Wenn der Landesvorstand mit ausrückt
Mitglied des Landesvorstands Uwe Beyes tauscht seinen Arbeitsalltag gegen Dienstkleidung und Rettungswagen. Er möchte den Rettungsdienst aus nächster Nähe erleben und nimmt sich vor allem Zeit für die Menschen, die dort täglich im Einsatz sind.
Dienstkleidung anziehen, die Ausstattung überprüfen, sich vom Team einweisen lassen. Für Uwe Beyes beginnt der Tag auf der Rettungswache in Langenhagen mit den Handgriffen, die dort zum Dienstbeginn dazugehören. Als Mitglied des Landesvorstands im Landesverband Niedersachsen/Bremen ist der Bereich Rettungsdienst Teil seines Verantwortungsbereichs. Für einen Tag will er ihn dort erleben, wo er stattfindet: im Rettungswagen und im Einsatz.
Mit ihm unterwegs sind Notfallsanitäter Nils Hoffmeyer und Rettungssanitäter Benedikt Heun. Lange bleibt es nicht ruhig. Der erste Einsatz führt das Team zu einer Person mit einer Herzrhythmusstörung. Später folgen ein Sturz und ein Krankentransport. „Man weiß in der Tat nie, was einen in der nächsten Minute erwartet. Es beeindruckt mich immer wieder, dass die Kolleginnen und Kollegen mit dieser Ungewissheit jeden Tag umgehen, bei Hitze und Kälte, unter hoher Einsatzbelastung und in schwierigen Situationen, die sich nicht ankündigen.“
Die Unberechenbarkeit des Rettungsdienstes kennt er ganz gut. Seinen Zivildienst absolvierte er in der Rettungswache der JUH in Hannover, wo er zum Rettungsassistenten ausgebildet wurde. 1999 fuhr der Johanniter zuletzt selbst im Einsatzdienst. Seitdem hat sich im Rettungsdienst vieles verändert. Patientendaten werden inzwischen digital erfasst, die Ausstattung ist moderner und technische Hilfsmittel entlasten die Rettungskräfte körperlich. „Ich sehe, wie viel sich seit meiner Zeit weiterentwickelt hat. Wir wollen diese Entwicklung fortsetzen und arbeiten auch daran, die Bedingungen für die Kolleginnen und Kollegen weiter zu optimieren“, so Beyes.
Zwischen den Einsätzen bleibt Zeit für Gespräche. Wie diese Veränderungen im Arbeitsalltag ankommen, was die Kolleginnen und Kollegen auf den Rettungswachen beschäftigt und was sich aus ihrer Sicht verbessern ließe, interessiert ihn besonders: „Die besten Rückmeldungen darüber, wie es auf den Rettungswachen läuft, und auch zu neuen Lösungen, wie zum Beispiel der Software, die wir eingeführt haben, bekomme ich direkt aus dem Dienstgeschehen. Hier zeigt sich, was gut funktioniert und wo es noch Verbesserungsbedarf gibt.“
All das, was Uwe Beyes an diesem Tag erlebt und in den Gesprächen gehört hat, nimmt er mit zurück in seine Arbeit. Am Ende des Tages geht es dem Landesvorstand aber auch um etwas Persönlicheres:
„Mir ist wichtig, den Kolleginnen und Kollegen hier in Langenhagen persönlich Danke zu sagen. Sie haben mir ihr Vertrauen geschenkt und mich in ihre Schicht mitgenommen. Dieser Dank gilt aber auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rettungsdienst in unserem Landesverband, die trotz hoher Einsatzbelastung und schwieriger Einsatzbedingungen jeden Tag motiviert dafür sorgen, dass Menschen schnell und professionell geholfen wird. Wie ich heute selbst erlebt habe, ist das alles andere als selbstverständlich.“