29.05.2026 | Landesgeschäftsstelle Sachsen

Feierliche Eröffnung des AKKON II in Heidenau

Das AKKON II markiert einen wichtigen Meilenstein für den Bevölkerungsschutz im Großraum Dresden. Als Teil der AKKON-Strategie setzen die Johanniter auch hier auf moderne Infrastruktur durch nachhaltige Sanierungs- und Umbaumaßnahmen.

Eröffnungsrede des Staatsministers des Innern, Armin Schuster

Zahlreiche Gäste nahmen am 28. Mai 2026 an der feierlichen Eröffnung des Erweiterungsbaus AKKON II in Heidenau teil. Mit dem Bauabschluss wurde ein wichtiger Meilenstein für den Bevölkerungsschutz in Sachsen erreicht. Während seiner Festrede betont der Sächsische Staatsminister des Innern, Armin Schuster: „Das erweitere Einsatzzentrum der Johanniter stärkt den Bevölkerungsschutz in der gesamten Region. Das Projekt zeigt die zentrale Bedeutung der Hilfsorganisationen für unsere Sicherheitsarchitektur. Ich freue mich, dass der Freistaat den Neubau AKKON II mit über 640.000 Euro fördern konnte.“ 

Heidenau versorgt bis zu 200 Menschen autark

Die Planung des ersten Bauteils AKKON I begann bereits 2018. Mit dem Erweiterungsbau AKKON II, dessen Bau 2024 startete, geht nun der gesamte Komplex in den Vollbetrieb. Auf rund 2.270 Quadratmetern steht moderne Infrastruktur für den ersten Katastrophenschutz‑Einsatzzug Pirna/Landkreis Sächsische Schweiz‑Osterzgebirge, sechs Einsatzfahrzeuge sowie Schulungs-, Verwaltungs-, Umkleide‑ und Sanitärräume zur Verfügung. Im Katastrophenfall können im AKKON Heidenau bis zu 200 Menschen für mehrere Tage autark versorgt werden. Dazu verfügt der Standort über:

  • Photovoltaikanlagen und ein Notstromaggregat
  • eigene Brunnen‑ und Abwasserinfrastruktur
  • zusätzlich einen Betreuungsplatz für bis zu 1.000 Evakuierte

„Uns ist schon lange klar, dass wir nur resilient werden können, wenn wir den Bevölkerungsschutz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begreifen“, betonte Carsten Herde, Mitglied des Landesvorstandes Sachsen der Johanniter‑Unfall‑Hilfe e. V. „Warten und Reden war nicht unser Ansatz, sondern Tun. Dazu brauchen wir alle im System Verantwortlichen – von der Politik bis zu den Menschen, die ehrenamtlich in den Einheiten des Bevölkerungsschutzes arbeiten. Nur so können wir es schaffen, den überwältigenden Nachholbedarf aufzuarbeiten.“

Vorstandskollege Denis Papperitz aus dem Johanniter‑Regionalverband Dresden ergänzt: „Das, was wir Johanniter hier vorausschauend auf die Beine gestellt haben, sucht seinesgleichen. All das wäre ohne die ehrenamtlichen Johanniterinnen und Johanniter nicht denkbar gewesen. Im Ehrenamt leisten sie sachsenweit im Jahr über 100.000 Stunden gemeinnützig. Einige der Aktiven bringen im Bevölkerungsschutz jährlich über 1.000 Stunden ein – pro Person.“

Doppelnutzung macht Millionen‑Investitionen möglich

Allein in Heidenau haben die Johanniter rund 5,5 Millionen Euro investiert, davon 640.000 Euro aus Fördermitteln des Freistaates Sachsen. Möglich werden diese Investitionen vor allem durch eine konsequente Doppelnutzung: Im Normalbetrieb dienen die Gebäude als Standort für Rettungs- und Fahrdienste, als Ausbildungs- und Seminarräume sowie als Trainingsflächen für Haupt- und Ehrenamt. Im Katastrophenfall werden sie in kurzer Zeit zu einem sicheren Rückzugs- und Versorgungsort für Betroffene. „Unsere Zentren zeigen, was möglich ist, wenn man vorhandene Gebäude wie die ehemaligen Autohäuser in Heidenau und Aue energetisch saniert und intelligent umnutzt. Doch um die Lücken im Bevölkerungsschutz wirklich zu schließen, braucht es mehr als Einzelprojekte. Wir brauchen eine verlässliche, gemeinsame Kraftanstrengung von Bund, Ländern, Kommunen und den Hilfsorganisationen — und Menschen, die bereit sind, sich ehrenamtlich zu engagieren“, erklärt Carsten Herde.

Nachholbedarf im Bevölkerungsschutz

Fachleute und Hilfsorganisationen kritisieren seit Jahren erhebliche Defizite im deutschen Zivil‑ und Katastrophenschutz: veraltete Infrastruktur, fehlende Schutzräume, Lücken im Sirenennetz und ein massiver Investitionsstau. Die vom Bund angekündigten zehn Milliarden Euro gelten als wichtiges Signal, sind aber bei weitem nicht ausreichend, um die Versäumnisse vergangener Jahrzehnte aufzuholen.

Um dem entgegenzuwirken, haben die Johanniter in Sachsen gemeinsam mit dem Freistaat bislang rund 12 Millionen Euro in moderne investiert. Dort können hunderte Menschen in Krisenlagen versorgt werden. Gleichzeitig sind die Zentren Heimatbasis für Haupt‑ und Ehrenamt im Bevölkerungsschutz. Weitere Schutzzentren sind in Planung.

Zerschneiden des Bandes v.l.n.r mit Sophie Koch, Mitglied des Sächsischen Landtages
Denis Papperitz, Mitglied des Regionalvorstandes, Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Regionalverband Dresden, Ines Saborowski, Vizepräsidentin im Sächsischen Landtag
Armin Schuster, Sächsischer Staatsminister des Innern, Carsten Herde, Mitglied des Landesvorstands Sachsen, Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Weihung des Gebäudes durch Margarete Aichinger, Verbandspfarrerin der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., Regionalverband Dresden