30.05.2023 | Johanniter-Zentrum Mering

Vom FSJler zur Leitung einer Pflegeeinrichtung

Sebastian Graßer über seinen Werdegang und seine Liebe zum Beruf

Wie sind Sie vom FSJler zur Heimleitung des Pflegezentrums in Mering geworden?

Sebastian Graßer: Nun, es war ein langer und interessanter Weg. Nach meinem FSJ habe ich eine Ausbildung zum Altenpflegehelfer absolviert, die ein Jahr dauerte. Anschließend habe ich eine 3-jährige Ausbildung zur Altenpflegefachkraft gemacht und bin heute examinierte Pflegefachkraft. Danach habe ich drei Jahre lang in dieser Einrichtung gearbeitet und währenddessen eine Weiterbildung zur verantwortlichen Pflegefachkraft, also zur Stationsleitung, absolviert. In dieser Position habe ich wertvolle Erfahrungen gesammelt. Danach habe ich mich zur Einrichtungsleitung weitergebildet und bin nun die Heimleitung des Johanniter-Pflegezentrums in Mering. Diese Weiterbildung dauerte etwa ein dreiviertel Jahr.

Das klingt nach einer beeindruckenden Laufbahn. Was hat Sie dazu motiviert, diesen Weg einzuschlagen?

Sebastian Graßer: Der Umgang mit den Menschen war schon immer meine Leidenschaft. Es bereitet mir große Freude, den Menschen etwas Gutes zu tun und ihnen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Es gibt Momente, die sind einfach unbezahlbar, und das Schönste ist mit den Patienten gemeinsam zu lachen.

Das klingt wirklich wunderbar. Es sind solche wertvollen Momente, die die Arbeit in der Pflege so schön machen. Kommen wir nun zu Ihrer persönlichen Motivation. Hat Ihr familiärer Hintergrund einen Einfluss auf Ihre Entscheidung gehabt?

Sebastian Graßer: Absolut. Ich komme aus einer sehr sozial engagierten Familie. Meine Mutter ist ebenfalls in der Pflege tätig, und mein Vater war vor seiner Rente ebenfalls Einrichtungsleitung. Meine Schwester arbeitet als Kita-Leitung. Ich denke, der Beruf liegt uns sozusagen im Blut. Es ist etwas, das wir mit Leidenschaft tun und in dem wir uns wohl fühlen. Das Pflegezentrum in Mering ist ein kleines, familiäres Heim, und das Team fühlt sich fast wie eine Ersatzfamilie an. Es ist wichtig, in einem tollen Klima zu arbeiten.

Warum sollten Ihrer Meinung nach junge Menschen diese Ausbildung beginnen und in der Pflege arbeiten?

Sebastian Graßer: Nun, die Pflege ist ein Job der Zukunft. Jeder braucht uns mehr denn je, und dieser Beruf ist krisenfest. Ich selbst bin als Jugendlicher in dieses Heim gekommen, das damals noch viel kleiner war. Es ist sehr familiär hier. Es ist wichtig, in einem tollen Klima zu arbeiten und sich gegenseitig zu unterstützen. Außerdem bietet die Pflegebranche eine Vielzahl von Weiterbildungsmöglichkeiten. Es gibt keine Grenzen, sei es bei den Johannitern, in Kliniken oder anderen Einrichtungen. Man kann sich spezialisieren und seinen eigenen Weg gehen.

Wenn Sie sich einen anderen Job aussuchen könnten, welchen Beruf würden Sie wählen?

Sebastian Graßer: Wenn ich mir einen anderen Job aussuchen könnte, würde ich gerne meine Leidenschaft für das Kochen zum Beruf machen. Es ist mein Hobby und es wäre großartig, es weiterzuentwickeln.

Gibt es etwas an Ihrem Job, das Sie gerne ändern würden?

Sebastian Graßer: Ich würde gerne eine noch bessere Work-Life-Balance erreichen. Besonders während der Corona-Pandemie haben sich die Schichtdienste und das Einspringen als herausfordernd erwiesen. Ein höherer, von den Kostenträgern bewilligter, Personalschlüssel wäre ebenfalls wünschenswert, um den Druck auf das Team zu verringern und eine noch bessere Betreuung der Patienten zu gewährleisten.

Was würden Sie sich von der Politik wünschen?

Sebastian Graßer: Ich wünsche mir mehr Personal und mehr Betreuungskräfte, um die Qualität der Pflege weiter zu verbessern. Außerdem wäre es wichtig, dass die Politik den Pflegeberuf wertschätzt und die Rahmenbedingungen entsprechend gestaltet. Das bedeutet eine bessere Bezahlung für alle in der Pflege tätigen Menschen sowie eine Entbürokratisierung, um wieder mehr Zeit für den Patienten zu haben. Außerdem sollten die Patienten die Möglichkeit haben, ihre Bewertungen und Feedback zur Pflege abzugeben.

Wie gehen Sie persönlich mit den Herausforderungen um, die sich durch Ihre Arbeit ergeben?

Sebastian Graßer: Mein Job ist es, für die Menschen da zu sein. Ich bin oft der Ansprechpartner, bei dem sich die Bewohner und Angehörigen aussprechen können, wenn es mal nicht so gut läuft. Das gehört auch dazu. Aber es gibt auch viele schöne Momente. Solche Momente machen die Arbeit lohnenswert.

Gibt es noch etwas, das Sie gerne sagen möchten und Ihnen ganz besonders wichtig ist?

Sebastian Graßer: Ja, ich denke, es ist wichtig, dass junge Menschen erkennen, wie wertvoll die Arbeit in der Pflege ist. Es gibt so viele Weiterbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen. Außerdem ist es ein Job, der wirklich gebraucht wird. Ich würde jedem raten, einfach mal ein Praktikum oder ein FSJ in der Pflege zu machen und sich selbst ein Bild zu machen. Es ist ein toller Beruf, der wirklich erfüllend sein kann.

Vielen Dank, Herr Graßer, für dieses interessante Gespräch und alles Gute für die Zukunft!

Sebastian Graßer: Vielen Dank, es war mir eine Freude.

Wer mehr über die Betätigungsfelder, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten oder das Johanniter-Pflegezentrum erfahren möchte. Findet alle Informationen unter www.johanniter.de/bayerisch-schwaben .