Johanniter erhalten Bürgerpreis des Bayerischen Landtages

Allgäu, 08. November 2019

Rolf Poss / Bayerischer Landtag

Die Johanniter-Unfall-Hilfe spricht mit ihrem bayernweiten Ehrenamtsprojekt „Bring Dich ein! Ehrenamt verbindet“ ganz gezielt Menschen mit Migrationshintergrund an. Auf diese Weise möchte die Hilfsorganisation nicht nur neue Ehrenamtliche gewinnen, sondern auch Integration vorleben. Am 17. Oktober 2019 wurde sie dafür von Landtagspräsidentin Ilse Aigner mit dem zweiten Platz des Bürgerpreises des Bayerischen Landtages ausgezeichnet. Die Verleihung stand unter dem Motto „Rette uns, wer kann! – Nachwuchs und neue Ideen für die ehrenamtlichen Rettungskräfte“.

„Letztlich sitzt man in der Not auf dieser Welt in einem Boot“ reimte die „Altneihauser Feierwehrkappell’n“ (vielen von der Veitshöchheimer Fastnacht wohlbekannt), die im Senatssaal des Maximilianeums die humorvolle Präsentation der Preisträger übernahm. Die Johanniter-Unfall-Hilfe Bayern e.V. konnte hier den mit 10.000 Euro dotierten zweiten Platz des Bürgerpreises des Bayerischen Landtages entgegen nehmen. Die Hilfsorganisation lädt bayernweit Menschen ein, sich ehrenamtlich zu engagieren – und geht dabei neue Wege. Mit dem Projekt „Bring Dich ein! Ehrenamt verbindet“, das von acht regionalen Verbänden der Johanniter in Bayern – darunter auch der Regionalverband Allgäu - durchgeführt und vom Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration gefördert wird, werden insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund angesprochen. Ziel ist es, ehrenamtliche Helfern mit Migrationshintergrund zu gewinnen. Zudem soll eine nachhaltige Bindung an das Ehrenamt ein erster Versuch sein, auf die wachsende sprachliche, kulturelle und religiöse Vielfalt in der Gesellschaft zu reagieren. Darüber hinaus geht es um die Entwicklung und Stärkung der interkulturellen Kompetenz auf beiden Seiten, den Abbau von Vorurteilen und das Schaffen von Begegnungsräumen für einen interkulturellen Dialog auf Augenhöhe. Durch das Projekt konnten bislang über 150 Ehrenamtliche mit Migrationshintergrund gewonnen werden. Insgesamt 30 geschulte Mentoren, die aus den Reihen der erfahrenen ehrenamtlichen Helfer in den Regionalverbänden gewonnen werden, unterstützen die neuen Ehrenamtlichen in ihrem Integrationsprozess. Sie sind Vorbild und verlässlicher Ansprechpartner.
„Ehrenamtlich aktiv zu sein und sich für seine Mitmenschen und die Gesellschaft als Ganzes einzusetzen, das verbindet Menschen miteinander. Unsere Gesellschaft ist vielfältig, und wir möchten, dass sich das auch in unserem Ehrenamt zeigt,“ sagt Jürgen Wanat, Mitglied des Landesvorstandes der Johanniter-Unfall-Hilfe in Bayern. „Wir sind stolz, dass wir mit unserem Projekt den Bürgerpreis des Bayerischen Landtags gewonnen haben. Das ist eine großartige Auszeichnung für die Arbeit, die hinter diesem Projekt steht.“

Michael Rettenmaier, Mitglied des Regionalvorstandes der Johanniter im Allgäu, ergänzt: „Viele Menschen wissen gar nicht, wie viele interessante und spannende Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements es gibt. Oft genügen wenige Stunden im Monat, um anderen etwas Gutes zu tun.“ Das Angebot ist vielfältig. Allein bei den Johannitern im Allgäu reicht die Bandbreite von Rettungs- und Sanitätsdienst über Bevölkerungsschutz, Hausnotruf und Krisenintervention bis hin zu den Rettungshundestaffeln oder den Hunden im Besuchsdienst. „Grundsätzlich ist natürlich jeder bei uns willkommen, der sich engagieren will“, so Rettenmaier. „Wir sind hier eine große Gemeinschaft, die vielen Menschen durch ehrenamtliche Hilfen Gutes tut. Vielleicht hat ja der oder die eine oder andere Lust, einmal bei uns hineinzuschnuppern und sich uns anzuschließen“,

Informationen zum ausgezeichneten Projekt und zu den vielen Möglichkeiten, sich ehrenamtlich bei den Johannitern zu engagieren, gibt es im Internet unter www.bring-dich-ein.de. Die Website hilft auch bei der Entscheidung, welches Ehrenamt für wen passt.