Tiergestützte Pädagogik bereichert den Johanniter-Kita-Alltag
Vier Pfoten, große Wirkung: Hunde begleiten Kinder beim Lernen und Wachsen
Tiere können Brücken bauen – zu Gefühlen, zu Vertrauen und zu neuen Lernerfahrungen: In den Kitas unseres Regionalverbandes ist tiergestützte Pädagogik deshalb ein wertvoller Bestandteil der pädagogischen Arbeit.
Ein besonders schönes Beispiel dafür ist der Johanniter-Waldkindergarten Lohwaldspechte. Seit Anfang 2024 begleitet Labradorhündin Bailey die Kinder dort mit viel Herz, feiner Spürnase und ihrem liebevollen, ruhigen Wesen durch den Alltag im Wald. Seit Anfang 2025 ist das Konzept der tiergestützten Pädagogik offiziell durch das Landratsamt genehmigt. Bailey ist damit ein fester und anerkannter Teil des Kita-Teams. Zwei- bis dreimal pro Woche ist Bailey im Kindergarten dabei. Die Kinder lernen im Umgang mit ihr Rücksichtnahme, Verantwortung und das bewusste Lesen von Körpersprache. Ängste können abgebaut, Vertrauen gestärkt und soziale Kompetenzen gefördert werden. Oft reicht Baileys ruhige Anwesenheit, um Kindern Sicherheit zu geben und sie emotional zu stabilisieren.
Auch in der Johanniter-Kita Wilde Hummeln wird tiergestützte Pädagogik seit Ende letzten Jahres erfolgreich umgesetzt. Golden Retriever-Hündin Frieda, drei Jahre alt, begleitet aktuell an drei Tagen pro Woche die Kinder in der Krippe. Sie ist unter anderem beim Morgenkreis, bei Bilderbuchbetrachtungen, Traum- und Entspannungsreisen, Spaziergängen sowie bei ruhigen Kuscheleinheiten dabei. Perspektivisch ist ein gruppenübergreifender Einsatz geplant. Der Weg zur tiergestützten Pädagogik entstand bei Besitzerin Lara aus dem Wunsch, Kindern wieder einen bewussteren Zugang zu Tieren zu ermöglichen. Viele Kinder haben im Alltag keine Möglichkeit, mit Haustieren aufzuwachsen – sei es aus Zeitgründen, wegen Wohnraummangels oder anderer familiärer Umstände. Umso wertvoller ist es, ihnen im geschützten Rahmen der Kita den respektvollen und verantwortungsvollen Umgang mit einem Tier näherzubringen.
Tiere wirken dabei als natürliche Impulsgeber für Lernprozesse. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass tiergestützte Pädagogik positive Effekte auf alle Entwicklungs- und Bildungsbereiche hat. Sie fördert soziale und emotionale Kompetenzen, stärkt das Selbstwertgefühl, unterstützt die Sprachentwicklung und regt zu Bewegung an. Kinder lernen, Bedürfnisse wahrzunehmen, sowohl die eigenen als auch die des Tieres, und entwickeln Empathie, Rücksichtnahme und Verantwortungsbewusstsein.
Ein zentraler Bestandteil des Konzepts sind klare Regeln und feste Strukturen. Sowohl Bailey als auch Frieda verfügen über Rückzugsorte, Ruhezeiten und eindeutige Signale, die ihren Einsatz kennzeichnen. Kein Kind wird zum Kontakt mit den Hunden gedrängt, und die Bedürfnisse der Tiere stehen jederzeit im Mittelpunkt. So entsteht ein achtsames Miteinander, von dem Kinder und Tiere gleichermaßen profitieren.
Für die Kinder sind Bailey und Frieda längst mehr als nur Hunde. Sie sind treue Begleiterinnen, Lernpartnerinnen und Freundinnen auf vier Pfoten.
Der Regionalverband freut sich, dass das Konzept der tiergestützten Pädagogik künftig auch in weiteren Kitas umgesetzt werden soll und ist gespannt darauf, welche vierbeinigen Teammitglieder bald noch vorgestellt werden dürfen.