Johanniter-Krankenhaus Gronau (Leine): Förderung von rund 64 Millionen Euro zeichnet sich ab
Mehr Betten, eine neue strukturierte Notaufnahme und der weitere Ausbau medizinischer Schwerpunkte: Das Johanniter-Krankenhaus Gronau (Leine) kann seine Pläne für die kommenden Jahre nun konkret vorantreiben.
Fotoquelle: Johanniter
Denn für die angestrebte Erweiterung und Modernisierung des Standortes zeichnet sich eine Förderung des Landes Niedersachsen in Höhe von rund 64 Millionen Euro ab. Die formale Bewilligung steht zwar noch aus, wird jedoch nach Vorlage des konkreten Konzepts voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2027 erwartet.
Möglich wird die Investition vor dem Hintergrund der veränderten Krankenhauslandschaft in der Region und der damit verbundenen zunehmenden Bedeutung des Johanniter-Krankenhauses für die Patientenversorgung. Gesundheitsminister Andreas Philippi hatte die Verantwortlichen bei seinem jüngsten Besuch darin bestärkt, die konzeptionellen Planungen weiter zu konkretisieren.
125 statt bisher 111 Betten, Fokus auf Endoprothetik und Geriatrie
Dass zusätzliche Kapazitäten benötigt werden, zeigt sich bereits an den aktuellen Patientenzahlen. Nach den Veränderungen in der regionalen Krankenhausversorgung durch Schließungen umliegender Häuser ist die Nachfrage in Gronau deutlich gestiegen. „Aus Alfeld selbst und aus Delligsen haben wir zum Beispiel dreimal so viele Patienten wie vorher“, berichtet Jörg Buchloh, Geschäftsführer des Johanniter-Krankenhauses Gronau. Auch die Zentrale Notaufnahme verzeichne einen deutlichen Anstieg.
Die bisherigen Konzepte sehen deshalb eine Erweiterung der derzeit 111 auf künftig 125 Betten vor. Ein noch stärkerer Schwerpunkt als bisher soll dabei auf der Endoprothetik liegen. Entsprechende Behandlungen nehmen laut Buchloh im Moment 99 Krankenhäuser in Niedersachsen vor. Ein Drittel davon sei jedoch für die Hälfte aller Eingriffe zuständig. Gronau gehöre dazu. Diese Spezialisierung will auch das Land Niedersachen stärken. Einen Mehrbedarf erwartet der Geschäftsführer des Johanniter-Krankenhauses angesichts des demografischen Wandels zudem in der Geriatrie.
Notaufnahme soll neu strukturiert werden
Ein weiterer Fokus liegt auf der Zentralen Notaufnahme. Hierzu sollen die bisherigen Strukturen überarbeitet und die Patientenwege besser voneinander getrennt werden. Derzeit kreuzen sich die Wege von Patientinnen und Patienten, die mit dem Rettungsdienst eingeliefert werden, mit denen, die selbstständig in die Notaufnahme kommen. „Das wollen wir entzerren“, kündigt Jörg Buchloh an.
Neubau oder Modernisierung im Bestand
Wie das Johanniter-Krankenhaus die Modernisierung und Erweiterung baulich umsetzen und damit der gewachsenen Bedeutung künftig gerecht werden kann, ist Teil der nun anstehenden Planungen. Für die einzelnen Bereiche wird insbesondere geprüft, ob Umbauten im Bestand oder Neubauten die bessere Lösung sind. „Beides hat Vor- und Nachteile“, betont der Geschäftsführer. So sei es gar nicht so einfach, jahrzehntealte Krankenhausbauten – mit Dreibettzimmern und hohen Decken – so umzubauen, dass sie heutigen Anforderungen entsprechen.
In die weiteren Konzepte soll auch der Hitzeschutz einfließen. Neben einer guten Dämmung und der Beschattung von Fenstern kommen dabei auch technische Lösungen infrage, wie etwa Wärmepumpen mit integrierter Kühlungsfunktion.
Bis aus diesen Vorhaben konkrete Baumaßnahmen entstehen, werde es laut Buchloh im Fall des grünen Lichts aus Hannover allerdings noch zwei bis drei Jahre dauern.