Frühzeitig Verständnis und Respekt fördern
Johanniter-Kindertageseinrichtung bringt Kindern helfende Berufe näher
In den vergangenen Wochen haben sich die Kinder der Kindertageseinrichtung im Johanniter-Haus Erkrath intensiv mit verschiedenen Berufen beschäftigt – insbesondere mit solchen, in denen Menschen anderen helfen und Verantwortung übernehmen. Im Mittelpunkt standen dabei klassische Wunschberufe wie Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und medizinische Berufe.
Um den Kindern diese Tätigkeiten anschließend anschaulich näherzubringen, organisierte die Einrichtung Besuche von Fachkräften aus der Praxis. So erhielten die Kinder unter anderem einen Eindruck von der Arbeit der Feuerwehr, die mit einem Löschfahrzeug vor Ort war. Die Kinder konnten das Fahrzeug erkunden und selbst mit dem Wasserschlauch Übungsaufsteller „löschen“. Auch Themen wie die Notrufnummer und das richtige Verhalten bei einem ausgelösten Rauchwarnmelder wurden altersgerecht vermittelt.
Ein Rettungswagen der Johanniter bot weitere Einblicke. Die Kinder hatten die Möglichkeit, medizinische Geräte kennenzulernen und selbst auszuprobieren. Sie durften auf der Trage liegen und erfuhren, wie Menschen im Notfall versorgt werden. Ergänzt wurde das Angebot durch praktische Erfahrungen im Apothekenalltag, den die Kinder im Gruppenraum im Rollenspiel nachstellen konnten.
Den medizinischen Bereich hat der Besuch einer OP-Pflegekraft greifbar gemacht. Spielerisch lernten die Kinder Abläufe im Operationssaal kennen. Sie setzten zunächst alle OP-Hauben auf und durften mit einem Stethoskop Herzgeräusche hören. Besonders eindrucksvoll war die professionelle Beatmung eines „narkotisierten“ Stofftier-Gorillas.
Highlight für viele Kinder war es, einen echten Polizisten kennenzulernen. Er erklärte den Kindern, welche Utensilien er bei sich trägt, und zeigte ihnen das Einsatzfahrzeug samt Ausstattung - von Handschellen und Funkgerät über Absperrband und Pylonen bis hin zum Helm. Besonders spannend fanden es die Kinder, den eigenen Fingerabdruck zu nehmen und zu erkennen, dass jeder wirklich einzigartig ist.
Das Projekt wurde durch Bastelaktionen, Bücher und Bewegungsangebote begleitet und verfolgte ein klares Ziel: den Kindern frühzeitig die Bedeutung dieser Berufe zu vermitteln. „Uns ist es wichtig, dass Kinder schon früh verstehen, wie wichtig diese Berufe für unsere Gesellschaft sind“, betont Kita-Leitung Ludmilla Sander. „Menschen, die anderen helfen, verdienen Respekt und Anerkennung. Dieses Bewusstsein möchten wir von Anfang an stärken.“
Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Respektlosigkeiten gegenüber beispielsweise Einsatz- und Pflegekräften sieht das Kita-Team in solchen Projekten einen wichtigen Beitrag zur Wertevermittlung. Besonders Empathie, Verständnis und Wertschätzung sollen so nachhaltig gefördert werden.