05.02.2024

Teddy-Doc werden

Am 1. und 2. Februar von 15 bis 17 Uhr war es wieder soweit: In der Johanniter-Teddyklinik im Ortsverband Salzgitter wurden Kinder zu Helfenden, um ihre Kuscheltiere zu versorgen.

Es ist eine spielerische Art, sich mit Rettungswagen und auch mit Gerätschaften vertraut zu machen: Die Teddyklinik soll Drei- bis Zehnjährigen medizinische Maßnahmen näherbringen und wie Hilfe für ihre geliebten Teddys, Affen, Hunde, Dinos aussehen kann. In den vergangenen Zeugnisferien boten die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer vom Ortsverband Salzgitter diese kostenlose Veranstaltung in ihrer Dienststelle in der Windmühlenbergstraße 20 an.

Die Johanniter-Teddyklinik hat jedoch einen ernsten Hintergrund, denn das erste Ausbildungsmodul „Sicherheit und erste Hilfe für Kinder“ der Ersten Hilfe mit Selbstschutzinhalten (EHSH) ist hier integriert. Diese Kurse werden vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gefördert. „Wir haben bereits erste Erfahrungen mit der Teddyklinik und dieser besonderen Herangehensweise an EHSH gemacht“, erzählt Sarah Pfaffenrath, Leiterin Ehrenamt in Salzgitter und selbst Mutter von zwei kleinen Kindern. „Kinder wie auch die begleitenden Erwachsenen machen begeistert mit.“

Die zukünftigen Teddy-Docs erlernten hier spielerisch alles Notwendige. „Uns ist es wichtig, dass die Kinder Einsatzkräfte in leuchtender Einsatzbekleidung als Helfende wahrnehmen und medizinisches Material und Geräte kennenlernen“, sagt Sarah Pfaffenrath, „wie Pflaster, Verbände sowie Kinder-Blutdruckmanschetten, Ohr-Thermometer, Pupillenleuchten und Stethoskop.“

Der Notruf 112, was soll ich sagen? Was gehört in einen Verbandskasten? Ein Spielzeugauto oder Einmalhandschuhe? Auch wird jedes Kind mit seinem Elternteil, Geschwisterchen oder mit Freundin bzw. Freund die stabile Seitenlage und ihre dazugehörigen Schritte selbstständig und mit Unterstützung durch das Johanniter-Team durchführen. Anhand eines eingängigen Merkspruchs werden die einzelnen Schritte vollzogen und damit für die Zukunft abgespeichert.

Dies alles ist auch wichtig für die Teddyklinik. Jedes Kind begleitete sein Kuscheltier zu unterschiedlichen Stationen: Anmeldung, Erstellen eines Gesundheitspasses und Angabe der Symptome. So wurde mit einer Smiley-Schmerzskala geklärt, wie schlimm es ist. Bei der Untersuchung und Behandlung wurden z.B. Pupillen beleuchtet, Blutdruck und Fieber gemessen, Verbände angelegt, Pflaster geklebt. Zu guter Letzt wurde sich intensiv ausgetauscht, welche Maßnahmen zu Hause fortgeführt bzw. auf Rezept verschrieben werden: Kuscheln, Geschichte lesen, Spielen oder aber auch Tee trinken. Zum Abschluss bekamen die Teddy-Docs ihre Urkunde „Ersthelfer von morgen“ und durften einen Rettungswagen erkunden.

Von der „Wir helfen Kindern e.V.“ Salzgitter haben die Johanniter dankenswerter Weise eine Teddyspende bekommen. Sollte also ein Kuscheltier bei Teilnehmenden abhandengekommen sein, dann kann hier Abhilfe geleistet werden.