„Pflege braucht sich nicht zu verstecken“
Johanniter Azubi-Begegnungstag bringt Auszubildende in der Pflege zusammen
Wo steht die Pflege heute und welche Wege eröffnet sie für die Zukunft? Antworten auf diese und viele weitere Fragen bot der „Johanniter Azubi-Begegnungstag“ am 14. April im Johanniter-Krankenhaus Bonn. Nach einer erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr in Berlin kamen diesmal rund 130 Auszubildende der Johanniter Bildungs-GmbH Bonn, der Campus Troisdorf Pflegeschule der Johanniter-Akademie NRW sowie des Ev. Krankenhauses Bethesda in Mönchengladbach zusammen, um einen ganzen Tag lang in den gegenseitigen Austausch zu treten. Das Ziel: den Blick über den eigenen Einsatzbereich hinaus zu öffnen und frische Impulse – auch für den eigenen Karriereweg – zu gewinnen.
„Pflege braucht sich nicht zu verstecken. Die Ausbildung ist anspruchsvoll, die Entwicklungsmöglichkeiten sind vielfältig und auch die Rahmenbedingungen haben sich in den vergangenen Jahren spürbar verbessert. Gleichzeitig wächst die Verantwortung: Neue gesetzliche Regelungen stärken die professionelle Eigenständigkeit der Pflege. Umso entscheidender ist es, dass angehende Pflegefachpersonen ihre Profession selbstbewusst vertreten, Verantwortung übernehmen und ihn aktiv mitgestalten“, so Dorothee Lerch, Ordensoberin der Johanniter-Schwesternschaft e. V.
Vielfältige Impulsvorträge aus der Praxis
Dies im Blick, verband das Format erneut ein kompaktes Symposium mit Workshops und vielfältigen Impulsvorträgen. Hierzu brachten Expertinnen und Experten aus Lehre, Pflege, Medizin und Management ihre jeweiligen Perspektiven ein. Nach der offiziellen Begrüßung durch Oberin Christina Körner, Schulleiterin der Johanniter Bildungs-GmbH Bonn, beleuchtete Prof. Dr. Yon-Dschun Ko, Ärztlicher Direktor der Johanniter-Kliniken Bonn, die aktuellen Entwicklungen in der Onkologie und die damit verbundenen Rollenfelder der Pflege. Krankenhausdirektor Andreas Heuser thematisierte die übergeordnete Funktion des Krankenhausmanagements und die darauf bezogenen Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten für ausgebildete Pflegefachpersonen. Wertvolle Impulse kamen zudem von Kathrin Jördens, Einrichtungsleiterin des Johanniterhauses Köln-Porz, die die spezifischen Anforderungen der Pflege in Senioreneinrichtungen in den Fokus rückte, sowie von Jennifer Shores, Fachkrankenpflegerin für Notfallpflege und Lehrende an der Johanniter Bildungs-GmbH Bonn, die über die Entwicklungen in der Notfallpflege referierte.
Workshops mit Fokus auf den Pflegealltag
Ein besonderer Fokus des Tages lag auf praxisnahen Workshops, die sich gezielt an die angehenden Pflegfachpersonen richteten und typische Situationen sowie thematische Schwerpunkte aus ihrem zukünftigen Berufsalltag aufgriffen: Angefangen bei Notfalltrainings und Neugeborenenpflege über Stressbewältigung und gesunde Bewegung bis hin zu einem interaktiven „Escape-Room“ zum Thema Delir und dem richtigen Umgang mit betroffenen Patientinnen und Patienten, bei dem es darum ging, möglichst viele inszenierte „Fehler” in einem präparierten Patientenzimmer aufzudecken.