21.09.2026 | Regionalverband Schleswig-Holstein Süd/Ost

Erste Übung der Medical Task Forces Schleswig-Holstein

Am vergangenen Wochenende fand auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne in Boostedt die erste Übung der beiden in Schleswig-Holstein stationierten Medizinischen Task Forces des Bundes statt

Tim Carstensen, Ehrenamtlicher bei den Johannitern aus Lübeck, erläutert Innenministerin Magdalena Finke die Transportorganisation.
Tim Carstensen, Ehrenamtlicher bei den Johannitern aus Lübeck, erläutert Innenministerin Magdalena Finke die Transportorganisation.

Eine Medical Task Force (MTF) besteht aus 27 Fahrzeugen und 138 Einsatzkräften. Mit den jeweils fünf Teileinheiten (Führungsgruppe, Behandlungsbereitschaft, Dekontamination von Verletzten, Patiententransportgruppe und Logistikzug) wird bei länderübergreifenden Großschadenslagen sowie im Spannungs- und Verteidigungsfall sichergestellt, das umfangreiche Hilfsgüter und viele Einsatzkräfte schnell sinnvolle Hilfe vor Ort leisten können.

Die MTF ist zur Unterstützung bzw. Ergänzung und Ablösung der Einheiten des Landeskatastrophenschutzes sowie des Sanitätsdienstes in der Versorgungsstufe 4 (Spannungs- und Verteidigungsfall) im Bereich der präklinischen Versorgung bei einem Massenanfall von Verletzten (MANV) – insbesondere in dynamischen Flächenlagen bei zu erwartender zerstörter Infrastruktur – vorgesehen.

So sind die Medical Task Forces in Schleswig-Holstein aufgebaut

Die MTF 1 und 2 (von insgesamt 61) sind in Schleswig-Holstein stationiert und gleichmäßig über die Gebietskörperschaften und Trägerorganisationen verteilt. In Verantwortung der Johanniter nahmen folgende Teileinheiten teil:

  • drei GW San der Behandlungsbereitschaft
  • drei KTW Typ B ZS der Patiententransportgruppe
  • eine MTF der Führungsgruppe
  • eine MTF der Dekon-V-Einheit
  • personelle Besetzung eines Logistikzuges

Ergänzt wurde die Aufstellung durch Johanniter-Kräfte aus der Gruppe Führung und Logistik des Landeskatastrophenschutzes. Der Ortsverband Bad Oldesloe hat im Bereich Sichtung, Totenablage und Patiententransportorganisation teilgenommen.

Aufbau von Behandlungszelten

An drei Tagen lernten sich alle Einsatzkräfte vor Ort kennen und bauten unter teils widrigen Wetterumständen zunächst die Unterkunftszelte für die Übungsteilnehmenden auf. 20 typische sogenannte SG-30 wurden mit Bodenankern fixiert und mit Zeltheizungen für jeweils bis zu 8 Personen vorbereitet. Am Samstag wurden die stationären Einrichtungen aufgebaut und der Patientendurchlauf mittels Patientenanhängekarten erprobt. Von der Dekontamination über die Triage in die Behandlungszelte ging es zur Transportorganisation. Auch der Abtransport mit den teils geländegängigen Krankentransportwagen konnte in der Fahrerschulung auf dem teils durchweichten unebenen Gelände geübt werden.

Besuch der Innenministerin Magdalena Finke

Am Samstagnachmittag nahm Innenministerin Magdalena Finke die Übung in Augenschein. Bei diesem Rundgang konnten sich auch Mitglied im Regionalvorstand Yonathan Arnold (RV SHSO) und KatS-Bereichsleiter Nicolas Tobaben (RV SHNW / LG) einen Eindruck von der ehrenamtlichen Arbeit machen. Lisa Ohsoling aus unserem Regionalverband führte die Gruppe durch die Behandlungsbereitschaft. Als vom Land berufene Ausbilderin für die MTF erläuterte sie fachkundig die einzelnen Schritte und Stationen.

Überall zeigte die Ministerin sich sehr beeindruckt von den Möglichkeiten, den Fähigkeiten und ganz besonders dem rein ehrenamtlichen Engagement der Mitwirkenden. Zum Abschluss sprach sie in der Führungsstelle stellvertretend für alle ihren besonderen Dank aus.

Diese Vollübung soll in Zukunft alle zwei Jahre stattfinden.