30.04.2026 | Regionalverband Oberfranken

Zurück auf der Straße

Saisonstart der Johanniter-Motorradstaffel Oberfranken: Ehrenamtliches Team wird erstmals durch einen Notarzt unterstützt

Ende Dezember noch im Einsatz und im Februar schon wieder: Für die Motorradeinheit gibt es nur wenige Pausen.

Mit steigenden Temperaturen zieht es nicht nur Hobbymotorradfahrer verstärkt auf die Straßen, auch die ehrenamtliche Motorradeinheit der oberfränkischen Johanniter startet in ihre Saison. „Mit dem Beginn der Osterferien hat auch der Verkehr auf den Autobahnen in Richtung Süden in unserer Region wieder zugenommen. Außerdem starten die ersten Outdoor-Veranstaltungen und damit sind auch wir verstärkt im Einsatz: als Stauhelfer, auf Streifenfahrt oder um größere Events abzusichern“, erklärt Sven Lehmann, der gemeinsam mit Marcus Hampel die oberfränkische Johanniter-Motorradstaffel leitet. Die Winterpause für das Team, das alle Einsätze in seiner Freizeit und rein ehrenamtlich absolviert, war dieses Jahr besonders kurz. Nach dem letzten Einsatz am 30. Dezember 2025 sicherten die Helfer auf zwei Rädern bereits am Faschingswochenende den Umzug in Markt Bibart ab. „Wir freuen uns, dass es wieder losgeht und wir mit frischem Rückenwind in ein sicher ereignisreiches Jahr starten können. Wir sind inzwischen zu zehnt und haben mit Oliver Weintz erstmals auch einen Leitenden Notarzt mit im Team“, erzählt Marcus Hampel. „Wenn er im Einsatzdienst mit dem Motorrad unterwegs ist, kann unsere Staffel Patienten sogar unmittelbar ärztlich versorgen – für die Betroffenen ist das ein deutlicher Zugewinn an medizinischer Versorgungsqualität direkt am Einsatzort.“

Spaß am Fahren plus Hilfe für Mitmenschen

Ein besonderes Highlight zum Saisonstart ist die Anschaffung eines neuen Einsatzmotorrads. Ermöglicht wurde dies durch eine großzügige Spende des Lions Club Bamberg. Die BMW 1200 RT stärkt nicht nur die Einsatzbereitschaft, sondern erhöht auch die Sicherheit und Flexibilität der Staffel im Einsatz. Und natürlich auch die Freude am Fahren. „Für uns ist die Motorradstaffel die perfekte Verbindung aus Hobby und Berufung“, erklären die beiden Staffelleiter Marcus Hampel und Sven Lehmann. „Wir können unsere Leidenschaft fürs Motorradfahren mit dem Dienst am Menschen verbinden. Genau diese Kombination aus Sinnhaftigkeit, Teamgeist und Einsatz für andere macht das Engagement für uns so besonders.“

Mensch und Maschine sind bei der ehrenamtlichen Einheit dann auch stark gefordert. Das Team legt pro Saison jährlich rund 25.000 Kilometer zurück und ist mit etwa 30 Einsatzfahrten pro Jahr ein wichtiger Bestandteil der sanitätsdienstlichen Versorgung in der Region. Daneben sind die Ehrenamtlichen an verkehrsreichen Urlaubstagen regelmäßig bei Streifenfahrten unterwegs und unterstützen die Polizeimotorradstaffel bei der Begleitung von Großkolonnen. Der Einsatzschwerpunkt liegt naturgemäß in Oberfranken, darüber hinaus unterstützen die Helfer regelmäßig auch überregional – beispielsweise bei Einsätzen im Allgäu, insbesondere in anspruchsvollen Gelände- und Hochgebirgslagen. Denn ein großer Vorteil der Motorradstaffel liegt in ihrer hohen Mobilität: In unwegsamem Gelände oder bei dichtem Verkehrsaufkommen können die speziell ausgebildeten Einsatzkräfte deutlich schneller am Einsatzort sein als konventionelle Rettungsmittel. 

Einsatzzahlen steigen von Jahr zu Jahr

Damit solche Einsätze erfolgreich absolviert werden können, ist eine fundierte Ausbildung nötig. Marcus Hampel und Sven Lehmann lassen sich aktuell bei den Feldjägern der Bundeswehr zu Instruktoren weiterbilden. Nach erfolgreichem Abschluss können sie dann selbst Fahrsicherheitstrainings für ihre Staffel durchführen. „Die Einsatzzahlen steigen und auch der Verkehr nimmt weiter zu. Deswegen ist es wichtig, dass wir uns weiter qualifizieren und unsere Ausrüstung auf dem Stand der Technik ist. Als spendenfinanzierte und rein ehrenamtliche Einheit sind wir auf Unterstützung angewiesen. Wir freuen uns deshalb über jeden, der unsere Arbeit unterstützt, und damit auch dazu beiträgt, dass wir Patienten gut und sicher versorgen können“, sind sich Lehmann und Hampel einig.