Wer unterrichtet eigentlich einen Erste-Hilfe-Kurs?
Die Johanniter in Karlsruhe bieten Jobs, die Leben retten.
Am 11. September 2021 ist der internationale Tag der Ersten Hilfe. Ziel des weltweiten Aktionstags ist es, die Bedeutung fachgerechter Nothilfe bei Unfällen und Katastrophen im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.
Warum ist Erste Hilfe so wichtig?
Wer in Deutschland keine Erste Hilfe leistet, macht sich laut Gesetz wegen unterlassener Hilfeleistung strafbar. „Dabei ist Erste Hilfe keine Frage des Alters”, erklärt Martin Spies, Ausbildungsleiter bei den Johannitern in Baden. „Auch Kinder können Erste Hilfe erlernen. Ein Höchstalter gibt es dabei auch nicht.“
Das erste Mal in Berührung kommen die meisten Menschen, wenn sie einen Führerschein machen: Mit dem klassischen Erste-Hilfe-Kurs für Fahranfänger. Durch die gesetzliche Pflicht muss ihn jeder absolvieren. Danach hört man nur noch ab und zu davon. Vor allem sind die Erste-Hilfe-Maßnahmen in aller Munde, wenn ganz lokal Leben gerettet wird und Mund-zu-Mund-Beatmung oder eine Herz-Lungen-Wiederbelebung mitten in der Fußgängerzone notwendig werden.
Aber wer unterrichtet eigentlich diese Erste-Hilfe-Kurse?
Kurz gesagt: Eigentlich kann sich fast jeder dafür qualifizieren lassen. Das Wichtigste dabei ist: „Gern unter Menschen zu sein und sich gut ausdrücken zu können, das Interesse an medizinischen Themen und die Lust sich regelmäßig weiterzubilden“, erklärt der Erste-Hilfe-Experte. „Das ist die Basis für einen guten Erste-Hilfe-Trainer. Während der Ausbildungsphase werden die notwendigen Lernfelder aus Fachwissen und Pädagogik vermittelt.“ Das Ganze läuft in 129 Unterrichtseinheiten ab, die Ausbildungskosten übernehmen die Johanniter. „Wenn man richtig Gas gibt, kann die Ausbildung innerhalb von zwei Monaten abgeschlossen und der erste Kurs selbstständig geleitet werden. Die Ausbildung darf aber auch bis zu einem Jahr dauern,“ ergänzt Spies.
„Der Vorteil an der Trainer-Tätigkeit ist, dass das erlangte Wissen einen, auch außerhalb der Kurse, weiterbringt. Man lernt viel über Rhetorik, Präsentieren und Moderieren, was die persönlichen Softskills verbessert und ausbaut“, fährt Spies fort. „Aber auch Themen wie Organisation und Eigenverantwortlichkeit werden gestärkt, da unsere Erste-Hilfe-Trainer ganz eigenständig ihre Erste-Hilfe-Kurse leiten. Neben hauptamtlichen Trainern in Voll- und Teilzeit haben wir auch einige Studenten im Team, aber auch Freiberufler, die sich durch die Kurse einen Nebenverdienst sichern.“
Langfristig gibt es für die Trainer auch Aufstiegschancen: Man kann pädagogische Fortbildungen besuchen und dort sein Wissen vertiefen oder sich zum Fachdozenten oder Lehrbeauftragten für Lehrkräfteschulungen ausbilden lassen. Wer Interesse an besonderen Kursarten hat, kann durch Vertiefungen auch Kurse wie Erste Hilfe am Kind oder Outdoor-Erste-Hilfe leiten. „Die Möglichkeiten bei den Johannitern sind vielseitig. Wir bieten langfristig eine Tätigkeit, die Sinn stiftet. Bei der man aktiv unsere Gesellschaft mitgestalten kann und auch andere Menschen dazu motiviert, Erste Hilfe zu leisten, Ängste zu nehmen und die Zivilcourage zu stärken. Zusammengefasst: Bei uns bekommt man einen Job, der Leben rettet“, so Martin Spies abschließend.
Interesse geweckt? Mehr Informationen findet man unter www.johanniter.de/nebenjob-lebensretter. Zur Mitarbeit als Trainer bei den Johannitern in Karlsruhe steht Martin Spies unter 0621 48303-30 oder martin.spies(at)johanniter.de zur Verfügung.