Wissen, das Leben rettet: „Tag der Ersten Hilfe“ am 12. September
Erste Hilfe ist wichtig. Dieser Meinung sind laut einer forsa-Umfrage 96 Prozent der Befragten. Fast alle haben auch mal einen Kurs gemacht, allerdings ist das bei einem Drittel von ihnen mehr als zehn Jahre lang her.
Mittwochmorgen, 8.20 Uhr: Der Großraum in der Johanniter-Dienststelle in Hannover-Hainholz füllt sich allmählich, einige Menschen holen sich schnell noch einen Kaffee. „Ist auch eine Art von Erster Hilfe“, murmelt jemand. Einen Tag lang wird es hier um Erste Hilfe am Menschen gehen. Was ist zu tun, wenn jemand verunfallt, das Bewusstsein verliert, vielleicht sogar einen Herzstillstand erleidet? Die Vorstellungsrunde offenbart Vielfalt. Junge und Ältere sind heute dabei, für manche ist es ein regelmäßig wiederkehrender Termin, bei anderen liegt der letzte Erste-Hilfe-Kurs mehr als 30 Jahre zurück, einige mussten selbst schon Erste Hilfe leisten, andere bekamen sie. “Wie wird man eigentlich Ersthelfer?“, fragt Erste-Hilfe-Trainerin Marina Malecha. Überraschend, ungeplant… kommt als Antwort. „Genau so ist es“, sagt die Johanniterin, „man wird es, weil man muss.“
Vielen Menschen ist unwohl bei dem Gedanken, in eine unerwartete Situation zu geraten und Erste Hilfe leisten zu müssen, weil sie Angst haben, etwas falsch zu machen. „Dabei macht nur falsch, wer gar nichts tut“, sagt Marina Malecha, die vor ihrem Wechsel in die Breitenausbildung vierzig Jahre lang im Rettungsdienst tätig war. Bis zum Nachmittag wird sie mit den 18 Teilnehmenden rechtliche Grundlagen klären, Szenarien durchspielen, medizinischen Hintergrund erläutern, Handgriffe üben und Tipps geben. Als die Runde um halb fünf wieder auseinandergeht, sind alle zufrieden. Juliane Braatz (54), Integrationsfachkraft und betriebliche Ersthelferin beim Jobcenter Region Hannover, bringt es auf den Punkt: „Die Sorge, dass etwas passieren kann, bleibt. Aber durch die Ausbildung und das regelmäßige Auffrischen fühle ich mich handlungsfähig.“
Laut einer forsa-Umfrage im Auftrag der Johanniter-Unfall-Hilfe (2025) halten 96 Prozent von 1002 Befragten es für wichtig, in Erster Hilfe ausreichend geschult zu sein. Fast alle haben auch schon mal einen Kurs gemacht. Mehr als ein Drittel allerdings nur einen, der nie aufgefrischt wurde und mitunter länger als zwanzig Jahre zurückliegt.
In dieser Zeit hat sich in Sachen Medizinwissen und Technik einiges verändert und weiterentwickelt. Wer beispielsweise über die 112 einen Notruf absetzt, kann inzwischen problemlos über das Smartphone geortet werden. Die automatischen Defibrillatoren sind kinderleicht und gefahrfrei zu handhaben, dafür stellen die sich selbst abriegelnden Autos eine neue Herausforderung dar. Eines aber sei gleichgeblieben, sagt Marina Malecha: „Wer in Not gerät, möchte Hilfe bekommen.“ Und dann ist es gut, wenn jemand in der Nähe ist, der weiß, wie es geht.
Johanniter bieten Kurse, Aufklärung und digitale Unterstützung
Um möglichst viele Menschen zu erreichen, setzen die Johanniter auf hybride Schulungskonzepte, die E-Learning mit praktischen Übungen verbinden. Über Social Media, Erklärvideos und interaktive Formate informieren sie rund um die Erste Hilfe. Bei den Johannitern im Großraum Hannover dauert ein Erste-Hilfe-Kurs neun Stunden und kostet 65 Euro. Neben dem Basiskurs bieten die Johanniter weitere Module an, wie etwa „Erste Hilfe am Kind“.
Hier geht es zur Online-Kursbuchung: www.johanniter.de/erstehilfewww.johanniter.de/erstehilfe
Ein kurzes Fresh up in Erster Hilfe (19 Euro) kann hier online absolviert werden:
https://shop.johanniter.de/erste-hilfe-und-vorsorge/efreshup-erste-hilfe.html