12.09.2026 | Landesverband Baden-Württemberg

Tag der Ersten Hilfe am 12. September: Wissen, das Leben rettet!

Die Johanniter klären auf zum richtigen Verhalten im Notfall.

Vielen Menschen ist unwohl bei dem Gedanken, Erste Hilfe leisten zu müssen, weil sie Angst haben, etwas falsch zu machen. „Dabei kann nur derjenige etwas falsch machen, der gar nichts tut“, betont Stefan Hager, Erste-Hilfe-Experte bei den Johannitern in Baden-Württemberg. 

Das Thema Erste Hilfe ist sehr vielfältig, genauso wie die dazu bestehenden Mythen und Irrtümer, die im Notfall zu Fehlverhalten führen können. Anlässlich des Tags der Ersten Hilfe am 12. September machen die Johanniter den Faktencheck und räumen mit Vorurteilen auf.

Mythos 1: Die Person darf am Unfallort nicht bewegt werden.

Für die Wiederbelebung muss die Person in Rückenlage auf einem festen Untergrund liegen. Ist dies nicht gegeben, muss sie dorthin bewegt werden. Bestehen bei einem Unfall Gefahren durch äußere Umstände und ist eine Rettung der betroffenen Person durch die Ersthelfenden gefahrlos möglich, sollte diese auch erfolgen, beispielsweise mit dem Rautek-Rettungsgriff.

Mythos 2: Bei einem Motorradunfall darf der Helm nicht abgenommen werden.

Der Helm muss bei Bewusstlosen abgenommen werden, um die Atmung zu überprüfen. Die Entscheidung ob reanimiert wird trifft man je nach Ergebnis der Atemkontrolle – und dafür muss der Helm runter. Außerdem können Menschen im Helm ersticken. 

Mythos 3: Mit dem Defibrillator kann man versehentlich jemanden verletzen.

Das ist unwahrscheinlich, da die Defibrillatoren selbstständig entscheiden, ob die Ersthelfenden einen Schock auslösen können oder nicht. Eine Schockabgabe durch Helfende ohne medizinische Notwendigkeit ist daher ausgeschlossen.

Mythos 4: Bei Fehlern oder Verletzungen kann man sich strafbar machen.

Bei der Leistung der Ersten Hilfe macht man sich nicht strafbar, auch nicht bei Körperverletzungen wie z.B. Rippenbruch bei der Wiederbelebung. Wichtig ist, den Notruf 112 abzusetzen und Anweisungen zu befolgen. Nur bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz sieht die Lage anders aus.

Johanniter bieten Kurse, Aufklärung und digitale Unterstützung

Um möglichst viele Menschen zu erreichen, setzen die Johanniter auf hybride Schulungskonzepte, die E-Learning mit praktischen Übungen verbinden. Über Social Media, Erklärvideos und interaktive Formate informieren sie rund um die Erste Hilfe. Hier geht es zur Online-Kursbuchung: www.johanniter.de/erstehilfe

 

Neues, kostenloses Kursangebot: Erste Hilfe mit Selbstschutzinhalten

In Baden-Württemberg gibt es aktuell auch die Möglichkeit, einen kostenlosen “Erste-Hilfe-Kurs mit Selbstschutzinhalten” zu buchen. Ob Extremwetter, Stromausfall oder Pandemie - Umweltkatastrophen und Großschadenslagen können unser Alltagsleben plötzlich verändern. Manchmal sind dann auch Stromversorgung und Telekommunikation beeinträchtigt. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wie Sie erste, wirksame Maßnahmen selbst durchführen können. In unseren Kursen zeigen wir Ihnen, wie Sie sich, Ihre Angehörigen und Nachbarn sicher versorgen und bis zum Eintreffen professioneller Einsatzkräfte die Ruhe und Übersicht bewahren.

Unsere Module zur Ersten Hilfe mit Selbstschutzinhalten vermitteln praktische, alltagsnahe Tipps zur Krisenvorsorge, die sich sofort umsetzen lassen. Die Inhalte sind für verschiedene Zielgruppen geeignet und werden kostenfrei angeboten - damit mehr Menschen handlungsfähig werden und die Resilienz in der Bevölkerung wächst.

Lernen Sie, wie Sie in Notlagen richtig reagieren und sich vorbereiten können: schnell, besonnen und wirkungsvoll. Wir unterstützen Sie dabei!
Mehr Informationen: www.johanniter.de/ehsh-bw