Suchen, Bellen, Helfen: ein neues Rettungshundeteam für München
Gatsby und sein Frauchen Claudia Krömmer aus Ottobrunn haben die Prüfung zum Rettungshundeteam bestanden und dürfen jetzt bei der Suche nach vermissten Personen helfen.
Ein knapp drei Jahre alter Mischling aus Golden Retriever und Schäferhund namens Gatsby – was macht ihn zu einem Rettungshund? „Er ist verfressen“, sagt seine Halterin Claudia Krömmer (40) und lacht. „Das macht es natürlich einfach, ihm etwas beizubringen, weil wir ihn nicht nur mit Lob, sondern auch mit Futter gut belohnen können.“ Außerdem vereine der Rüde mit Freundlichkeit, Menschenbezogenheit und Arbeitseifer die besten Eigenschaften beider Hunderassen.
Am vergangenen Wochenende haben Gatsby und seine ehrenamtliche Hundeführerin mit Bravour die Prüfung zum Flächensuchhund in Landshut bestanden. Jetzt helfen die beiden in unserer Johanniter-Rettungshundestaffel München dabei, vermisste Personen zu finden – zum Beispiel Menschen mit Demenz oder Menschen, die aufgrund einer Behinderung die Orientierung verloren haben.
Vom Welpen zum Rettungshund
Mit acht Wochen kam Gatsby zu Claudia Krömmer aus Ottobrunn. Schon zwei Wochen später begann das erste Training. Gemeinsam haben die beiden, wie alle unsere Rettungshundeteams, eine zwei- bis dreijährige, intensive Ausbildung durchlaufen. Auf dem Plan standen unter anderem Sanitätsausbildung, Grundausbildung im Katastrophenschutz, Einsatztaktik, Erste Hilfe am Hund, Navigation und Funk.
Die Prüfung: Drei Praxistests und eine Theoriestunde
Neben einem Theorieteil für die Hundeführerin müssen Mensch und Hund gemeinsam drei Praxistests bestehen:
- Verweisprüfung: Der Hund muss eine etwa 30 Meter entfernt liegende Person finden und den Fund signalisieren – bei Gatsby durch Bellen.
- Gehorsamkeitsprüfung: Der Hund befolgt Kommandos und zeigt, dass er gut mit anderen Menschen und Hunden zurechtkommt.
- Suchprüfung: In einem rund 30.000 Quadratmeter großen Gebiet muss der Hund innerhalb von 20 Minuten zwei versteckte Personen finden und anzeigen. Anschließend leistet die Hundeführerin Erste Hilfe und gibt den Standort für die nachfolgenden Rettungskräfte durch.
Erfahrung, die zählt
Für Claudia Krömmer ist das alles nicht neu: Schon mit ihrem ersten Hund, den sie sich mit 23 Jahren angeschafft hat, hat sie die Ausbildung zum Rettungshundeteam absolviert. Seit 2013 engagiert sie sich ehrenamtlich als Hundeführerin bei der Johanniter-Unfall-Hilfe, seit 2025 auch in leitender Position.
Die 40-Jährige ist außerdem Drucktechnikerin und Mutter – und investiert trotzdem viel Zeit in das Training mit ihrem Hund: Zwei Mal pro Woche üben die beiden das Suchen, einmal pro Woche geht es zusätzlich auf den Hundeplatz, um Gehorsam zu trainieren.
Zusammenhalt, der trägt
„Ohne die Unterstützung durch meinen Mann und meine Schwiegermutter würde das nicht gehen“, sagt Krömmer. Für sie ist die Arbeit in der Rettungshundestaffel eine Herzensangelegenheit – weil es eine sinnvolle Beschäftigung für einen Hund sei, im besten Fall eine vermisste Person zu finden. „Und weil wir so einen Zusammenhalt in der Staffel haben. Wir sind eine schöne, gemischte Gruppe, vom 20-jährigen Studenten bis zum älteren Hundeführer – und wir alle arbeiten am gleichen Ziel.“
Ohne Spenden keine Rettungshundearbeit
Im Durchschnitt werden unsere vierbeinigen Rettungshelfer etwa einmal pro Woche alarmiert, um vermisste Personen in München und der Region zu finden. Unsere rein ehrenamtliche Rettungshundearbeit finanzieren wir ausschließlich über Spenden und unsere Fördermitglieder – für Vermisste und ihre Angehörigen ist der Einsatz kostenfrei.
Mit Ihrer Hilfe können wir Vermisste finden.