Die Führungskraft im Hintergrund
Ortsbeauftragter Andreas Rempe mit Ehrenamtspreis der Gemeinde Garrel ausgezeichnet
„Wir bringen heute Menschen in den Fokus, die den Zusammenhalt in unserer Gemeinde fördern“, sagte Bürgermeister Thomas Höffmann am vergangenen Mittwochabend während des Festempfangs zur Verleihung des Ehrenamtspreises der Gemeinde Garrel. Ehrenamtliches Engagement erfordere viel körperlichen und geistigen Einsatz, aber auch Geduld im Kampf mit der Bürokratie und gegen Anfeindungen aus ganz unterschiedlichen Richtungen. „Aber sie erwarten keinen Applaus, kein Geld, sondern handeln aus Überzeugung“, sagte Höffmann. Deshalb wolle die Gemeinde dieses Engagement mit der Verleihung des Ehrenamtspreises würdigen. Einer der drei Geehrten ist Andreas Rempe, Ortsbeauftragter des Ortsverbandes Garrel der Johanniter-Unfall-Hilfe. „Ihr Einsatz macht den Unterschied“, betonte Johann Wimberg, Landrat des Landkreises Cloppenburg. „Im Leben der Menschen, denen geholfen wird. Aber auch im Leben derer, die helfen.“ Neben Rempe wurden die stellvertretende Koordinatorin Einsatzwesen im DRK-Kreisverband Cloppenburg, Katharina Grundau, sowie ihr Ehemann Markus, Hauptlöschmeister der Freiwilligen Feuerwehr Garrel, ausgezeichnet.
Andreas Rempe trat 2008 dem Ortsverband Garrel der Johanniter-Unfall-Hilfe ein. Zunächst engagierte er sich im Sanitätsdienst, wurde aber schon ein Jahr später zum Ortsjugendleiter gewählt. Je größer der Ortsverband wurde, umso mehr organisatorische Dinge mussten erledigt werden. Die Stärke von Andreas war seit jeher das Machen, das Erledigen. Nicht lange reden, keine endlosen Arbeitskreis-Sitzungen und Beratungsrunden, sondern hingehen und ausführen. Vor allem, wenn irgendwo eine Hand oder ein starker Arm und handwerkliches Geschick benötigt wird. Garrel wurde für die Johanniter zu einem Hotspot der Dinge, die sie für die Erledigung ihres satzungsgemäßen Auftrags nicht brauchen, bei denen es aber gut ist, sie zu haben. Dazu gehören zum Beispiel Großspielgeräte wie Hüpfburgen und ein Bungee-Run, Spielgeräte, Popcorn- und Slusheis-Maschine. Verwaltung und Instandhaltung liegen bei Andreas in genau den richtigen Händen. Und während im Regionalverband noch darüber nachgedacht wurde, wie die Johanniter-Bobbycars am besten transportiert werden können, hatte Andreas schon eine fahrbare Bobbycar-Garage gebaut, in der auch der gesamte Parcours mit Verkehrsschildern und Mini-Ampel Platz findet. So viel Praxisnähe schlägt sich auch im Führungsstil nieder. Andreas ermöglicht seinen Helferinnen und Helfer, ihre Bereitschaft für Engagement auch auszuleben, Dinge zu machen, sich einzubringen. Der Verband ist stetig gewachsen und stellt heute eine Sanitätsgruppe für den Landeseinsatzzug Niedersachsen, besetzt einen ehrenamtlichen Rettungswagen und sichert zahllose Veranstaltungen sanitätsdienstlich ab.
Im November 2014 wurde Andreas Rempe zum stellvertretenden Ortsbeauftragten ernannt, am 15. Dezember 2015 vollzog er einen Ämtertausch mit dem damaligen Ortsbeauftragten Michael Brüntjen, der dadurch bis heute zu Rempes Stellvertreter wurde und natürlich ebenfalls bei der Feier im Ortsverband dabei war. Michael fehlte als Außendienstmitarbeiter beim Marktführer in Befestigungs- und Montagetechnik die Zeit, sich um den immer größer werdenden Verband zu kümmern. „Wie man sieht, war das damals die richtige Entscheidung“, sagt er heute. „Der Ortsverband Garrel ist bei Andreas in den besten Händen.“ Die sieht auch die Helferschaft so und nahm ihren Ortsbeauftragten im Anschluss an die Festveranstaltung mit einem großen Hallo und blinkenden Blaulichtern in der Dienststelle in Empfang. Stolz und Freude über die verdiente Auszeichnung war allen anzusehen. „Wir sind heute hier, um dir zu deiner mehr als verdienten Auszeichnung zu gratulieren“, sagte Jan Ferneding. Der Ausbildungsleiter des Ortsverbandes Garrel hatte im Namen der Helferschaft Andreas für die Ehrung vorgeschlagen. „Wir wollten mit dem Ehrenamtspreis auch mal deine ehrenamtliche Arbeit sichtbar machen.“
Darüber freute sich auch Regionalvorstandsmitglied Dieter Meyer: „Für uns sind Sie sowas wie eine Allzweckwaffe. Wann immer wir ein Problem haben, Sie finden immer eine Lösung.“ Dabei spiele er sich nie in den Vordergrund, sondern bleibe lieber im Hintergrund. Die Auszeichnung sei mehr als verdient. „Der Einsatz der Johanniter hier in Garrel ist sehr segensreich“, befand Pastor Holger Ossowski, Ortsverbandspastor der Garreler Johanniter. „Du bist, lieber Andreas, hier ein Teil der Johanniter. Deshalb ist diese Auszeichnung ein Stück weit eine Auszeichnung für euch alle.“