05.03.2026 | Johanniter GmbH

Wie „gesunde Ernährung“ nicht nur die Selbstwahrnehmung von Kindern und Jugendlichen stärken kann

Was als „gesunde Ernährung“ gilt, scheint auf den ersten Blick eindeutig: ausgewogen, vitamin- und nährstoffreich, möglichst unverarbeitet. Doch gerade im Kindes- und Jugendalter zeigt sich, wie vielschichtig dieser Begriff ist.

Gesunde Ernährung bildet sie Voraussetzung für körperliche und psychische Stabilität, trägt zum Wohlbefinden bei und ist gleichzeitig ein wesentlicher Baustein für ein gesundes Verhältnis zum eigenen Körper.

Denn gesunde Ernährung bedeutet hier weit mehr als die richtige Auswahl und Zubereitung von Lebensmitteln. Sie ist Voraussetzung für körperliche und psychische Stabilität, trägt zum Wohlbefinden bei und ist gleichzeitig ein wesentlicher Baustein, um ein gesundes Verhältnis zum eigenen Körper aufzubauen oder gegebenenfalls auch wiederzulangen. In diesem Kontext nehmen die Johanniter-Kliniken den Tag der gesunden Ernährung am 7. März zum Anlass, um auf die zentrale Bedeutung einer bedarfsgerechten Ernährung, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, aufmerksam zu machen.

Für eine optimale Entwicklung
Bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen sollte Ernährung nie isoliert betrachtet werden. In unserem Johanniter-Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie ist sie Teil eines therapeutischen Gesamtkonzeptes, das medizinische Stabilisierung, psychologische bzw. ernährungstherapeutische Begleitung und die Stärkung der Selbstwahrnehmung miteinander verbindet. Denn ohne eine bedarfsgerechte, individuell ausgerichtete Versorgung des Körpers können weder Wachstum noch geistige Entwicklungsprozesse nachhaltig gelingen.

Weitere positive Effekte sind zudem die Stärkung des Immunsystems, eine verbesserte Konzentrations- und Lernfähigkeit sowie eine verkürzte Infektdauer bzw. schnellere Genesungszeit. 

Der Einfluss sozialer Medien 
Was als „gesunde Ernährung“ wahrgenommen wird, ist heute längst nicht mehr nur das Ergebnis gesellschaftlich geprägter und vorgelebter Regeln, sondern entsteht zunehmend auch im digitalen Raum. „Soziale Medien können zwar Inspiration für ausgewogene Ernährung und Bewegung bieten, zugleich verbreiten sie jedoch Ideale, Trends und versprechen schnelle Erfolge, die in den meisten Fällen unrealistische Erwartungen an den eigenen Körper und die Leistungsfähigkeit fördern. Wir beobachten immer öfter – insbesondere bei jungen Menschen mit Essstörungen – wie stark solche äußeren Maßstäbe das Selbstbild und Selbstwertgefühl beeinflussen“, erläutert Jule Bonitz, Ernährungsberaterin im Johanniter-Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Neuwied. Die Folge: Ernährung werde dann nicht mehr an den eigenen Bedürfnissen ausgerichtet, sondern spiegele sich vielmehr in Vergleich und Kontrolle wider. 

„Positiv hervorzuheben ist, dass sich Kinder und Jugendliche zunehmend mit der Herkunft ihrer Nahrung auseinandersetzen. Der Klimawandel und das Tierwohl spielen dabei eine zentrale Rolle in ihren Ernährungsentscheidungen. Wir beobachten einen zunehmenden Trend hin zu vegetarischer Ernährung bei dieser Altersgruppe“, so Antje Schiebel, Chefärztin des Johanniter-Zentrums für Kinder- und Jugendpsychiatrie Neuwied.

Den Blick auf die Signale des Körpers richten
Genau hier setzt die Ernährungsberatung im Johanniter-Zentrum an. Sie hilft, den Blick auf die Signale des Körpers zu richten und somit zu „lernen“, wieder auf sich selbst und die eigenen Bedürfnisse zu achten. „Wir unterstützen unsere Patientinnen und Patienten mit vielfältigen Angeboten in erster Linie darin, wieder ein Hunger- und Sättigungsgefühl zu erkennen sowie ‚emotionales Essen‘ einzuordnen und zu verstehen. Unser gemeinsames Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen zu einem realistischen Körperbild zu verhelfen. Hierfür motivieren wir sie u. a. zu achtsamem Essen ohne Ablenkung, bei dem sie z. B. unterschiedliche Geschmacksrichtungen bewusst wahrnehmen“, so Jule Bonitz weiter.

Damit wird deutlich: Gesunde Ernährung ist weit mehr als das, was sich auf den ersten Blick erahnen lässt. Denn sie erfüllt vielfältige Funktionen, die über die reine Nahrungsaufnahme und Versorgung hinaus gehen. Dazu gehören auch orientierende und soziale Aspekte. So können Mahlzeiten beispielsweise für eine verbesserte Tagesstruktur sorgen, indem sie Routinen bilden und Stabilität schaffen.