17.09.2026 | Dienststelle Ortsverband Ahlhorn

Hospiz-Handtasche

Ambulanter Hospizdienst Ahlhorn bekommt Upcycling von gebrauchten Johanniter-Textilien gespendet

Mit Einsatzkleidung im Taschenformat in die Hospizarbeit (von links): Hospizbegleiterin Helena Hermann-Schirach, Spender Mats Hermann, Dienststellenleiter Michael Schäfer, Spender Hergen Pannemann, Hospizbegleiterin Ina Pannemann und Marion Logemann, Ortsbeauftragte der Ahlhorner Johanniter.
Foto: Stefan Greiber/Johanniter

Ein zweites Leben für ausrangierte Textilen: Der ambulante Hospizdienst des Ortsverbandes Ahlhorn der Johanniter-Unfall-Hilfe, hat eine besondere Spende erhalten. Mit insgesamt 1000 Euro von zwei örtlich ansässigen Firmen konnte ein Upcycling-Projekt verwirklicht werden: Hospiz-Umhängetaschen. Gefertigt werden sie aus ausrangierter Dienstkleidung des Ortsverbands. Zum Beispiel Stücke mit Löchern oder im alten Design, vor allem Hosen und Jacken aus Sanitäts- und Rettungsdienst und von der Motorradstaffel. Diese bestehen aus einem besonders stabilen Material. Hospiz-Koordinatorin Christiane Brod erklärt: „Besonders beachtet wurde bei der Fertigung, dass unser Logo, Reflektoren und auch Taschen des ursprünglichen Kleidungsstückes sinnentsprechend auf den neuen Taschen verwertet und platziert wurden.“ Für Brod ist die Aktion ein „Herzensprojekt“.

Entstanden war die Idee bei einem Abend der Ehrenamtlichen im Hospizdienst. Einigen fehlte ein geeignetes Transportmittel für Unterlagen für die Termine vor Ort. Die Ehrenamtliche Sandra Romano, die bei den Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg arbeitet, brachte die Idee ins Spiel, ein solches herstellen zu lassen. 

Die Idee des Upcyclings begeisterte sofort. Für die Fertigung kam schnell niemand anderes in Frage als die Gemeinnützigen Werkstätten. „So haben wir den bestmöglichen Weg gefunden, vorhandene Ressourcen zu nutzen und die sinnstiftende Arbeit für Menschen mit Behinderungen zu stärken. Sie leisten mit ihrer engagierten handwerklichen Arbeit Großartiges und wir wissen ihre Sorgfalt, die in jeder einzelnen Tasche steckt, sehr zu schätzen. Wir sind stolz darauf, diese Teilhabe sichtbar zu machen und gemeinsam mit den Werkstätten ein Zeichen für gelebte Inklusion in unserer Gesellschaft zu setzen“, erklärt Brod.

So entstanden die ersten acht Taschen, die bei Hospiz-Koordinatorin Brod ausgeliehen werden können. Die Taschen kamen gut an und es bestand der Wunsch, allen Ehrenamtlichen im Hospizdienst ein Exemplar zur Verfügung zu stellen. Doch dafür fehlte das Geld. Unabhängig voneinander, fragten Ina Pannemann und Helena Hermann-Schirach bei ihren Ehemännern, beziehungsweisen deren Unternehmen an. Hergen Pannemann, Steuerberater bei Lindemann Pannemann & Partner, Steuerberatungsgesellschaft in Großenkneten und Mats Hermann, Schornsteinfegermeister in Großenkneten haben jeweils 500 Euro gespendet. Bisher entstanden so 22 Taschen. In diese verstauen die Ehrenamtlichen die Hospizbegleitmappe, Besuchsprotokolle und Zeitnachweise. Dafür gibt es extra eine große Innentasche. Hinzu kommen Kuli, Notizblock, ein Fläschchen mit Händedesinfektionsmittel oder Taschentücher, sowie individuelle Gegenstände wie Handschmeichler, Vorlesebuch, Aromaduftmischung, Gesprächskarten oder bei Bedarf auch religiöse Gegenstände wie ein Kreuz oder die Bibel. Dank weiterer Spenden können auch die Helfenden des Ambulanten Hospizdienstes der Johanniter in Löningen mit Taschen versorgt werden. Für die Taschen wählte Brod das Format Messengerbag: geräumig, aber nicht wuchtig. Es handelt sich um eine Umhängetasche, 45 Zentimeter breit, 35 hoch und 8 tief mit Schultergurt, der quer über den Körper oder über eine Schulter gelegt werden kann. Die Überschlagklappe schließt mit Klettverschluss und ist oft mit ehemaligen Jacken- oder Hosentaschen, Logo oder Reflektoren verziert. Der Innenraum hat ein festes Steppfutter für mehr Stabilität und separater Innentasche für Dokumente. „Übrigens ist sie super-praktisch beim Radfahren“, weiß die Koordinatorin aus eigener Erfahrung. Dank der Taschen sind die Ehrenamtlichen nun auch klar als Johanniter erkennbar. Denn die Besuche werden ganz bewusst in Alltagskleidung und nicht in Einsatzkleidung gemacht. 

Das Upcycling-Verfahren könnte auch in weiteren Bereichen der ehren- und hauptamtlichen Arbeit im Ortsverband genutzt werden. Verarbeitet werden könnten neben Kleidung auch LKW-Planen, Banner, Fahnenstoff und sogar Roll-ups. Diese könnten nicht nur zu Umhängetaschen, sondern auch zu Rucksäcken, kleineren Taschen, oder Schlüsselanhängern werden. Je nachdem, was im Fachbereich benötigt wird. Darum freut sich der Ortsverband, wenn weitere Spendende das Projekt unterstützen.