Feierliche Eröffnung des Tiny-Houses
Ort der Gemeinschaft im Edo-Quartier Elsfleth
Am Freitag, 24. April hatten sich am Vormittag zur feierlichen Eröffnung des Tiny-Houses Mitwirkende und Projektpartner versammelt. Nachmittags folgte ein Aktionstag mit Kaffee und Kuchen für die Anwohnenden, um das Projekt kennen zu lernen und Ideen einzubringen. Das Programm im Tiny-House soll nach und nach gemeinsam ausgebaut werden und auch ein Name wird noch gesucht. Das Tiny-House ist der neue Mittelpunkt des Nachbarschaftstreff Edo-Quartier in der Edo-Schröder-Siedlung in Elsfleth der Wohnungsbau Wesermarsch (wbw) und der Johanniter-Unfall-Hilfe.
Das Tiny-House ist auf einem Anhänger installiert. Auf einem zweiten Anhänger befindet sich die Terrasse. Beides ist miteinander verbunden und wird über eine Rampe erreicht. Das Tiny-House besteht aus einem großzügigen Zimmer mit Sitzgelegenheiten, einer Küchenzeile und einem Raum mit Waschbecken und WC. Das Haus ist mobil, damit es zu den Menschen kommen kann und Quartiersarbeit auch an anderen Orten der Wesermarsch erlebbar wird. Der Standort in Elsfleth ist im Rahmen des Förderprojektes für voraussichtlich die nächsten 2 Jahre fest.
Quartiersarbeit bietet eine niederschwellige Möglichkeit zur sozialen Teilhabe mit Beratungs- und Gruppenangeboten und Freizeitaktivitäten, die die Möglichkeit zum Kennenlernen bieten und Einsamkeit vorbeugen. Die Arbeit von Quartiersmanagerin Reimers und die Angebote, die im Tiny House stattfinden, werden gefördert durch die Landesarbeitsgemeinschaft soziale Brennpunkte Niedersachsen e.V. und dem Projekt „Gute Nachbarschaft“, das von dem Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung finanziert wird. Die wbw ist Kooperationspartner und finanziert ebenfalls einen Teil der Arbeit und Angebote im Nachbarschaftstreff Edo-Quartier. Eigentümerin des Tiny-Houses ist die wbw. Die bewilligten Gesamtkosten von 162.513,48 Euro werden mit 98.868,55 Euro Leader Fördermittel, 25.482,46 Euro aus dem Finanzierungstopf „Wesermarsch in Bewegung“ sowie Spenden der Bürgerstiftung Wesermarsch und der LzO Stiftung von jeweils 2.500 Euro finanziert. Der Restbetrag sowie die Planung und Baubegleitung wird durch die wbw bereitgestellt.
Das Quartier nahm 2025 die Arbeit auf und möchte das Miteinander in der Nachbarschaft stärken. Bisher fand das an wechselnden Orten wie dem Büro des Hausmeisters Udo Knutzen der wbw, dem Heye-Saal, Räumen der Stadt Elsfleth und der evangelischen Kirchengemeinde statt. „Ich war immer mit zwei Taschen unterwegs“, erinnert sich Quartiersmanagerin Karina Reimers (Johanniter-Unfall-Hilfe) an die herausfordernde Zeit ohne einen festen Standort. In diesem Zuge lobte sie die Unterstützung der Netzwerkpartner, die Räume zur Verfügung stellten. Reimers liegt die Siedlung besonders am Herzen, weil sie in ihr aufwuchs. „Ich habe die Chance, etwas zurückzugeben“, erklärte sie sichtlich gerührt. Reimers hat das Ziel, das Tiny-House zu einem Symbol gelebter Gemeinschaft zu machen. Besonders freut sie sich, dass das Haus der Straße „Am Regenbogen“ zugeordnet wurde: „Darum geht es uns: Das Haus soll offen sein für alle.“ Und alle sind es auch, die das Projekt voranbringen und zum Erfolg führen können, erklärt Dieter Meyer, Mitglied im Regionalvorstand Weser-Ems der Johanniter-Unfall-Hilfe: „Jeder und jede kann einen Beitrag leisten, die neu Zugezogenen und die Urgesteine." Der Vorstand dankte allen Akteuren und dem Land Niedersachsen für die Förderung des Quartiers. Wbw-Geschäftsführerin Regina Neuke erklärte, dass das Edo-Quartier über sechs Jahrzehnte hinweg wuchs. Zu Beginn sind Menschen in ähnlichen Lebenssituationen in die Häuser gezogen, nun gibt es Bewohnende verschiedener Altersgruppen, mit verschiedenen Lebensentwürfen und Kulturen. Ein gutes Miteinander ohne häufigen Mieterwechsel oder Konflikte nutzt den Mietenden und der wbw gleichermaßen nach dem Motto: „Happy Mieter, happy Wohnungsbaugesellschaft“, erklärt sie. Das macht Quartiersmanagement so wertvoll: „Gutes Wohnen ist mehr als vier Wände und eine Heizung.“ Mit den Johannitern hatte die wbw schon in anderen Quartieren einen starken Partner. So war es ein logischer Schluss, dort erneut für die Edo-Schröder-Siedlung anzufragen. Neuke dankte allen, die das Projekt finanziell und inhaltlich ermöglicht haben und halfen, die Zeit ohne eigenen Raum zu überbrücken. Elsfleths Bürgermeisterin Brigitte Fuchs betonte, wie gut die Zusammenarbeit verschiedener Akteure lief und wie schnell es gelang, das Projekt zu verwirklichen. Mit dem Tiny-House, dem Schwimmbad, Freizeitanlagen und dem Boule-Platz ist ein zentraler Ort in der Siedlung entstanden.
Das Projekt "Edo-Quartier" läuft über 3 Jahre und wird mit 180.000 Euro über das Projekt „Gute Nachbarschaft“ gefördert. Das Gesamtvolumen des Projektes beträgt 240.000 Euro. Die restlichen 60.000 Euro sind Eigenmittel, die die Antragstellenden selbst einbringen.
Bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten konnte keine gute Lösung vor Ort gefunden werden, heißt es seitens der wbw. Da auch aus anderen Bereichen der Daseinsvorsorge der Wunsch nach einer mittelfristig verfügbaren Lösung zu hören war, hat die wbw sich entschlossen, diesen ungewöhnlichen Weg zu gehen. Unter dem Projekttitel „Quartiersarbeit auf Rädern“ wurden Förderanträge gestellt. Dank des positiven Votums der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) „Wesermarsch in Bewegung“ konnten damit eine Leader-Förderantrag beim Amt für regionale Landesentwicklung gestellt werden. Zusätzlich wurden Mittel aus dem Finanzierungstopf „Wesermarsch in Bewegung“, eines Zusammenschlusses aller Städte und Gemeinden, freigegeben. Hier waren die gute Zusammenarbeit mit den Johannitern und die Bereitschaft der Leader-Familie und auch des Aufsichtsrates der wbw die Voraussetzung für einen erfolgreichen Abschluss, erklärt die Wohnungsbaugesellschaft.