Brustschmerz – ist es der Magen oder das Herz?
Viele Menschen verbinden Schmerzen in der Brust sofort mit einem Herzinfarkt - der Weg führt dann häufig zum Hausarzt. Tatsächlich zeigen hausärztliche Daten, dass bei einem Großteil (bis zu 85%) der Brustschmerzfälle keine Herzerkrankung die Ursache ist.
Die Auslöser sind verschieden: muskuloskelettale Beschwerden (Brustwandsyndrom, Rippen, Gelenkstrukturen), Stress, Refluxkrankheit (Sodbrennen), Zwerchfellbruch, Herzinfarkt oder andere Erkrankungen können Brustschmerzen verursachen. Unser Infoabend am 17. September um 18 Uhr klärt auf und unsere Fachärzte stehen anschließend für Fragen zur Verfügung.
Unsere Klink für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Koloproktologie und Dialyseshuntchirurgie lädt zum Infoabend ein. Oberarzt Stratos Chondros möchte zusammen mit dem Gastredner und Chefarzt unserer Klinik für Kardiologie, Prof. Dr. Gunnar Plehn, mögliche Ursachen von Brustschmerz aufzeigen, Wissen vermitteln und Fragen beantworten.
Stratos Chondros: „Brustschmerzen haben eine große Bandbreite an möglichen Ursachen. Das Spektrum reicht von harmlos bis lebensbedrohlich.
Die Refluxkrankheit beziehungsweise Sodbrennen zählt zu den häufigen nicht kardialen Ursachen. Ein Zwerchfellbruch kann Reflux verursachen und je nach Ausmaß des Zwerchfellbruchs auch Herzschmerzen vortäuschen. Die Ursachen und Symptome sind also sehr verschieden und vielschichtig.“
Die DEGAM (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin) weist in ihrer aktuellen Leitlinie „Brustschmerz“ darauf hin, dass Patientinnen und Patienten mit diesem Symptom häufig eine Hausarztpraxis aufsuchen.
In der Zentralen Notaufnahme unseres Krankenhauses gehören dagegen Herzinfarkt und Brustschmerzen zu den häufigsten Hauptdiagnosen – Top 3 in 2025.
Prof. Dr. Gunnar Plehn: „Der Brustschmerz ist gewissermaßen das Chamäleon unter den Symptomen – die Ursachen sind so verschieden, dass ein medizinisch strukturiertes Vorgehen aller Fachbereiche bei der Diagnostik absolut notwendig ist, wie es z.B. bei uns bereits in der Zentralen Notaufnahme erfolgt. Allein beim Herzinfarkt gibt es starke Unterschiede zwischen Frau und Mann. Während der Herzinfarkt sich beim Mann eher über starke Brustschmerzen äußert, sind die Anzeichen bei der Frau eher Übelkeit, Erbrechen, eine unerklärliche Erschöpfung, starke Atemnot sowie Rückenschmerzen.“
Beide Fachärzte raten dazu, starke oder neu auftretende Brustschmerzen immer ärztlich abklären zu lassen. Auch eine Lungenembolie oder der Einriss der Hauptschlagader können eine Ursache sein. Verlassen Sie sich nicht allein auf Informationen aus dem Internet oder auf Einschätzungen aus Ihrem persönlichen Umfeld. Bei langanhaltenden Brustschmerzen, die länger als 5 Minuten anhalten, gilt nach wie vor: Rufen sie sofort die 112 an! Denn „Zeit ist Muskel“ - sprich beim Herzinfarkt zählt jede Minute. Je schneller ein Patient in die Klinik kommt und ein verschlossenes Herzkranzgefäß wieder eröffnet wird, desto mehr Herzmuskelgewebe kann erhalten werden.