Große Bevölkerungsschutzübung der Johanniter
Johanniter aus Bayern und Baden-Württemberg absolvieren Geländefahrtraining gemeinsam mit der Bundeswehr
Regensburg/Schwarzenfeld ■ Im Notfall zählt jede Minute. Doch im Katastrophenfall, so wie beispielsweise in der Hochwasserlage im Ahrtal, sind oftmals die uns bekannten Wege und Straßen nicht mehr befahrbar.
Um auf solche Situationen vorbereitet zu sein, fand in Stetten (Baden-Württemberg) Ende September eine gemeinsame Übung der Johanniter-Unfall-Hilfe und der Bundeswehr statt.
Auch Einsatzkräfte aus Ostbayern waren bei der Übung dabei: „Das Geländefahrtraining bot eine gute Möglichkeit, Grenzen zu testen. Unsere Einsatzkräfte haben gelernt, was die Fahrzeuge im Ernstfall leisten können und wie man mit ihnen trotz widriger Bedingungen schnell und sicher ans Ziel kommt“, so Tobias Karl, Mitglied des Regionalvorstands in Ostbayern
Aus Schwarzenfeld beteiligten sich insgesamt sechs Ehrenamtliche mit drei unterschiedlichen Fahrzeugen: einem sogenannten UTV (Utility Transport Vehicle), einem geländegängigen Mehrzweckfahrzeug und einem Notfall-Krankentransportwagen. Auch aus Regensburg war ein Mitglied der Johanniter-Motorradstaffel mit dabei.
Über mehrere Tage hinweg trainierten Johanniter-Einsatzkräfte aus Baden-Württemberg und Bayern mit unterschiedlichen Fahrzeugen auf dem speziellen Trainingsgelände der Bundeswehr. „Bei Fahrten durch das Gelände bilden wechselnde Untergründe, rutschige Flächen und Geröll eine große Herausforderung. Um den Untergrund und die Fahrzeuge richtig einschätzen zu können, bedarf es regelmäßigen Trainings“, sagt Daniel Herzberg, Fachbereichsleitung Bevölkerungsschutz der Johanniter in Bayern. „Zum einen versucht man, möglichst schnell zum Einsatzort zu gelangen. Dem gegenüber steht jedoch die Sicherheit der Insassen und des Fahrzeugs.“
Ein weiteres Ziel der Übung war es, das Miteinander zu stärken: Der Bevölkerungsschutz wird in den Bundesländern geregelt. Doch bei Großschadenslagen erfolgt die Zusammenarbeit auch über Gebiete hinweg. Kräfte aus Bayern und Baden-Württemberg haben das gleiche Ziel, Menschen schnellstmöglich zu helfen. Das gegenseitige Kennenlernen und die Gemeinschaft verbessern auch die gemeinsame Einsatzfähigkeit.
Die Johanniter in Ostbayern Der Regionalverband Ostbayern ist Teil der Johanniter-Unfall-Hilfe. Mit rund 2000 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an mehreren Standorten und Einrichtungen bieten die Johanniter zahlreiche soziale Dienstleistungen für die Menschen in der Region. Mit Kinder- und Jugendbetreuung, Hausnotruf, ambulanter Pflege, Menüservice, Ausbildung in Erster Hilfe, Patienten-Fahrdienst, Rettungsdienst, Tagespflege und vielen weiteren Angeboten sind die Johanniter in Ostbayern für die Menschen da. Dazu betreiben die Johanniter das Inklusionshotel INCLUDiO in Regensburg und sind mit dem Johannes-Hospiz in Pentling und dem Bruder-Gerhard-Hospiz in Schwandorf auch in der Hospizarbeit tätig. Insgesamt 600 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer engagieren sich in den sechs Johanniter-Ortsverbänden in Großköllnbach, Kelheim, Landshut, Regensburg, Schwandorf und Schwarzenfeld im Rettungsdienst, im Sanitätsdienst, in der Krisenintervention, in den Rettungshundestaffeln, bei den Hunden im Therapieeinsatz, in der Johanniter-Jugend und vielen weiteren Einsatzgebieten für die Menschen.