28.08.2025 | Johanniter-Kita "Die Strolche"

Das Storchenjahr in Plaußig

Ein kleiner Bericht über das Storchennest direkt über unserer Kita: Hier erfahrt ihr wie es Elfriede, Erich 2 und ihren Kindern Asterix und Obelix in diesem Jahr ergangen ist.

Das Storchenjahr 2025 kann insgesamt als durchschnittlich bis gut beurteilt werden. Die Zensus-Zählungen sind noch nicht abgeschlossen, aber anhand unseres Plaußiger Storchenpaares kann die Allgemeinsituation gut erfasst werden. Wechselhaftes Wetter mit viel Feuchtigkeit und längerer trockener Hitze fordern ihren Tribut. Unsere beiden Altstörche “Elfriede” und “Erich 2” zwei, kamen am 18. März und am 21. März an, wieder eine Woche früher als im letzten Jahr. 

2023 war die Ankunft erst am 1. April und 2022 gar erst am 10. April. Diesmal war Elfriede zuerst am Nest. Mit viel Geklapper wurde sich begrüßt und sofort Hochzeit gefeiert. Fleißig wurde am Nest gebaut und die vielen Aufstiege von Erich 2 hatten Erfolg. Am 4. April lag das erste Ei im Nest, das zweite am 6. April, und aller zwei Tage weitere zwei, so dass am 12. April fünf Eier im Nest lagen. Das war schon eine gute Quote. Am 8. Mai schlüpfte das erste Küken und im Tagestakt (was schon ungewöhnlich ist) schlüpfte das Vierte am 11. Mai. Das Fünfte kam erst am 13. Mai und schon da war zu erkennen, dass es nur einen Tag leben sollte. Die vier Jungen waren somit nur drei Tage auseinander und sollten damit gleiche Überlebenschancen haben. Aber weit gefehlt. Als ob die Altstörche das Wetter vorher gesehen haben mit Trockenheit und Hitze und somit kein Futter für die Jungstörche, wurde Küken Nr. 4 am 14. Mai und Küken Nr. 3 am 24. Mai “nachhaltig verwertet”. Das sah ziemlich grausam aus, ist aber der Natur geschuldet und war die richtige Entscheidung, denn die beiden verbliebenen Jungstörche hatten somit gute Überlebenschancen. 

Jetzt wurde fleißig gefüttert und beide Eltern beteiligten sich vorbildlich an der Futterversorgung. Ein Altstorch blieb immer auf dem Horst zum Schutz und zum Wärmen der Jungvögel.  Das Heranwachsen erfolgt recht schnell. Bereits nach 7 Wochen sind die Jungvögel so groß wie ihre Eltern und unterscheiden sich nur noch durch ihren schwarzen Schnabel und die schwarzen Beine.

Am 19. Juni wurden dann unsere Jungstörche durch Dietmar Heyder beringt mit der Kennung X 517P und X 518A und erhielten ihren Personalausweis und ihre Namen. Die Beringung wird nach neuesten Erkenntnissen  im Nest vorgenommen. Die Kindergartenkinder hatten die Namen Asterix und Obelix ausgesucht. Jetzt wurde fleißig im Nest das Fliegen geübt und am 16. Juli flog Asterix das erste Mal allein vom Nest ab zur Nahrungssuche. Obelix brauchte etwas länger und setzte am 20. Juli zum Alleinflug an. Auch das alleinige Futter suchen muss erst geübt werden. Deshalb kommen die Jungen auch am Tag gern ins Nest zurück, wenn hauptsächlich der Papa noch Futter bringt. Abends und in der Nacht ist großes Familientreffen und gemeinsames Übernachten im Horst. Das ist aber noch nicht der Abschluss eines erfolgreichen Storchenjahres in Plaußig.

 Erst wenn beide Jungstörche und die Altstörche, die etwas später starten, ihren Rückflug gen Süden antreten, können wir uns freuen. Asterix und Obelix hatten es eilig und haben sich schon Mitte August einem Trupp zum Abflug angeschlossen, Erich hat sich am 22. August verabschiedet und Elfriede brauchte die längste Zeit zur Erholung und hat dann am 25. August das Nest verlassen und eine Flugbegleitung gesucht. 

Gute Reise, ihr vier „Plaußiger“, kommt gut an und im nächsten Jahr wieder.  Unsere Storchen-Website wurde mit 425.600 Klicks sehr häufig besucht. Ein herzliches Dankeschön an alle Storchenfreunde für ihre Spende.

Leider sind  auch in diesem Jahr wieder Störche deutschlandweit jämmerlich zu Tode gekommen, weil Müll als falsche Nahrung aufgenommen wurde (siehe: nabu-leipzig.de/gummibaender). Bitte werft keinen Müll in die Natur, Wildtiere sterben durch die Unvernunft der Menschen. 

Bericht: Steffen Wagner