31.03.2026 | Regionalverband Schleswig-Holstein Süd/Ost

Politik trifft auf Praxis

Besuch vom Landtagsabgeordneten Jasper Balke bei den Johannitern in Lübeck

Drei Männer stehen vor der Geschäftsstelle der Johanniter in Lübeck und lächeln in die Kamera.
Jasper Balke, Landtagsabgeordneter (links), besuchte den Regionalverband Schleswig-Holstein Süd/Ost der Johanniter und führte u.a. mit Yonathan Arnold, Mitglied im Regionalvorstand (Mitte), ein offenes Gespräch über Katastrophenschutz und Rettungsdienst.

In einem offenen und regen Gespräch informierte sich Jasper Balke bei seinem Besuch über unsere Arbeit vor allem im Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz. Er nahm viele konkrete Gedanken aus der gelebten Praxis mit.

Jasper Balke (Bündnis90/Die Grünen, Landtagsabgeordneter) besuchte am vergangenen Freitag unseren Verband. Im Gespräch mit Yonathan Arnold und Hans-Martin Grusnick (Mitglieder im Regionalvorstand) sowie Matthias Rehberg (Bereichsleiter Einsatzdienste) tauschte er sich vor allem zu den Themen Bevölkerungsschutz und Rettungsdienst aus. Dabei interessierte er sich vor allem für die Einbindung der Johanniter innerhalb des Bevölkerungsschutzes des Landes Schleswig-Holstein.

„Hier ging es vor allem um die jüngst gegründete Task Force des Landes, die die Aufgabe hat, den Bevölkerungsschutz auf weiter zunehmende Krisen vorzubereiten“, erklärt Yonathan Arnold. „Wir haben berichtet, wie unsere Rolle hierbei zu verstehen ist und welche Voraussetzungen wir benötigen, um gut arbeiten zu können.“ Auch die notwendige Gewinnung von Ehrenamtlichen spielte eine Rolle im Gespräch.

Novellierung des Rettungsdienstgesetzes

Ein weiteres wichtiges Thema des Austauschs war die anstehende Novellierung des Rettungsdienstgesetzes. „Wir haben uns über die Rolle des Notfallsanitäters unterhalten und wie ein Arbeiten auf Augenhöhe mit der notärztlichen Versorgung funktionieren kann“, ergänzt Arnold. „Bereits seit einigen Jahren übernimmt der Rettungsdienst zunehmend Einsätze, die eigentlich nicht zu seinen Aufgaben gehören. Die eigentliche Aufgabe unserer Mitarbeitenden, nämlich schwerwiegende Notfälle zu behandeln, wird dadurch zunehmend gestört.“ Dies verhindere nicht nur eine angemessene Versorgung, sondern überbelaste auch die Ressourcen des Rettungsdienstes.

Außerdem hat sich unser Verband klar dazu positioniert, dass Notfallsanitäter aufgrund ihrer hervorragenden Ausbildung dazu in der Lage sind, eigenverantwortlich und im Sinne des Patienten zu handeln. „Diese Kompetenzen aus standespolitischen Erwägungen heraus zu beschränken, lehnen wir ab.“

Demokratiefördernde Angebote

Hans-Martin Grusnick berichtete zudem, wie er demokratiefördernde Angebote in der Ausbildung der Notfallsanitäterinnen und -sanitäter einsetzt. „Es ist mir ein besonderes Anliegen, unseren Auszubildenden den Wert und die Wichtigkeit demokratischer Instrumente nahezubringen“, erklärt dieser.

„Mir ist die politische Kommunikation und der Kontakt zur Lokalpolitik sehr wichtig, um aus der Praxis direkt in die Politik zu berichten. Auch erfahren wir in solchen Gesprächen, was im Hintergrund bereits in Arbeit ist“, so Arnold.