Ein Vogelnest mit ganz viel Menschlichkeit
Braker Nachbarschaftstreff feiert 15-jähriges Bestehen
Stephan Siefken, Landrat des Landkreises Wesermarsch, nahm das Wetter mit Humor. „Wir brauchen die Sonne nicht am Himmel“, sagte er während des Sommerfestes zum 15-jährigen Bestehen des Nachbarschaftstreffs „Vogelnest“ der Wohnungsbau Wesermarsch (WBW) und der Johanniter in Brake. „Wir haben die Sonne im Herzen.“ Das war auch notwendig, denn das Fest war buchstäblich überschattet von tiefhängenden Gewitterwolken mit teilweise sturzbachartigen Regenfällen. Der guten Stimmung tat dies keinen Abbruch. Mehr als 60 Besucherinnen und Besuchern aus dem Braker Ringquartier waren gekommen, um gemeinsam zu feiern. „Ihr füllt diesen Ort Tag für Tag mit Leben, Lachen und Geschichten“, sagte Quartiersmanagerin Nadja Judaschke von den Johannitern zur Eröffnung. „Wir wollen für euch ein zweites Wohnzimmer sein, ein Ort, an dem ihr euch wohlfühlt.“ Das taten die Besucherinnen und Besucher bei Kaffee, Tee, Bratwurst vom Grill und Musik von Sabine Gal. Unterstützt wurde Judaschke bei der Organisation von Claudia Bathke von der WBW, die im Vogelnest Beratungen zu Themen wie seniorengerechten Umbau der Wohnung, Rentenangelegenheiten und Pflegeversicherung anbietet. Die Kinder der evangelischen Kindertagesstätte „Arche Noah“ unterhielten die Gäste mit Gesang und Tanz. Ein Partyzelt und die Innenräume boten Schutz vor den Regenschauern. In den wenigen trockenen Phasen betonten Siefken und Bürgermeister Michael Kurz ihre Verbundenheit zum „Vogelnest“.
„Hier ist ein Ort geschaffen worden, der für viele Menschen ein Zuhause geworden ist“, sagte Kurz, der zwar auch Aufsichtsratsvorsitzender der WBW ist, das Sommerfest des Vogelnestes aber als Bürgermeister besuchte. Die WBW wurde vertreten durch Geschäftsführerin Regina Neuke. „Das Vogelnest zeigt, was möglich ist, wenn Menschen füreinander da sind“, betonte Kurz. Das sei gerade in einer Zeit, in der viel über gesellschaftliche Spaltung gesprochen wird, besonders wichtig. „Hier begegnen sich Menschen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Herkunft und mit ganz verschiedenen Lebensgeschichten.“ „Das Vogelnest ist ein lebendiges Haus geworden“, lobte auch Landrat Siefken. „Langweilig wird es hier nie.“ Gebäude können man bauen, aber Leben entstehe erst durch Menschen. Im Vogelnest gebe es, so Siefken, „ganz viel Menschlichkeit.“
Text und Foto: Stefan Greiber