02.2026 | Dienststelle Ortsverband Landesbergen

Vorsicht, Drakohla: Johanniter unterstützen plattdeutsche Filmproduktion

Der komplett auf Plattdeutsch gedrehte Vampirfilm „Drakohla“ entsteht im niedersächsischen Binnen auch mit Unterstützung durch ehrenamtliche Johanniter vom Ortsverband Landesbergen.

„Binnen und Buten“ heißt die Theatergemeinschaft von 1978, die sich als Verein etwas Besonderes vorgenommen hat: Sie dreht den wohl ersten plattdeutschen Kinofilm mit einem Vampir in der Hauptrolle. Es wird trashig, humorig – und echt norddeutsch. In der Ortschaft Binnen im Landkreis Nienburg/Weser dreht das Filmteam seit mehr als einem Jahr wichtige Filmszenen für einen Krimi. Und mittendrin: Johanniter vom Ortsverband Landesbergen. Zweimal war Rettungsassistent André Schöne schon in Binnen dabei, zuletzt mit dem Rettungswagen 50-85-2. Auf dem Plan stand der Dreh einer mysteriösen Tatortszene mitten auf dem platten Land.

Echt norddeutsches Setting

Die Story in ultrakurz (das ganze Konzept gibt es hier): Ein Junge wird durch Zufall zu einem Vampir. Er braucht allerdings das Blut von Grünkohlwanderern. Damit ist er auf den Winter angewiesen. Auf jene Saison also, in der jedes Jahr hunderte norddeutsche Grünkohlfans auf Kohlfahrt gehen. Das verwickelt die Filmfigur in immer neue turbulente Situationen. Viel mehr sei an dieser Stelle nicht verraten. Die Filmcrew um Produzent Andreas Richter sowie Regisseur Volker Kauffeldt (zum kreativen Kern zählen auch Kerstin Ballmann, Fabian Fromm und Doreen Basedow) beginnt noch in diesem Jahr mit der Post-Produktion, in der aus sämtlichen Aufnahmen Szene für Szene ein 90-minütiger Kinofilm entstehen wird. „Bewahrung und Förderung der plattdeutschen Sprache und Kultur“; das steht im Filmkonzept festgeschrieben. Die Geschichte wird mit der beliebten Grünkohltradition, mit Special-Effects und überraschenden Wendungen gewürzt. „Wir drehen noch bis zum Sommer dieses Jahres“, sagt Produzent Richter. Dann erst zeigt sich, ob alle Puzzleteile auch richtig im Kasten sind – und die Premiere (zuletzt peilte die Crew den Herbst 2026 an) geplant werden kann. In den Blick nehmen die Filmemacher Kinos im norddeutschen Raum.

Winter ja, Schnee nein

Den Johannitern ist das Team in Binnen schon jetzt dankbar. „Das war eine tolle Zusammenarbeit“, sagt Richter. Jetzt, im aktuell schneereichen Winter, fand die Crew mit Mühe einen passenden Drehtag. Der üppig fallende Schnee passt nämlich nicht in die Planung. Angesichts der zuletzt eher schneearmen Winter hatte sich die Theatergemeinschaft für das Szenario „kahle Bäume, kaltes und schneefreies Wetter“ entschieden. Und genau so waren die Bedingungen auch vor exakt einem Jahr in Binnen. Damals kamen Rettungsassistent Schöne und Dienststellenleiter Markus Sudmann zum ersten Drehtag, den die ehrenamtlichen Landesberger Johanniter mit ihrer Ausstattung unterstützten. Damals brauchte Richters Crew einen Mannschaftstransportwagen (MTW), Einsatzkleidung der Johanniter und Johanniter für die korrekte und sichere Einweisung am MTW. Laienschauspieler Ralf Becker schlüpfte in die Dienstkleidung und verwandelte sich in einen Einsatzfahrer für den Transport von Blutkonserven. Blut plus Vampir gleich: Gruselszene! 


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Dat word en plattdüüsk Film

Becker stand damals das erste Mal vor einer Kamera. „Ich habe aber richtig Lust auf das Projekt“, sagte er. Wie ihn fanden die Filmemacher auch andere Laiendarsteller für ihr Vorhaben. „Szene 67, Take 4!“ lautete die Ansage im historischen Dorfkern von Binnen, in der Ralf Becker mit den Boxen voller Kunstblut zu seinem Einsatzfahrzeug lief, sich beobachtet fühlt, einstieg und ein paar Meter weit fuhr. Jetzt, ein Jahr später, war die „Blaulicht-Szene“ umfangreicher. Auch die Polizei im Landkreis unterstützte diesen Drehtag; ebenso wie die Johanniter. In Szene gesetzt wurde also ein Tatort in der Winterkälte – ohne Schnee – mit Rettungswagen und Polizeikräften. Ob die Filmpolizisten den Krimi um geheimnisvolle Vorfälle aufklären kann? Oder sinngemäß auf Plattdeutsch: „Ward de hiesige Polizei de Bestie tou faaten kriegen?“ Die Antwort kommt bald ins Kino – und Johanniter mitten im Geschehen.

Oder auf gut Plattdeutsch gesagt: „Dat word en plattdüüsk Film – un mittenmang sünd de Johanniters ut Landesbergen.“ (Hochdeutsch: „Das wird ein plattdeutscher Film – und mittendrin sind die Johanniter aus Landesbergen.“)


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