Dorothea Deppermann besucht Johanniter in Münster
Obdachlosenhilfe und Katastrophenschutz im Fokus
bei Extremwetterlagen oder mitten im Alltag auf der Straße – Hilfe muss funktionieren, wenn sie gebraucht wird. Und sie muss Menschen erreichen, die sonst schnell durchs Raster fallen“, sagt Markus Haubrich, Regionalvorstand der Johanniter für Münsterland und Soest, zu Beginn des Besuchs von Dorothea Deppermann bei den Johannitern in Münster. Anlass des Rundgangs: sich ein Bild von den vielfältigen Aufgaben der Hilfsorganisation zu machen – vom Rettungsdienst bis hin zum Katastrophenschutz oder der Obdachlosenhilfe.
Johanniter schließen eine Versorgungslücke
Erste Station ist die Johanniter-Obdachlosenhilfe. Das Fahrzeug steht einsatzbereit in der Fahrzeughalle. Hier geben Ehrenamtliche das ganze Jahr über täglich rund 70 warme Mahlzeiten und Getränke aus. Was 2022 als reine Kältehilfe begann, ist längst ein fester Bestandteil der Unterstützung wohnungsloser Menschen in Münster geworden. „Doch es geht um mehr als Suppe und Tee“, erklärt Markus Haubrich. „Es geht um Begegnung, um Würde und darum, Menschen das Gefühl zu geben, nicht übersehen zu werden.“
Darum geht es auch bei der mobilen mobilen Wundversorgung, die seit einem Jahr wöchentlich, und neuerdings zwei Mal die Woche, Hilfe für Menschen am Bremer Platz anbietet, die sonst kaum Zugang zu medizinischer Versorgung hätten. Bis zu acht Behandlungen pro Termin werden von medizinischen Fachkräften und mindestens einer Ärztin oder einem Arzt übernommen.
Auf den Ernstfall vorbereitet
Direkt daneben finden sich die Fahrzeuge für den Katastrophenschutz – bundesweit erkennbar durch ihre beige Farbe, die sich klar von Fahrzeugen der Polizei oder Feuerwehr unterscheiden sollen. Spätestens hier rückt der Katastrophenschutz in den Mittelpunkt. Zwischen Rettungswagen und Einsatzfahrzeugen fällt ein Fahrzeug sofort ins Auge: der Unimog. „Beim Schneechaos 2022 war der Unimog das einzige Fahrzeug, das sich durch den Tiefschnee kämpfen konnte und rechtzeitig zu einer laufenden Reanimation gelangte, während andere Fahrzeuge steckenblieben“, berichtet Markus Haubrich.
Der Besuch macht deutlich: Extremwetterlagen sind keine abstrakte Zukunftsfrage, sondern auch in Münster Realität. Deshalb geht es an diesem Tag nicht nur um Technik, sondern um die zentrale Frage: Wie gut ist Münster für zukünftige Katastrophen gerüstet? Und was braucht es, damit der Katastrophenschutz zuverlässig funktioniert – personell, technisch und organisatorisch?
Dorothea Deppermann betont: „Obdachlosenhilfe und Katastrophenschutz brauchen verlässliche politische Rahmenbedingungen. Ehrenamtliches Engagement darf nicht davon abhängen, wie gut Projekte improvisieren können – es braucht langfristige Finanzierung, klare Zuständigkeiten und eine Infrastruktur, die auch in Krisen trägt.“ Als Landtagsabgeordnete sei es ihre Aufgabe, genau diese Voraussetzungen im Blick zu behalten und sich für eine stärkere Unterstützung der Hilfsorganisationen einzusetzen.
Markus Haubrich unterstreicht die Bedeutung dieses Austauschs: „Wir stehen als fachliche Ansprechpartner jederzeit zur Seite – umso wichtiger ist es, dass unsere Erfahrungen aus der Praxis auch in politische Entscheidungen einfließen.“