Freiwilligendienst: Lebenserfahrung sammeln bei den Johannitern
Gemeinschaft, Qualifikationen und praktische Erfahrungen: Die Freiwilligendienstleistenden Shayan Yousefi Moridani (22) und Sascha Walinda (25) berichten aus ihrem Alltag.
Für Shayan Yousefi Moridani sind es nur noch fünf Wochen, dann beendet der 22-Jährige seinen Freiwilligendienst bei den Johannitern in Ronnenberg. 18 Monate lang hat er sich in den Notrufeinsatzdiensten engagiert. Sascha Walinda (25) dagegen ist noch bis März 2027 dabei, er wird im Bereich Bevölkerungsschutz und Sanitätsdienst bei den Johannitern in Hannover eingesetzt. Auch wenn beide junge Männer in ganz unterschiedlichen Phasen ihres freiwilligen gesellschaftlichen Engagements sind; sie eint doch ein gemeinsamer Gedanke: „Ich will anderen Menschen helfen und Erfahrungen sammeln“, sagt Shayan. Genau so sieht es Sascha.
Derzeit bieten die Johanniter im Regionalverband Niedersachsen Mitte wieder zahlreiche Stellen im Bundesfreiwilligendienst (BFD) oder im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) an: Die Freiwilligen sind in der Kita oder der Ganztagsschule tätig, bilden Menschen in Erste-Hilfe-Grundlagen aus, werden im Bereich Flüchtlingshilfe eingesetzt oder im Bevölkerungsschutz. Sie tun das in Hannover, Landesbergen, Schwarmstedt, Langenhagen oder in Wunstorf. Auch die Stelle von Shayan in Ronnenberg soll wiederbesetzt werden.
Sascha Walinda kommt aus Aachen, machte sein Fachabitur und kam über familiäre Beziehungen auf die Nordseeinsel Norderney. Dort liegt der Seenotrettungskreuzer „Eugen“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger – kurz: die Seenotretter. Sascha schnupperte dort eine Weile als Freiwilliger in das Rettungswesen hinein und weiß seither: „Seenotrettung, das möchte ich nach dem FSJ machen.“ Dafür sammelt er jetzt Erfahrungen und Know-how bei seinem Freiwilligendienst. „Ich mache das in Hannover, um die Landrettung kennenzulernen, also das Gegenstück zur Seenotrettung.“ Seinen Dienst startete er im vergangenen September. Die Johanniter qualifizierten Sascha zunächst zum Rettungssanitäter. Er transportiert nun Patienten, fährt Hausnotrufeinsätze und unterstützt bei Sanitätsdiensten. Was ihm die größte Freude bereitet? „Dass ich Verantwortung tragen und mit Patienten arbeiten kann“, sagt Sascha. „Und ich habe hier sehr gut gelernt, mit stressigen Situationen umzugehen.“
Shayan Yousefi Moridani hat einen Tipp für jeden, der oder die ebenfalls beim Hausnotruf-Einsatzdienst anfängt: „Geduld und Empathie sind sehr wichtig.“ Seine Einsatzzentrale ist Ronnenberg; von dort ist Shayan überwiegend zu älteren Menschen unterwegs. Er hilft nach Stürzen; manchmal bei kleineren Notfällen. Einsatzfahrende wie Shayan entlasten den Rettungsdienst. Sie sind unterwegs, wenn nicht unmittelbar Lebensgefahr besteht, die Menschen aber dennoch Hilfe brauchen. „Da kommen wir dann ins Spiel“, sagt Shayan. Vitalwerte kontrollieren, reden – und vor allem: zuhören. Schon solche Dinge könnten Menschen beruhigen, hat Shayan gelernt. Der Hannoveraner wollte nach dem Abitur etwas Praktisches machen. „Und ich war an medizinischen Themen interessiert.“ Er bewarb sich, kam nach Ronnenberg und lässt sich jetzt ebenfalls zum Rettungssanitäter qualifizieren. Und nach seinem Freiwilligendienst? „Studium bei der Polizei oder zur Bundeswehr; ich kann mir beides vorstellen.“
Infos zum Freiwilligendienst bei den Johannitern gibt es unter der kostenfreien Servicenummer (08 00) 0 01 92 14 oder hier: www.fsj-hannover.de.