„Endo March“ – weltweiter Awareness-Monat für Endometriose
Wenn Schmerz zum monatlichen Begleiter wird
Endometriose gilt als eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen, die unbehandelt weitreichende Folgen haben kann: Angefangen bei starken zyklusabhängigen Schmerzen über Verwachsungen und Verklebungen bis hin zu Unfruchtbarkeit. Allein in Deutschland sind zwei bis sechs Millionen Frauen betroffen, jährlich kommen mehr als 40.000 hinzu. Dennoch bleibt Endometriose häufig unentdeckt. Dies im Blick, nehmen die Johanniter-Kliniken den Monat März, der als „Endo March“ weltweit im Zeichen der Aufklärung über Endometriose steht, zum Anlass, um mehr Bewusstsein für die Erkrankung zu schaffen und Betroffenen hilfreiche Informationen zu geben.
Was ist Endometriose?
„Endometriose bezeichnet Gewebe, ähnlich dem der Gebärmutterschleimhaut, auch Endometrium genannt, das sich außerhalb der Gebärmutterhöhle ansiedelt. Diese krankhaften Wucherungen können sich an den Eierstöcken, den Eileitern oder dem Bauchfell befinden. In ausgedehnten Fällen sind auch Organe, wie z. B. die Harnblase oder der Darm betroffen“, erklärt PD Dr. Darius Salehin, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und Leiter des Endometriosezentrums am Ev. Krankenhaus Bethesda in Mönchengladbach sowie der Johanniter-Kliniken Bonn.
Worauf Frauen achten sollten
Noch immer sind viele Betroffene über Jahre hinweg der Annahme, starke Regelschmerzen seien normal. Dies bestätigt auch PD Dr. Darius Salehin: „Häufig erleben wir, dass Frauen zu wenig gehört werden, wenn sie unter starken Regelschmerzen leiden. Denn das Stigma, dass monatliche Schmerzen zum Alltag einer Frau dazugehören, hält sich zum Teil leider weiterhin.“ Dies sei auch der Grund, weshalb es durchschnittlich immer noch rund sieben Jahre bis zu einer Diagnose dauert. „Wichtig ist deshalb zu wissen: Starke Regelschmerzen, die den Alltag einschränken und hohe Dosen an Schmerzmittel notwendig machen, sind ein eindeutiges Warnsignal.“ Der Endometriose-Experte ermutigt Frauen daher bei dem Verdacht, an Endometriose erkrankt zu sein, sich gezielt über Symptome und mögliche Behandlungswege zu informieren sowie in einem nächsten Schritt, die behandelnde Gynäkologin bzw. den behandelnden Gynäkologen aktiv auf die Erkrankung und mögliche Therapieansätze anzusprechen.
„Kommen zusätzliche Beschwerden, wie z. B. Schmerzen beim Wasserlassen, beim Geschlechtsverkehr, bei der Verdauung oder auch ein unerfüllter Kinderwunsch hinzu, sollte die Abklärung der Symptome darüber hinaus in einem Endometriosezentrum erfolgen“, so PD Dr. Darius Salehin.
Was die Behandlung in einem zertifizierten Endometriosezentrum besonders macht
Umfassende Diagnostik und fachkundige Expertise auf neuestem Stand medizinischer sowie therapeutischer Erkenntnisse erhalten betroffene Frauen im zertifizierten Endometriosezentrum am Ev. Krankenhaus Bethesda in Mönchengladbach. Dazu zählen neben gynäkologischen Tast- und Ultraschalluntersuchungen, medikamentösen sowie ergänzenden Therapien, wie Homöopathie, Akupunktur und Ernährungsberatung, insbesondere auch minimal-invasiv durchgeführte Bauchspiegelungen. Hierbei handelt es sich um einen schonenden Eingriff mit Gewebeentnahme und anschließender feingeweblicher Untersuchung, auch Laparoskopie genannt, mithilfe derer nicht nur eine eindeutige Diagnosestellung, sondern auch die schonende Entfernung bereits bestehender Endometrioseherde möglich ist.
„Wir sind stolz, seit 2020 bundesweit als erstes Endometriosezentrum das Zertifikat ‚Goldenes Chamäleon‘ der Endometriose-Vereinigung Deutschland e. V. zu tragen“, freut sich PD Dr. Darius Salehin. Hierbei handelt es sich um eine Auszeichnung der Endometriose-Vereinigung Deutschland aus Patientinnensicht, die vor allem die ganzheitliche Versorgung in den Mittelpunkt rückt. Ziel ist es, Patientinnen gezielt zu unterstützen, eine Klinik bzw. ein Endometriosezentrum wählen zu können, das nachweislich eine psychosoziale Unterstützung und Selbsthilfefreundlichkeit vorweisen kann.
Auch für die Johanniter-Kliniken Bonn ist zeitnah eine entsprechende Zertifizierung angestrebt, da auch das dortige Team unter Leitung von PD Dr. Darius Salehin sämtliche Kriterien für das Gütesiegel des „Goldenen Chamäleons“ erfüllt.