07.10.2026 | Dienststelle Ortsverband Hannover-Leine

Welthospiztag am 10. Oktober: Dem Sterben den Schrecken nehmen

Begleiten bis zuletzt – das ist die Aufgabe der Ehrenamtlichen im ambulanten Hospizdienst der Johanniter. Am 10. Oktober laden sie alle Interessierten ins Johanniter-Forum in der Innenstadt ein.

Was wünschen sich Menschen, wenn ihr Leben zu Ende geht? Viele möchten vor allem eines: nicht allein sein. Die Ehrenamtlichen vom ambulanten Hospizdienst der Johanniter begleiten sie bis zum Schluss. Sie spenden Trost, erfüllen letzte Wünsche und helfen dabei, mit Gefühlen wie Wut und Trauer umzugehen. „Jede Person, die eine lebensverkürzende Erkrankung hat, kann sich bei uns Hilfe holen“, sagen Anika Jagodzinski und Cornelia Manke vom ambulanten Hospizdienst der Johanniter. „Unsere Ehrenamtlichen beraten und begleiten die Betroffenen und ihre Angehörigen. Das können ein Spaziergang einmal pro Woche sein oder Gespräche am Krankenbett, wir vereinbaren ganz individuell, was gebraucht und gewünscht wird.“
So ermöglichen die freiwilligen Hospizbegleiter und -begleiterinnen ein Abschiednehmen in Würde und in gewohnter Umgebung zuhause oder in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Damit sie dieser anspruchsvollen Aufgabe gewachsen sind, absolvieren alle Ehrenamtlichen vorab einen umfangreichen Vorbereitungskurs. 

Mehr Leichtigkeit im Umgang mit dem Tod
Studentin Marieke Geiger hat die Ausbildung zur Hospizbegleiterin gerade abgeschlossen. Sie hat sich für ein Ehrenamt in der Hospizarbeit entschieden, nachdem sie ihren Großvater in seinen letzten Wochen begleitet hatte. „Ich habe das als sehr positiv empfunden. Meine Familie und mich hat dabei eine Person von außen unterstützt, was sehr wertvoll war“, sagt sie. „Ich würde mir wünschen, dass andere über die Hospizarbeit wissen, dass es gar nicht ein so schweres und trauriges Thema sein muss, sondern sehr viel Leichtigkeit bringen kann, offen über die Themen Tod, Trauer und Sterben sprechen zu können.“ Schon viele Jahre engagiert sich Monika Neubacher-Fesser. Die freiberufliche Illustratorin hatte nach einem Ausgleich zur Arbeit am Schreibtisch gesucht. Auch sie plädiert dafür, Tod und Sterben aus der Tabuzone herauszuholen: „Für mich macht die Auseinandersetzung damit das Leben noch lebenswerter.“ So entstehen für beide Seiten besondere Momente: „In der Hospizarbeit tauche ich in das Leben der Menschen ein. Ein Herr, den ich aktuell begleite, erzählt viel aus seinem Leben und ich höre gespannt zu. Er sagt, dass ihn sonst niemand nach seinen Erinnerungen fragt.“

Beratung und Vorträge zum Thema „Letzte Hilfe“ am Welthospiztag
Alle Interessierten sind eingeladen, die Hospizarbeit der Johanniter kennen zu lernen. Am Welthospiztag bietet das Team im Johanniter-Forum in Hannovers Innenstadt einen Tag lang Beratung und Impulsvorträge an:

Welthospiztag
10. Oktober 2026 von 10:00 bis 15:00 Uhr
im Johanniter-Forum, Osterstraße 29, 30159 Hannover
Vorträge zum Thema „Erste Hilfe – Letzte Hilfe“ um 11:00 und 13:00 Uhr