Tag der Begegnung – Ein Schatz für die Zukunft
Was könnte ein Haus alles erzählen, wenn es sprechen könnte? Im heutigen Kita FuchsBau wurde früher gelernt, gewohnt und Feuerwehrdienst geleistet. Für den „Tag der Begegnung“ wurden Menschen eingeladen, die diese Zeit selbst erlebt haben.
Ein Haus kann viele Leben haben. Das der Kita FuchsBau in Isernhagen F.B. ist besonders vielfältig. Das Gebäude war einst Schule, Wohnhaus und Feuerwehrstation. Was sich hier früher abspielte, ist für die Kinder heute kaum vorstellbar. Umso größer war ihre Neugier, als sie begannen, sich mit der Geschichte ihres Hauses zu beschäftigen. Daraus entstand die Idee zum „Tag der Begegnung“. Menschen, die die Geschichte des Hauses selbst erlebt haben, wurden in die Kita eingeladen, um ihre Erinnerungen mit den Kindern zu teilen.
Einige waren zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder an dem Ort, an dem sie einst zur Schule gegangen waren. Andere hatten Fotografien, Videos und auch Kunstwerke dabei, die sie als Kinder in der damaligen Kunstschule angefertigt hatten.
Besonders eindrucksvoll war für die Kita-Leiterin Anne Bergmann die Begegnung mit ehemaligen Schülerinnen, die zwischen 1963 und 1987 eingeschult worden waren. Sie erzählten von einer Zeit, in der die Schule lediglich zwei Klassen umfasste. Rückblickend schätzten sie besonders die überschaubare und familiäre Atmosphäre dieser Zeit, berichtet Bergmann. „Es war wirklich ein wunderschönes Fest. Wir haben versucht, ihnen einfach auch ganz viel Aufmerksamkeit zu geben und ihnen zuzuhören“, sagt die Kita-Leiterin.
Schon vor dem Treffen hatten sich die Kinder gemeinsam mit dem sozialpädagogischen Team alte Fotografien angesehen. Darauf waren Menschen zu sehen, die einst selbst durch die Räume des heutigen FuchsBaus gegangen waren. Ein Foto von einem Faschingsfest sorgte dabei für besonderes Staunen. „Das war vor 50 Jahren und gefühlt hätte das auch heute sein können. Es sah gar nicht so unähnlich aus“, erzählt die Johanniterin. Die Kinder stellten fest, wie vertraut manches wirkte und gleichzeitig, wie weit diese Zeit zurückliegt. „Da war ich ja noch gar nicht auf der Welt“, bemerkten einige von ihnen.
Aus der Beschäftigung mit der Vergangenheit entstand schließlich eine Idee, die den Blick noch weiter lenkt: in die Zukunft. Die Kinder wollten selbst etwas hinterlassen, das später einmal von ihrer Zeit erzählt. Eine Schatzkiste soll deshalb bewahren, was heute wichtig ist. Die mitgebrachten Fotos und Erinnerungen werden gesammelt, ebenso die Eindrücke des Tages. In 25 Jahren soll die Kiste geöffnet werden – gemeinsam mit den Kindern, die sie gefüllt haben.
Auch wenn sich die Nutzung des Hauses im Laufe der Jahre verändert hat, ist der familiäre Charakter des Ortes geblieben.
„Unsere Kita ist ein Ort, an dem Kinder gesehen werden, an dem Gemeinschaft entsteht und an dem Menschen schöne Erinnerungen sammeln“, sagte Anne Bergmann.