12.05.2026 | Johanniter-Krankenhaus Gronau

Der 12. Mai ist der Tag der Pflege

Für eine starke und sichtbare Pflege - im engen Zusammenspiel aller Berufsgruppen steht die professionelle Pflege im Zentrum jeder guten Versorgung.

Mit vielfältigen Maßnahmen setzen sich die Johanniter-Kliniken dafür ein, die Pflege in ihrer Eigenständigkeit und Kompetenz zu stärken sowie ihre Bedeutung auf verschiedensten Ebenen sichtbar zu machen.

Fotoquelle: Guido Fassbender

Dennoch bleibt vieles vom dem, was sie leistet, im Klinikalltag oft im Hintergrund. Zwischen wachsender Verantwortung und steigender Anforderungen braucht es daher heute mehr denn je klare Strukturen sowie konkrete Ansätze, die die Pflege in ihrer Eigenständigkeit und Kompetenz stärken und ihre Bedeutung sowohl nach außen als auch nach innen sichtbar machen. Dies im Blick, nimmt das Johanniter-Krankenhaus Gronau den Tag der Pflegenden am 12. Mai zum Anlass, um die damit verbundenen Herausforderungen und Lösungsansätze in den Fokus zu rücken.

„Pflege ist ein entscheidender Faktor für Qualität, Sicherheit und den gesamten Versorgungserfolg. Das erleben wir täglich in unserem Krankenhaus. Voraussetzung dafür sind gut qualifizierte und motivierte Mitarbeitende. Wenn wir Pflege zukunftsfähig aufstellen wollen, müssen wir gezielt an drei Punkten ansetzen: Struktur, Kompetenz und Sichtbarkeit“, erläutert Susanne Kühle, Pflegedirektorin des Johanniter-Krankenhauses Gronau. Zur Stärkung der professionellen Pflege gehöre daher vor allem eines: eine klare Weiterentwicklung ihrer Rolle im Behandlungsprozess. Denn „Pflege darf nicht nur ausführen. Pflege muss verbindlich in klinische Entscheidungen eingebunden sein – in Visiten, Fallbesprechungen und interdisziplinäre Boards.“ 

Mit einer gemeinsamen Strategie und konkreten Projekten die Pflege in den Fokus rücken
Vor diesem Hintergrund erarbeiten die Johanniter-Kliniken in Kooperation mit dem Institute for Applied Innovation in Healthcare (ITAC) der Akkon Hochschule in Berlin derzeit eine neue Pflegestrategie. „Ziel bis 2028 ist es, die Weichen in unseren Kliniken so zu stellen, dass wir diese Entwicklung systematisch verankern und Pflege fachlich, akademisch und strukturell auf die zukünftigen Anforderungen vorbereiten“, so Karl Poersch, Referatsleiter Pflegemanagement und -strategie der Johanniter GmbH.

Klare Entwicklungspfade und Perspektiven
Im ersten Schritt muss die Basis gesichert werden: eine qualitativ hochwertige und praxisnahe generalisierte Ausbildung in den Kliniken. Diese Ausbildung bildet das Fundament. Parallel dazu müssen gezielt Entwicklungsmöglichkeiten geschaffen werden – für fachliche Vertiefung, Kompetenzerweiterung und den Zugang zur Akademisierung. Beides gehört zusammen.

„Ein wichtiger Punkt ist, sich aktiv mit dem Thema Akademisierung auseinanderzusetzen und unseren Mitarbeitenden diesen Weg zu ermöglichen. Pflegende brauchen klare Entwicklungspfade – von der Ausbildung über Spezialisierungen bis hin zu akademischen Laufbahnen. Dazu gehören echte Perspektiven, fachliche Entwicklungsmöglichkeiten und die Chance, Verantwortung zu übernehmen“, bestätigt Susanne Kühle. Karl Poersch fügt zugleich hinzu: „Diese Weichen stellen wir gemeinsam mit unseren Oberinnen, den Pflegedirektionen und der Johanniter-Schwesternschaft. Nur im abgestimmten Vorgehen gelingt es, Strukturen nachhaltig in den Kliniken zu verankern und weiterzuentwickeln.“

Stärkere Sichtbarkeit der Pflege nach innen und nach außen
Parallel arbeiten die Johanniter-Kliniken verstärkt an der Sichtbarkeit der Pflege. Ziel ist es, die Expertise der Mitarbeitenden gezielt zu betonen und das professionelle Selbstverständnis der Pflege deutlicher in der Öffentlichkeit zu verankern, etwa mit einer gezielten Social-Media-Kampagne, um insbesondere jüngere Zielgruppen zu erreichen und die Pflege modern zu präsentieren.

Richtungsweisende Impulse setzen die Johanniter-Kliniken auch auf interner Ebene. So etwa mit Pflegesymposien, die gezielt Raum für fachlichen Austausch bieten, pflegerische Herausforderungen beleuchten und neue Perspektiven für die Weiterentwicklung der Pflege eröffnen. Nach dem erfolgreichen Auftakt im vorherigen Jahr liegt 2026 der Fokus auf dem Thema Praxisentwicklung – in Kooperation mit der Akkon Hochschule in Berlin.

Damit Pflege tragfähig bleibt
So wichtig konkrete Maßnahmen in einem aufeinander abgestimmten Gesamtsystem sind, so deutlich wird auch: Die Rahmenbedingungen müssen stimmen. Um hohe Qualitätsstandards in der Pflege aufrechtzuerhalten, braucht es verlässliche und bedarfsgerechte Strukturen. „Pflege stellt dabei keinen Kostenfaktor dar, sondern ist vielmehr zentraler Bestandteil einer individuell ausgerichteten Versorgung. Entscheidend ist deshalb, dass sich das Pflegebudget am tatsächlichen Bedarf der Patientinnen und Patienten orientiert und nicht umgekehrt. Nur so lassen sich Qualität und Patientensicherheit dauerhaft sichern. Eine pauschale Begrenzung, wie sie derzeit in der gesundheitspolitischen Debatte diskutiert wird, würde diesem Anspruch nicht gerecht“, betont Karl Poersch.