17.01.2026 | Regionalgeschäftsstelle Hannover

Wenn's chaotisch wird: Selbstschutz und Vorsorge zahlen sich aus

Die Johanniter bieten 2026 vier der insgesamt sieben Module des Konzeptes "Erste Hilfe mit Selbstschutzinhalten" an

Vor einer Woche lag eine dicke Schneedecke über Hannover und sorgte für chaotische Bedingungen auf den Straßen und in der Stadt. Im Dezember waren Zehntausende Berliner aufgrund zerstörter Kabel für Tage ohne Strom und Heizung. Und viele Menschen in Norddeutschland erinnern sich noch gut an das Weihnachtshochwasser 2023/24 mit Evakuierungen, Stromausfall und Wasser bis vor der Haustür.

Die meisten Katastrophen kommen plötzlich und unerwartet. In solchen Momenten zahlt sich eine gute Vorbereitung aus, denn im Katastrophenfall sind auch die im Alltag als selbstverständlich hingenommenen Versorgungs- und Hilfeleistungssysteme betroffen und fallen schlimmstenfalls sogar eine Zeitlang aus. Für diesen Fall sollte jede und jeder in der Lage sein, sich, seiner Familie und Nachbarn zunächst selbst helfen zu können.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) finanziert ein Ausbildungsprogramm, um die Resilienz in der Bevölkerung zu stärken. „Erste Hilfe mit Selbstschutzinhalten“ heißt das Kurspaket mit sieben Modulen für verschiedene Zielgruppen. Alle Kurse bieten praktische Tipps, Checklisten und kurze Trainingseinheiten, um in einer Notsituation gut durch die ersten Stunden und Tage zu kommen. Die medizinische Erstversorgung gehört ebenso zum Lerninhalt wie der empfohlene Grundvorrat an Lebensmitteln und die Information zu technischen Geräten, wie beispielsweise einem Kurbelradio, das auch funktioniert, wenn das Internet zusammenbricht. Die Johanniter bieten im März neue Termine für die Module 2 (Vorbeugung und Reaktion im Zivilschutz und Katastrophenfall) und 3 (Medizinische Erstversorgung im Zivilschutz und Katastrophenfall) an.

Selbstschutz heißt: lernen, sich selbst und anderen zu helfen. Bei Großschadensereignissen oder Katastro­phen kann es sehr viel länger dauern als in alltäglichen Erste-Hilfe-Situationen, bis staatlich organisierte Hilfe eintrifft. In diesem Zeitraum sind betroffene Menschen auf sich allein gestellt. Dann ist es gut, auf vorhandenes Wissen zurückgreifen zu können und sich vorbereitet zu haben, beispielsweise mit einem bereitstehenden Notfall-Rucksack mit Material für eine Wundversorgung oder die Ruhigstellung von Knochen- oder Gelenkverletzungen. Weil sich aber nicht alles planen lässt, ist ein weiteres Thema im Kurs das Improvisieren bei Materialknappheit, ein anderes das sichere Lagern und Transportieren von Menschen mit eingeschränkter Mobilität, weil möglicherweise der pflegebedürftige Nachbar ebenfalls Hilfe benötigt.

In diesem Jahr werden die Johanniter in Hannover vier der insgesamt sieben Module des Konzeptes „Erste Hilfe mit Selbstschutzinhalten“ anbieten. Die einzelnen Module werden differenziert nach Bevölkerungsgruppen. „Inhaltlich geht es darum, die praktische Fähigkeit der Bevölkerung zur Selbst- und Fremdhilfe in außergewöhnlichen Notlagen zu steigern“, sagt Sabrina Kirchner, die den Bereich Breitenausbildung bei den Johannitern in Hannover koordiniert. Die Angebote richten sich an Altersgruppen von Schülern bis zu Senioren, an pflegende Angehörige ebenso wie an Menschen mit Migrationsgeschichte. „Für alle ist etwas dabei, und es ist für die Teilnehmenden kostenlos“, so Sabrina Kirchner. Bezahlt werden die Kurse vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Die nächsten Kurse „Erste Hilfe mit Selbstschutzinhalten“ bei den Johannitern sind am Montag, 23. März, Mittwoch, 25. März und Freitag, 27. März und finden statt in der Sokelantstraße 35, 30165 Hannover.

Direkte Terminbuchung unter www.johanniter.de/ehsh

Bei Rückfragen oder Gruppenbuchungen ab acht Personen wenden Sie sich bitte per Mail an Sabrina Kirchner unter ausbildung.niedersachsenmitte(at)johanniter.de