25.06.2026 | Geschäftsstelle München

Sicher feiern bei 36 Grad

Wasser statt Prosecco: Tipps für Besucherinnen und Besucher des Christopher Street Days.

Einsatzkräfte der Johanniter mit Rettungsrucksack betreten den mit Regenbogenfahnen geschmückten Marienplatz in München.

Bis zu 36 Grad im Schatten sollen es am Samstag beim Christopher Street Day (CSD) werden, wenn die Politparade durch München zieht. Diese Hitze kann eine extreme Belastung für den Körper sein. Die Johanniter raten daher, sich gut auf den Tag vorzubereiten und trotz aller Partystimmung vernünftig zu bleiben – und lieber zu Wasser als zu Prosecco und Co. zu greifen. Mit bis zu 35 Sanitätskräften sowie Ärztinnen und Ärzten werden die Johanniter an den drei Veranstaltungstagen mit Straßenfest und Politparade im Einsatz sein – während der Parade zusätzlich mit Einsatzmotorrädern und weiteren Fahrzeugen.

Gut vorbereitet durch den CSD: Sonnenschutz und alkoholfrei trinken

„Wenn hochsommerliche Temperaturen, starke Sonneneinstrahlung und Menschenmassen entlang des Umzugs den Körper ohnehin stressen, sollte man ihn nicht zusätzlich durch falsche Bekleidung oder Alkohol schwächen“, rät die Johanniter-Einsatzleiterin Regina Bamgratz. „Eine Kopfbedeckung, bestenfalls mit Nackenschutz, und Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, sollten alle beim Christopher Street Day dabei haben. Auch wenn beim CSD oft viel Haut gezeigt wird, ist eine leichte, luftige Sommerkleidung, die den Körper bedeckt, besser. Dadurch lässt sich die Sonnenbelastung reduzieren.“

Besonders wichtig ist die ausreichende Flüssigkeitszufuhr. „Für unsere Einsatzkräfte kalkulieren wir mit drei bis vier Litern Wasser pro Schicht“, so Regina Bamgratz, die sich am kommenden Wochenende die Einsatzleitung mit ihrem Kollegen Roman Hohberg teilt. „Daran können sich auch Besucherinnen und Besucher orientieren: Am besten weitgehend auf Alkohol und andere Rauschmittel verzichten und stattdessen regelmäßig reichlich Wasser trinken.“

Warnsignale ernst nehmen

„Wichtig ist, trotz allen Trubels auf den eigenen Körper zu hören und erste Anzeichen von Unwohlsein ernst zu nehmen. Dann sollte man sich aus dem Gedränge in den Schatten oder in kühle Innenräume zurückziehen – am besten nicht allein, sondern mit einer Begleitperson“, rät die erfahrene Münchner Einsatzleiterin, die sich seit vielen Jahren beim Christopher Street Day im Sanitätsdienst der Johanniter ehrenamtlich engagiert.

Erste Hilfe bei Hitzeproblemen

Die gesundheitlichen Folgen von Hitze und Sonneneinstrahlung werden in Feierlaune häufig unterschätzt. Erste Anzeichen einer Hitzeerschöpfung oder eines Sonnenstichs sind Schwindel, Übelkeit, Kreislaufstörungen, Kopf- oder Nackenschmerzen und das Gefühl, sich nicht mehr auf den Beinen halten zu können. Dann muss man handeln.

Nur wenn die betroffene Person bei Bewusstsein ist, darf und soll sie trinken. Außerdem sollte sie vorsichtig gekühlt werden. Drastische Temperaturstürze sind zu vermeiden, daher ist es wichtig, die Körpertemperatur nur sanft mit kalten Umschlägen zu senken. Für den Rest des Tages gilt: Schonung und Belastung vermeiden.

Bei starker Überhitzung kann die betroffene Person bewusstlos werden. Dann sind wichtige Erste-Hilfe-Maßnahmen zu beachten: Bei einem Kreislaufzusammenbruch muss umgehend der Rettungsdienst über die Notrufnummer 112 verständigt werden. Die Person sollte in den Schatten gebracht werden. Reagiert sie nicht auf Ansprache oder Berührung, sollte die Atmung geprüft werden. Atmet die betroffene Person normal, sollte sie in die stabile Seitenlage gebracht werden. Setzt die Atmung aus, muss sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen werden. Einer bewusstlosen Person dürfen keine Getränke verabreicht werden, da sie sich verschlucken und daran ersticken könnte.

Johanniter beim CSD: Sanitätsdienst und Zeichen für Vielfalt

Die Johanniter sind nicht nur als Sanitätsdienst beim Christopher Street Day vor Ort, sondern nehmen auch selbst an der Politparade teil. Regina Bamgratz erklärt: „Was das diesjährige Motto ‚Unsere Vielfalt. Unsere Stärke‘ in der Realität bedeutet, sehen wir in unserem haupt- und ehrenamtlichen Team. Unterschiedlichste Menschen setzen sich aus Überzeugung für ihre Nächsten und für Menschen in Not ein – unabhängig von Religion, Nationalität und Kultur. Das ist ein großer Gewinn für alle.“