Regionalverband bekommt Hebestühle für den Hausnotruf
Tabitha Hildebrand, Einsatzdienstbeauftragte Notrufdienste in Weser-Ems stellte das Gerät am Dienstag in Aurich vor
Bild: Ann-Kathrin Stapf/Johanniter
Im Hausnotruf der Ortsverbände im Regionalverband Weser-Ems der Johanniter-Unfall-Hilfe werden nun flächendeckend die neuen Hebestühle Raizer II eingesetzt, wenn Hausnotrufkunden und - Kundinnen gestürzt sind und sich nicht mehr aufrichten können. Tabitha Hildebrand, Einsatzdienstbeauftragte Notrufdienste in Weser-Ems hat sich vom Hersteller schulen lassen und ist nun als Multiplikatorin im Regionalverband unterwegs. Am Dienstag, 31. März besuchte sie die Dienststelle Aurich. Die Hausnotruffahrenden und Dienststellenleitung Helene Frieden hörten aufmerksam zu und testeten das Gerät. „Drei Mal mega“, fasst es Fahrender Lars Simon zusammen. Der Hebestuhl mit Lithium-Akku, der das bisher verwendete Hebekissen ablösen wird, hat eine Akkuleistung, die deutlich mehr Einsätze pro Ladevorgang ermöglicht. Auch gegen Kälte ist er weniger empfindlich und kann problemlos im Winter im Einsatzfahrzeug bleiben. In den Probedurchläufen zeigte sich, dass das Gerät einfach und intuitiv zu bedienen ist. Fehler können praktisch nicht gemacht werden, da das Gerät erkennt, wenn es beispielsweise vor dem Abbau nicht vollständig herabgefahren wurde und ein Ton-Signal gibt. Die einzelnen Teile werden vorsichtig unter den Körper der gefallen Person geschoben und montiert. Mit einer Fernbedienung wird sie dann aufgerichtet, bis sie sitzt. Bei Bedarf kann die gefallene Person mit einem Gurt gesichert werden und der Fahrende den Nacken abstützen, da er die Hände dank der Fernbedienung frei hat. Die sieben Anwesenden waren sich sicher, dass es auch für den Gefallen ein angenehmerer Prozess des Aufrichtens ist, als mit einem klassischen Hebekissen, weil sich der Stuhl stabiler anfühlt.
Dank einer Förderung des Bundesverbands der Johanniter-Unfall-Hilfe für den Auf- und Ausbau der Hausnotruf-Einsatzdienste konnte der Fachbereich Notrufdienste in Weser-Ems neun solcher Hebestühle finanzieren, erklärt Tabitha Hildebrand. In Oldenburg gibt es bereits ein solches Gerät, sodass in den nächsten Wochen alle Einsatzdienste mit einem Hebestuhl ausgestattet sein werden, die einzeln einen Wert von rund 4700 Euro haben.