Die Johanniter-Jugend zu Gast im sächsischen Landtag
Paula Hörig, stellvertretende Landesjugendleitung der Johanniter-Jugend in Sachsen, durfte vergangenen Freitag vor der Enquete-Kommission im sächsischen Landtag sprechen. Ihr ging es vor allem darum, dass das Ehrenamt in Krisenzeiten schützenswert ist.
Die Johanniter-Jugend Sachsen wurde neben vier weiteren jungen Vertretern aus Schule, Kultur und Sport als Sachverständige zur Enquete-Kommission „Pandemie“ in den sächsischen Landtag geladen. Die stellvertretende Landesjugendleiterin Paula Hörig vertrat dort die Perspektive des jungen Ehrenamts und des Katastrophenschutzes in einem offenen Austausch mit den Fraktionen und Experten.
Ehrenamt als existenzielle Struktur in der Krise
Ziel der Sitzung war es, gemeinsam mit Vertretern aus verschiedenen Fraktionen sowie geladenen Experten der Kinderpsychologie (darunter Prof. Dr. Michael Kundt und Prof. Dr. Nina Weimann-Sandig), die strukturellen und psychosozialen Auswirkungen der Corona-Maßnahmen auf die jüngere Generation zu analysieren.
Paula Hörig nutzte das Podium, um auf ein drängendes Paradox der vergangenen Pandemiejahre hinzuweisen: Das Ehrenamt bildete für viele Jugendliche eine existenzielle, stabilisierende Struktur in Zeiten tiefgreifender Isolation. Gleichzeitig kamen elementare Praxisausbildungen – etwa wichtige Erste-Hilfe- und HLW-Trainings – durch die pauschalen Kontaktbeschränkungen nahezu zum Erliegen. Ausgerechnet an dem Punkt, an dem Nachwuchs und Fachkräfte für den Bevölkerungsschutz am dringendsten benötigt wurden, musste die ehrenamtliche Ausbildung faktisch ausgesetzt werden.
Klare Forderungen für den Bevölkerungsschutz
Aus dieser analytischen Bestandsaufnahme leitete sie stellvertretend für die Johanniter-Jugend vor der Kommission drei konkrete, präventive Forderungen ab:
- Sicherung der Einsatzfähigkeit: Zwingende Einführung einer rechtlichen Sondergenehmigung zur Aufrechterhaltung der Ausbildung im Ehrenamt in künftigen Krisenszenarien.
- Gesamtgesellschaftliche Reaktivierung: Gezielte Förderung Jugendlicher durch den Ausbau von Mentoringprogrammen.
- Resilienz-Förderung: Verankerung von Resilienz-Modulen im schulischen Umfeld zur präventiven Stärkung der psychischen Widerstandskraft.
Wir danken der Enquete-Kommission für die Einladung, die Möglichkeit zur Stellungnahme und den überaus konstruktiven, zielorientierten Dialog. Es ist ein wichtiges politisches Signal, dass retrospektive Aufarbeitung mit präventiver Planung verknüpft wird. Es bleibt unsere feste Hoffnung, dass die heute gesammelten Erkenntnisse in greifbare Handlungsstrategien übersetzt werden – um kommenden Generationen in zukünftigen Krisen mehr Resilienz, Sicherheit und handlungsfähige Strukturen zu gewährleisten.