Wo Kinder ein sinnvolles Hobby und gute, verlässliche Freude finden

Allgäu, 31. Oktober 2019

Hand aufs Herz: Wünschen nicht auch Sie sich, dass Ihre Sprösslinge gute Freunde finden und ihre Freizeit möglichst sinnvoll verbringen? Tamira Krauspe und Lena Reinema sind ein Beispiel dafür, dass dieser Wunschtraum im wahrsten Sinn des Wortes kinderleicht Realität werden kann. Die beiden Teenies haben ein eher ungewöhnliches Hobby: seit ihrer Kindheit sind sie von der Ersten Hilfe fasziniert und in der Johanniter-Jugend aktiv. Sie erzählen, was sie dabei schon gelernt und erlebt haben und warum ihnen das, was sie tun, so viel Spaß bringt.

Wenn Tamira Krauspe und Lena Reinema nach ihrem Hobby gefragt werden, wissen sie manchmal gar nicht, wo sie anfangen sollen, so vielseitig ist das, was sie bei der Johanniter-Jugend gelernt, erlebt und im Lauf der Jahre selbst aktiv gestaltet haben.

„Ich kam mit sieben Jahren zur Johanniter-Jugend in Kempten“, beginnt Lena Reinema. „Ich hatte damals im Fernsehen etwas über Erste-Hilfe gesehen und meinen Eltern gesagt, dass ich so etwas auch gerne machen möchte. Meine Mutter informierte sich daraufhin, welche Angebote es gab und stieß auf die Johanniter-Jugend. Zu der Zeit wurde in Kempten gerade die C-Jugend für Kinder ab 6 Jahren gegründet, bei der konnte ich sofort mitmachen“, erinnert sich die heute 17-Jährige Duracherin. Ihre Freundin und „Kollegin“ Tamira (18) aus Weitnau stieß vier Jahre später, mit 12 Jahren, zu der Gruppe. Sie sagt: „Ich wollte etwas über Erste-Hilfe lernen, weil es ein Thema ist, das ich gerne vertiefen möchte – ich habe vor, nach dem Abitur Medizin zu studieren.“ Im Lauf der Jahre haben sich die jungen Frauen, die die Oberstufe des Kemptener Hildegardis-Gymnasium besuchen, über ihr Hobby einiges an wertvollem Wissen angeeignet. „Als Mitglied der Jugendgruppe wird man von Anfang an spielerisch und altersgerecht an die Erste Hilfe herangeführt“, erklären sie. „Und man bekommt viele Möglichkeiten, sich persönlich weiterzuentwickeln.“ So absolvierten beide nicht nur Erste-Hilfe-Kurse, sondern auch die Ausbildung zur Sanitätshelferin. Tamira ist überdies Katastrophenschutzhelferin. Lena schloss 2018 die Ausbildung zur Jugendgruppenleiterin ab und war für ein Jahr in der Regionaljugendleitung Allgäu tätig. „Dadurch konnte ich an zahlreichen Landesjugendversammlungen in ganz Bayern teilnehmen und dabei wertvolle Erfahrungen sammeln.“

Lernen, Verantwortung und Spaß
Was beide sehr schätzen ist, dass Lernen, Verantwortung und Spaß bei den Jugendgruppen (diese gibt es für verschiedene Altersstufen) Hand in Hand gehen. „Wir bieten bei vielen größeren Veranstaltungen und Festen, wie beispielsweise der Allgäuer Festwoche, ehrenamtlich Aktivitäten wie Kinderschminken und Hüpfburgbetreuung oder generell die Kinderbetreuung an. Das macht viel Spaß. Außerdem werden seitens der Johanniter immer wieder Zeltlager, Feste und gemeinsame Ausflüge für die Jugendgruppenmitglieder veranstaltet. Einmal waren wir auch im Europapark Rust“, so Tamira. Hinzu kommen interne Veranstaltungen wie der Landeswettkampf und der Bundeswettkampf der Johanniter, bei denen aktive Mitglieder ihr Können im Bereich der Ersten Hilfe im freundschaftlichen Wettkampf messen. „Bei solchen Veranstaltungen lernt man ganz leicht neue Leute aus ganz Bayern und ganz Deutschland kennen. Das Gemeinschaftsgefühl ist groß“, berichtet Lena begeistert.

Von Body-Check bis Eigenschutz
Mittlerweile leitet sie mit Unterstützung von Tamira (auch sie befindet sich in der Ausbildung zur Jugendgruppenleiterin) selbst die C-Jugend der Johanniter in Kempten. „Unsere Gruppe besteht aktuell aus fünf Mädchen und einem Jungen. In den regelmäßigen Gruppenstunden lernen die Kinder hauptsächlich Erste-Hilfe, also alles über Verbände, die stabile Seitenlage, den Notruf, den Eigenschutz, den Body-Check und die psychische Betreuung. Außerdem spielen und basteln wir ab und zu. Bei gutem Wetter machen wir manchmal auch Übungen mit der Trage. Dabei müssen sie aufpassen, die Trage auch über Hindernisse gerade zu halten.“ Ihr Erste-Hilfe-Können stellten die engagierten Knirpse beim letzten Landeswettkampf – dieser wurde 2018 in Kempten ausgetragen – eindrucksvoll unter Beweis. „Die C-Mannschaft belegte den ersten Platz und hat sich dadurch für den Bundeswettkampf qualifiziert, der dieses Jahr im Mai in Berlin stattfand. Dort kamen die Kinder auf einen superguten vierten Platz, mit einem hauchdünnen Abstand auf den Sieger. Das war ein tolles Erlebnis für uns alle.“

Das Engagement der jungen Mitglieder zahle sich auf ganz verschiedenen Ebenen aus, sind die beiden überzeugt. „Die Mädchen und Buben lernen neue Kinder in ihrem Alter kennen, wodurch sehr oft enge Freundschaften entstehen. Außerdem finde ich, dass die Kinder von der erlernten und vertieften Erste-Hilfe profitieren. So wissen sie in Notfall Situationen, wie man sich am besten verhält und was man unternehmen kann. Sie verbringen ihre Freizeit mit etwas Sinnvollem und lernen ganz nebenbei viel über das Verhalten in Gruppen und den Umgang mit Menschen.“

Jugendgruppen der Johanniter gibt es aktuell in Kempten, Sonthofen, Memmingen, Marktoberdorf und Unterthingau. Mitmachen können Kinder und junge Leute von 6-18 Jahren.

Weitere Informationen über die Johanniter-Jugend und die Jugendgruppen im Allgäu erhalten Sie unter www.johanniter.de/allgaeu oder telefonisch unter 0831 - 52157-0.

Foto: Tobias Grosser
Siegermannschaft Landeswettkampf li Tamira, Lena re (beide in grün mit ihrer C-Mannschaft)