19.05.2026 | Regionalverband Mittelfranken

Was für ein Wochenende

Ehrenamtlich Helfende der Johanniter waren sehr gefragt

Zwei Helfende der Johanniter in Einsatzkleidung versorgen einen liegenden Patienten.
Übung Schwanstetten - Kellerbrand

So ist das im Bevölkerungsschutz (BevS): Oft vergehen Wochen und kein einziger Einsatz steht an. Und manchmal kommt dann alles auf einmal.

Und genauso war es am vergangenen Wochenende. Den Anfang machte der vergangene Freitag. 

Zweimal Chemieunfall
Gegen Mittag ereigneten sich fast zeitgleich zwei Chemieunfälle – einer in Nürnberg und ein weiterer in Schwabach. Bei beiden Einsätzen unterstützten die Ehrenamtlichen aus dem Bevölkerungsschutz der Johanniter.

In Nürnberg kam es bei einer Firma in Schafhof zu einem Gefahrenstoffaustritt. Daraufhin wurde die Schnelleinsatzgruppe (SEG) Behandlung alarmiert. Vor Ort konnten die Johanniter eine Patientenablage einrichten, um die gebundenen Einsatzmittel des öffentlich-rechtlichen Rettungsdienstes aus dem Einsatz auszulösen. Durch die Unterstützung der ehrenamtlich Helfenden konnte die Notfallrettung im Stadtgebiet aufrechterhalten werde. Insgesamt mussten bei diesem Einsatz 70 betroffene Personen medizinisch begutachtet werden. Acht Patienten wurden zur weiteren Behandlung in die umliegenden Kliniken gebracht.

In Schwabach ereignete sich ein Chemieunfall im Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasium in Schwabach. Da die Chemikalie aufwändig geborgen werden musste, dauerte der Einsatz bis in die späten Nachmittagsstunden an. Die Schnelleinsatzgruppe (SEG) Verpflegung und Betreuung der Johanniter versorgte die rund 100 eingesetzten Kräfte der Feuerwehr, dem Rettungsdienst und Polizei mit Getränken und Essen. Zusätzlich unterstütze die SEG Information und Kommunikation sowie ein Notfallkrankenwagen den örtlich-rechtlichen Rettungsdienst.

Übung in Schwanstetten
Am Freitagabend trafen die Ehrenamtlichen gleich wieder aufeinander. Diesmal ging es für rund 40 Johanniter zu einer angesetzten Übung nach Schwanstetten. Zusammen mit den Maltesern aus Wendelstein und der Feuerwehr Schwanstetten wurde ein Kellerbrand mit mehreren verletzten Personen an der Sportgaststätte des 1. FC Schwand simuliert. Mit von der Partie waren auch die Teilnehmenden des diesjährigen PSNV-B Lehrgangs (Psychosoziale Notfallversorgung für Betroffene) der Johanniter in Bayern. Diese sind speziell für die psychische Erste Hilfe der Betroffenen an einer Einsatzstelle ausgebildet. Die Schnelleinsatzgruppen Betreuung und Transport übernahmen die Versorgung der Patientinnen und Patienten.

Ausbildungen am Samstag
Am Samstag unterstützten einige Ehrenamtliche aus dem Bevölkerungsschutz die Johanniter-Jugend bei einem Übungstag. Gleichzeitig besuchten 20 Einsatzkräfte aus Nürnberg und Schwabach die Fortbildung zum First Responder in Nürnberg und schlossen diese erfolgreich ab. 

Zwischen Fototermin und Einsatz
Am Sonntag stand ein seit Monaten geplanter Fototermin im Kalender. Rund 40 Helfende der Johanniter Bereitschaft Schwabach beteiligten sich daran. Während die Anwesenden auf die Fahrzeuge verteilt wurden und es letzte Anweisungen zur Anfahrt am Rednitzhembacher Festplatz gab, rückten mehrere Rettungsmittel zum Einsatz auf die A6 bei Schwabach aus. Auf der Autobahn kam es zu einem Verkehrsunfall mit mehreren beteiligten Personen, darunter auch Kindern. Schnell wurde klar, dass hier die anfahrenden Rettungsmittel nicht ausreichten. Allerdings waren zu diesem Zeitpunkt alle anderen Rettungswagen im näheren Umfeld bereits im Einsatz und die nächsten Einheiten hätten aus Nürnberg anfahren müssen. Um die Verletzten des Unfalls fachgerecht zu versorgen und zu betreuen, wurden nach Rücksprache mit der Integrierten Leitstelle Mittelfranken Süd und dem Einsatzleiter vor Ort kurzerhand Helfende und Fahrzeuge der Johanniter-Bereitschaft Schwabach vom Fototermin abgezogen. Neben der Versorgung und dem Transport von Verletzten wurden ein Teil der betroffenen, unverletzten Kinder zur Johanniter-Dienststelle nach Schwabach verbracht, wo diese dann von ihren Eltern abgeholt werden konnten. 

„Menschenleben gehen vor. Da ist es keine Frage, dass wir sofort ausrücken“, bekräftigt Max Silbermann, Bereitschaftsleiter der Johanniter in Schwabach. War es das nun wieder für ein paar Tage oder Wochen? „Das kann keiner vorhersehen“, so Silbermann weiter. „Jeden Moment könnte der nächste Alarm losgehen und wir sind selbstverständlich wieder unterwegs um zu unterstützen.“ 

Auf dem Bild sind viele Johanniter in Einsatzkleidung zusammen mit ihren Fahrzeugen vor Bäumen zu sehen.
Gruppenbild Bereitschaft Schwabach
Gruppenbild mit Johanniter in Einsatzkleidung zusammen mit einem großen Playmobil-Männchen.
Gruppenbild Ausbildung First Responder - Team Schwabach