03.02.2026 | Johanniter GmbH

Weltkrebstag: HPV keine Chance geben

HPV kann verschiedene Krebsarten verursachen – von Gebärmutterhalskrebs bis hin zu Tumoren im Mund-, Hals und Rachenraum. Aufklärung und Prävention, insbesondere durch eine frühzeitige Impfung, können helfen, das Krebsrisiko deutlich zu senken.

Humane Papillomaviren (HPV) können sowohl Gebärmutterhalskrebs als auch Infektionen und damit Krebserkrankungen im Mund-, Hals- und Rachenraum auslösen. Einen wirksamen Schutz bietet die entsprechende Impfung.

Humane Papillomaviren (HPV) sind weltweit so stark verbreitet, dass sich annähernd alle sexuell aktiven Menschen im Laufe ihres Lebens damit infizieren. Eine Übertragung erfolgt dabei hauptsächlich durch direkten Haut- und Schleimhautkontakt, d. h. in der Regel beim Geschlechts- oder Oralverkehr. Während einige HP-Viren recht harmlose Erkrankungen, wie z. B. Warzen, hervorrufen können, sind andere Virustypen für bösartige Erkrankungen, wie etwa Gebärmutterhalskrebs, verantwortlich. Doch auch im Mund- und Rachenraum können HP-Viren Tumorerkrankungen auslösen. Dies im Blick, nehmen die Johanniter-Kliniken den Weltkrebstag am 4. Februar zum Anlass, um für das Thema zu sensibilisieren und auf die HPV-Impfung als wichtigen Ansatzpunkt einer frühzeitigen Prävention aufmerksam zu machen.

HPV: Entscheidender Auslöser von Gebärmutterhalskrebs
„Die meisten durch HPV ausgelösten Infektionen verlaufen unbemerkt und heilen von selbst aus. Bleibt eine Infektion jedoch bestehen, können sich bestimmte Viren, sogenannte Hochrisiko-Typen, in die menschliche DNA integrieren. Betroffen sind vor allem Zellen der Schleimhäute und Haut. Ist dies der Fall, lösen die Viren ein unkontrolliertes Zellwachstum aus, das schließlich zu einem Tumor führt“, erläutert PD Dr. Darius Salehin, Chefarzt der Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und Gynäkoonkologie am Johanniter-Krankenhaus Bonn sowie am Ev. Krankenhaus Bethesda in Mönchengladbach. Seit Langem bekannt ist dieser Zusammenhang im Hinblick auf Gebärmutterhalskrebs. Allein in Deutschland erkranken jährlich etwa 4.500 Frauen. Ein erhöhtes Risiko besteht bei Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern, bei Raucherinnen oder auch bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem. 

Doch es gibt auch Positives zu verzeichnen: „Wenn wir den Gebärmutterhalskrebs frühzeitig erkennen, sind die Heilungschancen sehr gut und liegen bei über 90 Prozent“, so PD Dr. Darius Salehin. Neben der hochwirksamen HPV-Impfung ab dem neunten Lebensjahr, rät er vor allem dazu, die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen bei niedergelassenen Gynäkologinnen und Gynäkologen wahrzunehmen.

Wenn HPV den Mund- und Rachenraum betrifft
Weniger bekannt ist, dass Humane Papillomaviren auch einen erheblichen Risikofaktor für Krebserkrankungen im Mund-, Hals- und Rachenraum darstellen. So werden rund 35 bis 45 Prozent der bösartigen Tumoren in diesem Bereich durch HPV verursacht – Tendenz steigend. „In der Regel handelt es sich hier um sogenannte Plattenepithelkarzinome, d. h. Karzinome, die wir auch durch den Konsum von Schadstoffen, wie beispielsweise Rauchen und Alkohol, kennen. Entgegen der weitverbreiteten Annahme ist Krebs ausgelöst durch HP-Viren also keine ‚Frauenkrankheit‘, sondern ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko für alle“, erklärt Dr. Stephan Herberhold, Chefarzt der Abteilung für Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen sowie Kopf- und Halschirurgie am Johanniter Waldkrankenhaus Bonn. Von besonderer Relevanz ist auch hier eine frühzeitige Diagnostik. Warnzeichen eines Kopf-Hals-Karzinoms sind üblicherweise Schwellungen im Hals-, Mund- und Rachenbereich, Schluckbeschwerden sowie Heiserkeit. 

HPV-Impfung: Wirksamer Schutz vor vielen Krebsarten
Eine zentrale Rolle in der Prävention spielt nach wie vor die Impfung. „Insgesamt wird immer noch zu wenig über die Gefahren einer HPV-Infektion aufgeklärt. Viele wissen inzwischen, dass HPV Gebärmutterhalskrebs auslösen kann. Auch ist bekannt, dass es für Krebserkrankungen im Kopf-Hals-Bereich verantwortlich sein kann. Dass die Impfung aber auch hier sehr zuverlässig schützt, scheinen bislang nur die wenigsten zu wissen“, betont Dr. Stephan Herberhold. „Die Impfung ist hochwirksam, und schützt effektiv vor Hochrisiko-Varianten, die für viele Krebserkrankungen verantwortlich sind. Das gilt vor allem dann, wenn zuvor keine HPV-Infektion vorgelegen hat“, fügt PD Dr Darius Salehin hinzu. Empfohlen wird die Impfung daher sowohl für Mädchen als auch für Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren, idealerweise vor dem ersten Sexualkontakt.