Neue Therapiemethode
Elektronische Spiegeltherapie mit dem IVS4 unterstützt Patient:innen auf dem Weg zurück zur Bewegung
„Ich kann kaum glauben, dass ich das bin.“ Mit diesen Worten reagierte ein 39-jähriger Patient, als er seine Fortschritte während der innovativen Therapie auf dem Bildschirm sah. Nach einer Knie-TEP hatte er große Schwierigkeiten, sein operiertes Bein gezielt anzusteuern. Seit 34 Tagen wird er stationär behandelt und trainiert dreimal pro Woche mit dem IVS4 – einer modernen Form der elektronischen Spiegeltherapie.
Das Besondere ist hier: Während die klassische Spiegeltherapie auf einen Spiegel angewiesen ist und dadurch Grenzen hat, erzeugt das IVS4 mithilfe digitaler Technologie eine realitätsnahe Spiegelung der betroffenen Extremität. Dadurch erhält das Gehirn ein unmittelbares visuelles Feedback und kann Bewegungen neu erlernen oder gezielt anbahnen. Das Verfahren unterstützt die Neuroplastizität, also die Fähigkeit des Gehirns, neue Verbindungen zu schaffen und Bewegungsmuster neu aufzubauen.
Ein großer Vorteil zeigt sich insbesondere bei amputierten Patientinnen und Patienten. Da keine gespiegelte Extremität vorhanden sein muss, eröffnet das IVS4 neue therapeutische Möglichkeiten. Die virtuelle Darstellung kann dabei helfen, das Gehirn gezielt anzusprechen, die Wahrnehmung des fehlenden Beins zu verbessern und die Rehabilitation sowie die Vorbereitung auf eine Prothesenversorgung zu unterstützen. Auch Patientinnen und Patienten mit Phantomschmerzen oder chronischem regionalem Schmerzsyndrom können von diesem Therapieansatz profitieren.
In unserem Haus wird die innovative Therapie gemeinsam von Ergotherapie und Physiotherapie durchgeführt. Die Einführung erfolgt unter der Leitung der orthopädischen Chefärztin Prof. Dr. Meike Hoffmeister sowie der therapeutischen Gesamtleitung Abdullah Pazarci.
Mit dem Einsatz des IVS4 setzt die Johanniter-Klinik auf moderne Rehabilitation, die Hightech und therapeutische Expertise verbindet.
Das Ziel ist hierbei ganz klar Bewegungen wieder möglich machen, Motivation stärken und Patientinnen und Patienten – ob nach Operationen, neurologischen Erkrankungen oder Amputationen – neue Perspektiven auf ihrem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben eröffnen.